4478/J XXVII. GP
Eingelangt am 10.12.2020
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ANFRAGE
des Abgeordneten Peter Wurm, Walter Rauch, Peter Schmiedlechner, Christian Ries
und weiterer Abgeordneter
an den Bundesminister für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz
betreffend Betrugsfälle mit Prepaid-Karten
Im November kam es in Tirol offenbar wieder vermehrt zu Betrugsfällen mit Prepaid-Karten. Dabei wurden Angestellte telefonisch zur Übermittlung ihrer Codes aufgefordert – meist ging es dabei um hohe Geldbeträge, die den Gutgläubigen Kunden abgenommen wurden. Die Tiroler Tageszeitung berichtete am 30. November 2020 darüber wie folgt:
Mehrere Fälle in den letzten Wochen
Im November kam es in Tirol vermehrt zu Betrugsfällen mit Prepaid-Karten – dabei geht es meist um hohe Geldsummen. Jüngstes Opfer ist eine Tankstellen-Mitarbeiterin in Innsbruck, die am Montagabend von Unbekannten via Telefon aufgefordert wurde, Codes durchzugeben. Die Täter machten ihr glaubhaft, dass dies aufgrund einer Systemumstellung notwendig sei. In ihrer Gutgläubigkeit kam die Frau der Forderung nach – und wurde um eine dreistellige Summe erleichtert.
Ähnlich erging es einer Supermarkt-Mitarbeiterin in Schwaz Anfang November. Auch sie ließ sich die Codes mehrerer Prepaid-Karten im Wert von mehr als 1000 Euro entlocken. In etwa dieselbe Summe wurde einer Angestellten (47) Mitte November in Kufstein abgezwackt. Die Betrüger riefen gleich zwei Mal an und täuschten sie mit angeblichen Inventur- und Wartungsarbeiten bei einer Prepaid-Firma.
Nicht nur Angestellte tappen den Betrügern in die Falle. Am 25. November wurde einem 38-Jährigen vorgespielt, er habe bei einem Gewinnspiel einen fünfstelligen Eurobetrag gewonnen. Das Geld würde ihm noch am selben Tag von einer Notarin in Begleitung von einem Sicherheitsdienst übergeben werden, der Sicherheitsdienst müsse jedoch vorab noch per Prepaid-Karten bezahlt werden. Der vierstellige Betrag wurde vom 38-Jährigen bezahlt, die Übergabe des angeblichen Gewinns fand aber nie statt.
Betrugsfälle mit Prepaid-Karten in Tirol häufen sich: Vorsicht ist geboten | Tiroler Tageszeitung Online – Nachrichten von jetzt! (tt.com)
In diesem Zusammenhang richten die unterfertigten Abgeordneten an den Bundesminister für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz folgende
ANFRAGE
1. Ist Ihnen als Konsumentenschutzminister die Problematik von Betrugsfällen mit Prepaid-Karten bekannt?
2. Wenn ja, seit wann?
3. Wie viele Bürger- und Konsumentenkontakte hat es zur Problematik von Betrugsfällen mit Prepaid-Karten seit 2007 in Ihrem Konsumentenschutzministerium gegeben?
4. Hat es im Konsumentenschutzministerium bereits Initiativen dazu gegeben, die Problematik von Betrugsfällen im Kunden-Unternehmergeschäftskontakt zu behandeln?
5. Wenn ja, in welcher Art und Weise?
6. Wenn nein, warum nicht?
7. Welche Abteilung im Konsumentenschutzministerium behandelt diese Fragestellungen, Bürger- und Konsumentenanliegen im Konsumentenschutzministerium?
8. Welche Aktenzahlen, Dokumente und Verfahren sind im Konsumentenschutzministerium dazu vorhanden?
9. Sind Sie in Kontakt mit dem Innen- und Justizministerium, um die Problematik von Betrugsfällen im Kunden-Unternehmergeschäftskontakt zu verhindern?
10. Wenn ja, in welcher Art und Weise?
11. Wenn nein, warum nicht?
12. Welche Projekte werden insgesamt durch das Konsumentenschutzministerium im Bereich von Betrugsfällen durch dubiose Geschäftemacher aktuell behandelt?
13. Welche Aktenzahlen, Dokumente und Verfahren sind im Konsumentenschutzministerium dazu vorhanden?
14. Welche Projekte wurden insgesamt seit 2007 durch das Konsumentenschutzministerium im Bereich von Betrugsfällen durch dubiose Geschäftemacher aktuell behandelt?
15. Welche Aktenzahlen, Dokumente und Verfahren sind im Konsumentenschutzministerium dazu vorhanden?
16. Hat sich insbesondere das Konsumentenschutzpolitische Forum mit diesen Fragestellungen im Zusammenhang von Betrugsfällen durch dubiose Geschäftemacher beschäftigt?
17. Wenn nein, warum nicht?
18. Haben Sie vor, dass sich das Konsumentenschutzpolitische Forum mit diesen Fragestellungen von Betrugsfällen durch dubiose Geschäftemacher in den Jahren 2021, 2022, 2023 oder 2024 damit beschäftigt?