15954/J XXVII. GP
Eingelangt am 18.08.2023
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Anfrage
der Abgeordneten Dr. Stephanie Krisper, Kolleginnen und Kollegen
an den Vizekanzler und Bundesminister für Kunst‚ Kultur‚ öffentlichen Dienst und Sport
betreffend Der wundersame Weg der Fachexpert:innen - Rolle des BMKÖS
Stephan Tauschitz wurde im vergangenen Jahr zum Leiter des Landesamtes für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (LVT) in Kärnten bestellt. Davor war er bereits ÖVP Klubobmann im Kärntner Landtag. Nach 10 Tagen im Amt als LVT-Leiter legte er sein Amt nach öffentlicher Kritik wieder nieder - konkret ging es um seine Teilnahme am höchst umstrittenen Ulrichsbergtreffen in den Jahren 2008 und 2010, bei welchen Tauschitz Reden hielt. Nach diesen 10 Tagen als LVT-Leiter wurde er in der LPD Kärnten der Abteilung Organisation, Strategie und Dienstvollzug zugeteilt und damit aus dem "Schussfeld" genommen - bis vor wenigen Wochen. Denn nun ist Tauschitz auch formell nicht mehr LVT-Leiter. Er wechselte ins Innenministerium, als Fachexperte bzw. Referent in der Sektion IV, IT und Service.
Die Anfrage "Wechsel des Kärntner LVT-Leiters Tauschitz ins BMI und der wundersame Weg der Fachexpert:innen" beschäftigte sich aufgrund des Anlassfalles Tauschitz gleich umfassend mit dem Phänomen "Fachexperten" und die Beantwortung 14587/AB ergab, dass für die Stelle eines/einer Fachexpert:in keine Ausschreibung erfolgt, sondern die Bewertung "ad personam" stattfindet. Begründet wird dies mit der so individuellen Arbeitsplatzbeschreibung, die für eine öffentliche Ausschreibung nicht geeignet sei...Keine einzige der 15 Fachexpert:innen Positionen im BMI wurden daher mit externen Personen besetzt.
Zuständig für die Besetzung einer Planstelle und der Antragstellung hierfür - und damit einhergehend auch für die "ad personam" Bewertung eines/einer Fachexpert:in - ist gemäß § 3 (1) Beamten-Dienstrechtsgesetz das Bundesministerium für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport. Die Stelle der Fachexpert:innen enthält nach Anfragebeantwortung des BMI keine generellen Anforderungskriterien. Es gibt im BMI zudem keine:n einzige:n Fachexpert:in, der nicht bereits vorher innerhalb des Ministeriums tätig war - ein nachvollziehbares und öffentlich zugängliches Besetzungsverfahren sieht anders aus.
Eine so intransparente Vorgehensweise hinterlässt diverse weitere Fragen, auch bezüglich des Prozesses innerhalb Ihres Ressorts. Das öffnet nicht nur Tür und Tor für Postenkorruption, sondern stellt auch erneut unter Beweis, dass man von transparenter Postenvergabe noch Lichtjahre entfernt ist.
Daher sind weitere Fragen offen und Präzisierungen erforderlich.
Die unterfertigten Abgeordneten stellen daher folgende