Sehr geehrte Damen und Herren,
hier
die Stellungnahme zur UG-Novelle der StV. Deutsch Lehramt der Universität
Innsbruck:
Die UG-Novelle enthält teilweise Neuerungen, die begrüßenswert
sind, jedoch auch einige Veränderungen, die sauer aufstoßen:
Eine Mindeststudienleistung von 24 ECTS auf zwei Jahre scheint anfangs nicht
viel zu sein, jedoch erschwert es die Belegung mehrerer Studien und bildet
wieder eine kleine Hürde. Es scheint gewollt zu sein, dass möglichst
nur ein Studium und das so schnell als möglich absolviert werden soll. Stromlinienförmig
studieren und Scheuklappen aufsetzen nicht vergessen! Studierende werden damit
zu “Plichtaufgabenabhakern” degradiert, die es sich nicht mehr
leisten können nach links oder rechts zu schauen. Für uns stellt die
Novelle einen weiteren kritisch zu sehenden Schritt von Bildung zur Ausbildung
dar.
Weiters lehnen wir eine Verminderung der anzubietenden Prüfungstermine ab, da sie nicht im Sinne der Studierenden ist.
Wir befürchten, dass durch die Neuerungen vor allem Studierende, die es jetzt schon schwer haben, arbeiten müssen oder Betreuungspflichten haben, systematisch aus dem Studium gedrängt werden. Für uns ist das nicht im Sinne einer Politik, die auf Bildungs- und Chancengerechtigkeit Wert legt.
Der gewählte Zeitpunkt für die Novelle mitten in einer Pandemie, in der Diskussion und Diskurs nur erschwert möglich sind, sehen wir ebenfalls kritisch.
Mit freundlichen
Grüßen
Hellbert Matteo, StV. Deutsch Lehramt, Universität Innsbruck