7982/J XXVII. GP
Eingelangt am 22.09.2021
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ANFRAGE
des Abgeordneten Peter Schmiedlechner
und weiterer Abgeordneter
an die Bundesministerin für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus
betreffend Kampf der Landwirte gegen invasive Pflanzen
Die Kleine Zeitung hat über invasive Pflanzen, welche Probleme vor allem den Biolandwirten verursachen, berichtet.[1]
„Invasive Neophyten
Landwirte kämpfen gegen ungebetene Gäste aus Fernost
In der Gemeinde Feistritz ob Bleiburg werden Neophyten, wie der Japanische Staudenknöterich, zunehmend zu einem massiven Problem für die Biolandwirte. Das Unkraut überwuchert die Felder und gefährdet die Ernte.[…]
Die Rede ist von invasiven Neophyten, etwa dem Japanischen Staudenknöterich, die ausgehend vom Bahndamm und von Bächen damit beginnen, die Felder der örtlichen Biobauern zu überwuchern. "Das Problem tritt seit fünf Jahren vermehrt auf und wird immer massiver. Das Unkraut überwuchert das Feld, wird mannshoch und die Kulturpflanzen drumherum sterben ab", schüttelt Friedrich Flödl vom gleichnamigen Biobauernhof in St. Michael den Kopf.
Seine Frau Elisabeth zeigt anhand einer ausgerissenen Pflanze die massiven Rhizome, das unterirdisch weit verzweigte und extrem ausdauernde Sprossachsensystem des Knöterichs. Diese dienen der Vermehrung und Speicherung von Nährstoffen. "Je mehr man ausreißt, desto stärker treiben sie", stellt die Landwirtin fest. Das Einzige was helfe, sei das ständige händische Mähen des Unkrauts mit Motorsense und Haue, weil die Pflanze dadurch geschwächt werde. Eine Sisyphusarbeit. Doch woher kommt das Problem? "Es fühlt sich niemand für die Flächen beim Bach und beim Bahndamm zuständig. Sie werden nicht gepflegt und der Knöterich kann wuchern", klagt Friedrich Flödl.
Frage der Haftung
Auch Biolandwirt Martin Jernej, dessen Felder ebenfalls bei St. Michael liegen, ärgert sich über die Neophyten. "Aufgrund des kalten Frühjahrs ist der Mais nicht richtig hochgekommen, das Unkraut schon. Mittlerweile ist ein ganzer Hektar überwuchert und man kann nichts dagegen machen", schildert er die Problematik. Dazu kommt die Frage, wer für den entstandenen finanziellen haftet. "Ich werde noch einmal bei der Versicherung anrufen, aber die ist eigentlich nur für Dürre- und Hagelschäden", hat Jernej wenig Hoffnung, dass ihm der zu erwartende Ernteausfall finanziell abgegolten wird. […]“
Die Neophyten-Problematik ist ein Nebeneffekt der Globalisierung. 63 % der europäischen Neophyten wurden absichtlich als Kultur- oder Zierpflanzen nach Europa eingeführt, das restliche Drittel wurde unbeabsichtigt eingeschleppt.[2] Am 14.07.2016 wurde im Amtsblatt der Europäischen Union die erste Liste invasiver gebietsfremder Arten von unionsweiter Bedeutung gemäß der Verordnung Nr. 1143/2014 veröffentlicht. Diese Liste ist seit 03.08.2016 in Kraft. Die Unionsliste enthält aktuell 66 invasive Tier- und Pflanzenarten, von denen 28 Arten in Österreich vorkommen.[3]
In diesem Zusammenhang richten die unterfertigten Abgeordneten an die Bundesministerin für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus folgende
Anfrage
1. Die Aufgabe der Bekämpfung der invasiven Pflanzen ist Landessache, wie arbeiten Sie mit den Bundesländern zusammen, um eine flächendeckende Bekämpfung sicherzustellen?
a. Wie koordinieren Sie die Bundesländer bei dieser Aufgabe?
2. Welche von diesen invasiven Pflanzen haben wir in Österreich im Griff und welche nicht?
3. Welche Maßnahmen werden bezüglich invasiver Pflanzen im öffentlichen Raum getroffen?
4. In welchen Gebieten kommen die einzelnen invasiven Pflanzen vor?
5. Gibt es Pläne diese Pflanzen wieder endgültig zu entfernen?
a. Falls ja, wie?
b. Falls nein, wie wollen Sie diese Pflanzen in ihrer Ausbreitung mindestens einschränken?
6. Wie werden die Landwirtinnen und Landwirte bei ihrem Kampf gegen invasive Arten unterstützt?
7. Wer übernimmt die Kosten der Landwirtinnen und Landwirte für den Kampf gegen diese invasiven Pflanzen?
8. Wer übernimmt die Kosten für die Ernteausfälle wegen den Neophyten?
9. Sind seit der letzten Änderung der Liste der invasiven Pflanzen weitere invasive Pflanzen, welche Probleme verursachen, dazu gekommen?
a. Wenn ja, welche?
b. Wenn ja, wird die Liste der invasiven Pflanzen angepasst?
10. Mit welchen Ausgaben zur Bekämpfung von invasiven Pflanzen in Österreich rechnen sie für das Jahre 2021?
11. Wie sind die Schätzungen für die Ausgaben für die Bekämpfung von invasiven Pflanzen in Österreich in den nächsten 5 – 10 Jahren?
12. Welche zehn invasiven Pflanzen verursachen den größten Schaden für die Landwirtschaft?
13. Welche zehn invasiven Pflanzen verursachen die höchsten Kosten und wie hoch sind diese pro Pflanzenart?