Eingebracht von: Zipko, Andrea
Eingebracht am: 19.05.2021
Da geht die Reise hin
Nur ja nicht das große Ganze aus den Augen verlieren.
„ID2020“ heißt das Projekt, das lange schon global vorangetrieben wird, und zwar von einem Bündnis aus Hightech- und Finanzgiganten, von den Gates und den Rockefellers dieser Zeit.
Das Ziel ist, dass wir allesamt ganzheitliche „digitale Identitäten“ werden; all das natürlich unter dem schleißigen Vorwand einer Philanthropie.
Impfstatus, Gesicht, Iris, Fingerabdruck, Krankengeschichte, Steuerbescheid, Klickverhalten, Herkunft, Reisebewegung, Zeugnisse, Vorstrafen, Erwerbsbiographie, Einkommen, Kreditwürdigkeit… alles wollen die ID2020-Planer in einen großen Datenmixer schmeißen und milliardenfach individuelle Profile erstellen, die sich vielfältig nutzen und missbrauchen lassen.
Spannend auch im Hinblick auf Migrationsbewegungen, weil man mit ausreichender Datenmenge automatisch fingierte Vorwände frei Haus geliefert bekommt, um die Elenden draußen zu halten, oder die Bittsteller am Arbeitsamt klein.
Oder um politische Gegner und Aktivisten zu sekkieren, mit allfälligem Dreck zu bewerfen, nur so zum Beispiel – also nix da neue Menschenfreundlichkeit.
Und wer weiß, was für Pflichten im Sinne einer Volksgesundheit noch auf einen warten, wenn nun quasi jeder Körper zur digitalen Disposition steht?
Noch dazu unter den Vorzeichen einer allumfänglichen Verwertungslogik, wo sich die Gewinne der Wenigen verlässlich zulasten der Restwelt errechnen; wo permanent am Gemeinwohl, am Gesundheitssystem eingespart wird; wo die Menschen nur nach Nutzenrechnungen leben und krank werden dürfen.
Ja, SO planen und gestalten Technokraten die Welt.
In naher Zukunft sollen wir wohl alle als verpixeltes Risiko auf dieser urkapitalistischen Welt umherwandeln; lauter kleine Pixelpunkte auf dem großen Flatscreen der größenwahnsinnigen Machermenschen.
Eine wahrlich flache Welt wäre das; nicht rund und lebendig wie es ihren wahren Möglichkeiten entspricht, und beängstigend.
Die ganze Welt ein Sperrgebiet und nur noch mit Vorbehalt und mit Passierschein zu betreten.
Immer deutlicher läuft alles darauf hinaus, dass wir da hinkommen, in diese Dystopie.
Auffallend gut fügen sich da doch die aktuellen ‚Öffnungspläne‘ mit Test- und Impfnachweis ein - und der 'Grüne Pass' erst!
Corona stampft den Boden zurecht, auf dem diverse Überwachungspläne in den Himmel wuchern.
Gastronomie, Reisen, Kultur: Alles soll sich fortan hinter wehrhaften Checkpoints verstecken, vor denen man sich erst beweisen und ausweisen muss, um unter Umständen hineinzugelangen.
So manche ‚Verschwörungstheorie‘ wird oft schon schneller zur eingeschworenen Praxis als man „Fake News!“ meutern kann.
Dazu diese Novelle, die zeigt, dass es in Wirklichkeit noch viel schlimmer steht.
Beim Durchsehen der Paragraphen werden die übelsten Befürchtungen noch übertroffen.
Unter dem Deckmantel der Pandemiebekämpfung wird die digitale Durchleuchtung aller Bürger überdeutlich und erschreckend unverblümt vorangetrieben.
Dabei nicht nur neugierig, sondern gar misstrauisch blickt man auf einen jeden Bürger hin.
Dieser soll sich fortan ständig als gesund beweisen und zudem standardmäßig seine Daten liefern – das ist in mehrfacher Hinsicht eine tragische Umkehr gewichtiger Prinzipien und Grundsätze.
Schnurstracks wendet man sich hier auch gleich den hochsensiblen Datensätzen zu: Krankenstand, Bildungsstand, Erwerbsverläufe…
„Gesundheits-, sozial-, erwerbs- und bildungsstatistische Merkmale“ werden nunmehr relevant, so heißt es im Gesetzestext.
An einem zentralen Orten gespeichert und zusammengeführt soll schließlich alles werden.
ID2020 scheint nun gar nicht mehr weit.
Die Pandemie gerät zum Experimentierfeld auch in puncto Totalüberwachung und Totalvermessung. Die Bürger sollen systematisch und immerfort ausgeleuchtet werden.
Von der digitalen Identität sind wir offensichtlich nur noch einen Steinwurf entfernt – und der Stein fliegt schon.
Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie zunächst den Duden.
Wohl ist man sich bei der Gesetzgebung bewusst, dass erhebliche Gefahren lauern, wo man einen derart immensen Datensalat anrichtet.
Man weiß, dass da unter Umständen immer auch jemand Unberechtigtes mitnaschen könnte; es könnte leicht sein, dass sich die Daten verirren und verkleckern.
Ist es nun mal so, dass es dem Menschen auf die eine oder andere Weise zum Nachteil gereicht, wenn er gläsern wird. Das Menschliche wird starr und kalt und durchsichtig.
