8927/J XXVII. GP

Eingelangt am 09.12.2021
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ANFRAGE

 

der Abgeordneten Rosa Ecker, MBA

und weiterer Abgeordneter

an den Bundesminister für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz betreffend Maßnahmen zur Suizidprävention

 

 

Vor allem bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen unter 30 Jahren führen verschiedenste gesellschaftliche Entwicklungen (beispielsweise Leistungsdruck im schulischen Bereich, familiäre Konflikte etc.) leider immer häufiger zu Suiziden. Diverse Anfragebeantwortungen (u.a. 5441/AB vom 16.04.2021) an Ihre Ministerkollegin im Bundesministerium für Frauen, Familie, Jugend und Integration zeigen, dass allein im Jahr 2020 in Österreich zehn Suizide minderjähriger Personen und 86 Suizide von Personen im Alter von 18 bis 30 Jahren verzeichnet wurden – eine erschreckend hohe Anzahl, die durch die Wirren der aktuellen Covid-19 Pandemie eventuell noch steigen könnte.

 

Diverse Beratungsstellen und Hotlines wie beispielsweise „Rat auf Draht“ sind gut geschulte und qualifizierte Anlaufstellen für Personen, die „Suizidgedanken“ bzw. „Suizidabsichten“ äußern und akut Hilfe benötigen. Laut der oben angeführten Anfragebeantwortung wurden allein bei der Hotline „Rat auf Draht“ im Jahr 2020 1.176 Beratungen durchgeführt, im Laufe derer „Suizidgedanken“ bzw. „Suizidabsichten“ geäußert wurden. An dieser Stelle stellt sich nun die Frage, welche weiteren Plattformen es gibt und welche koordinierten Maßnahmen zur Suizidprävention seitens Ihres Ministeriums existieren bzw. zukünftig geplant sind.

 

 

In diesem Zusammenhang richten die unterfertigten Abgeordneten an den Bundesminister für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz nachstehende

 

 


 

Anfrage

 

 

1)    Welche Maßnahmen zur Suizidprävention in Österreich existieren momentan? Bitte um Auflistung nach Name und Plattform/Zugriffsmöglichkeit (Homepage, App, Hotline etc.).

2)    Wie hoch waren die Ausgaben diesbezüglich Ihrerseits in den Jahren 2016 bis 2021? Bitte um Auflistung nach Jahren.

3)    Welche konkreten Maßnahmen kann sich Ihr Ministerium vorstellen, um einen weiteren Anstieg an Suiziden zukünftig effektiv eindämmen zu können?

4)    Wann kann mit der Umsetzung dieser Maßnahmen gerechnet werden?

5)    Mit welchen anderen Ministerien stehen Sie seit wann im permanenten Austausch bezüglich Planungen und Umsetzungen zur Minimierung von Suiziden in Österreich und wie sieht dieser Austausch im Detail aus?

6)    Steht Ihr Ministerium mit anderen Organisationen (außer oben genanntem „Rat auf Draht“) bezüglich weiterer Maßnahmen und Pläne beziehungsweise einer etwaigen gemeinsamen Vorgehensweise in Kontakt?

a.    Wenn nein, warum nicht?

b.    Wenn ja, um welche Organisationen handelt es sich diesbezüglich und wie sieht dieser Austausch im Detail aus?

c.    Wenn ja, welche konkreten Maßnahmen beziehungsweise Pläne konnten Sie diesbezüglich bisher ausarbeiten beziehungsweise umsetzen?

d.    Wann kann mit der konkreten Umsetzung weiterer Maßnahmen beziehungsweise Pläne gerechnet werden?