Und der Mensch wird zerbrechlich.
Die Ansätze dieser Gefahren umreißt man in der Novelle mit dem Begriff des potentiellen „Data Breach“.
Also im Falle einer Datenpanne, eines Datenlecks (oder was auch immer) könnte es etwa geschehen, dass „…Daten zu aktuellen und überstandenen COVID-19-Infektionen und Daten zu Impfungen gegen COVID-19 einem größeren Personenkreis bekannt werden.“
„Es besteht die Gefahr, dass Gesundheitsdaten in die Hände Unberechtigter geraten.“
Des Weiteren denkbar sind „Identitätsdiebstahl oder -betrug“, „finanzielle Verluste“ und „Diskriminierung“.
Und Diskriminierung dort, wo’s den Lohnabhängigen besonders weh tut:
„Nicht gegen COVID-19 geimpfte Personen, die sich hätten impfen lassen können, könnten ebenfalls beruflichen Nachteilen ausgesetzt sein, indem sie etwa eine Arbeit nicht bekommen, ihnen die Arbeit im Team verweigert wird oder Geschäftspartner die Zusammenarbeit ablehnen.“
„Schließlich kann es zu beruflichen Nachteilen und damit verbunden finanziellen Verlusten im Zusammenhang mit einer Genesung kommen, wenn dem Genesenen „Long Covid"-Symptome, also vor allem Erschöpfung und Konzentrationsschwäche und damit einhergehend eine geringere berufliche Leistungsfähigkeit unterstellt werden.“
Viele bedenkliche Punkte werden da aufgelistet.
Gute Gründe, von Big Data abzurücken, aber nein. Man hält daran fest.
Unkalkulierbare Gefahren werden mit dem immergleichen lapidaren Satz zur Seite gewischt:
„Aufgrund der getroffenen Abhilfemaßnahmen lassen sich die Risiken mitigieren“ - das steht da sicher ein paar dutzend Mal in dieser Novelle drin.
Hier kommt der Duden ins Spiel.
„Mitigieren“, das bedeutet abschwächen, mildern.
Ist als Wort ungefähr so schwach wie die getroffenen Abhilfemaßnahmen, die man gar nicht erst treffen müsste, würde man einen derart fatalen Irrsinn nicht in Gesetzesform gießen.
Man kann schon ohne weiteres sagen: Eine Pandemie technokratischer Ausprägung rollt auf uns zu, ohne dass wir es sehen (sollen).
Ist sowas wie der ‚grüne Pass‘ erst mal eingeführt, sind die entsprechenden Strukturen und Checkpoints einmal geschaffen, wird man diese gewiss nicht so schnell wieder abmontieren (allein wegen der Amortisation).
Vielmehr wird man wohl immer neue Aspekte aufwerfen, die eine solche Überwachung auch langfristig rechtfertigen, etwa eine ‚Terrorgefahr‘ oder sonst eine Kriminalität.
Irgendwas ist ja immer, und alles - besonders Überwachung - lässt sich auch immer irgendwie schönreden und -rechnen.
Ist wie ein Fieberwahn, und unser Land ist dem Fieber offensichtlich schon anheimgefallen, hat sich anstecken lassen.
Dieser Überwachungsvirus könnte sich im Nu global ausbreiten und nicht mehr weggehen.
„Patient 0 war Israel. Österreich hat sich sogleich infiziert und auch seinen Bürgern die giftgrünen Pässe in die Hand gedrückt“, wird man im Nachhinein vielleicht urteilen.
Es geht um viel, um Leben und Freiheit.
Ich verwehre mich vehementest dagegen, dass meine sämtlichen Lebensaspekte irgendwo als Datenhaufen systematisch zusammengeführt und bewertet werden.
Ich will kein gläserner Bürger sein.
Es darf auch nicht normal sein, dass ein jeder Schritt, den ich in meinem Leben tue, (digitale) Spuren hinterlässt.
Weiß man doch, diese Spuren lassen sich nicht einfach so ausradieren und können, je nach Lesart, immer auch verhängnisvoll interpretiert werden.
In welches Geschäft, Gasthaus, Museum, Kino man hineingeht: allem lässt sich nach Bedarf und nach Belieben auch ein bedeutungsschweres Gewicht anhängen.
Nichts stelle ich mir unfreier vor als eine solche Freiheit.
Diese Freiheit stinkt.
Freiheit lässt sich nun mal nicht im App-Store runterladen und mit Daten bezahlen.
Eine Freiheit, die man sich erst verdienen muss, ist dann auch gar kein Grundrecht mehr.
Ist halt schon arg hinterhältig, wenn man darüber nachdenkt.
Erst nimmt man den Menschen ihre angeborenen, angestammten Freiheiten aus der Hand und hofft nun darauf, dass sie mit der Zeit mürbe genug sind, sich eine schlechte Kopie teuer zurückzukaufen.
Die fahle Freiheitskopie soll nun wohl das berüchtigte ‚neue Normal‘ werden.
Normal wird, was man nur lang genug normiert hat, wie so oft.
Aber nicht für mich.
Dieser Virus verspricht vielleicht einen grausamen Tod, aber dieser technokratische Überwachungsumbau verspricht direkt ein grausames Leben.