Auf Einladung des Präsidenten des Nationalrates haben Betriebe und Institutionen aus ganz Österreich Lehrlinge nominiert und entsandt, um am Lehrlingsparlament teilzunehmen. Die TeilnehmerInnen kommen aus folgenden Betrieben und Institutionen: BFI Kärnten, Buchdruckerei Lustenau, Modehaus Sagmeister, Österreichische Gesundheitskasse, Offsetdruckerei Schwarzach, Parlamentsdirektion, Stadt Dornbirn, Tiroler Fachberufsschule Lienz, Thurnher Druckerei, Wiener Linien.

*****

Generelle Informationen zum Lehrlingsparlament: www.reininsparlament.at

*****

Tagesablauf

9 Uhr bis 9.20 Uhr: Begrüßung, Klubzulosung der Abgeordneten zum Nationalrat

(Klub Gelb, Weiß, Orange, Violett)

8.30 Uhr bis 11.45 Uhr: Klub- und Ausschusssitzungen (Teil 1)

(Welche Meinung vertritt mein Klub? Wie denken die anderen Klubs über das Thema?)

11.45 Uhr bis 12.30 Uhr: Mittagspause

12.30 Uhr bis 14.15 Uhr: Klub- und Ausschusssitzungen (Teil 2)

(Sind Kompromisse mit anderen Klubs möglich? Wie bereite ich meine Rede für das Plenum vor?)

*****

Ab 15 Uhr:

Plenum und Abstimmung

Reden, Debatten und Abstimmung über die Gesetzesvorlage

Wie werde ich mich, wie wird sich mein Klub entscheiden? Wird die Gesetzesvorlage angenommen oder abgelehnt?

*****

Zusätzlich gibt es professionelles Feedback von den PolitikerInnen.

 

Thema des Lehrlingsparlaments am 24. Mai 2022:
Lehrlingsausbildung

 


 

Beginn der Sitzung: 15.12 Uhr

Präsident Dr. Harald Dossi: Die Sitzung des heutigen Lehrlingsparlaments ist eröffnet.

Ich möchte neben allen Jungabgeordneten und Abgeordneten zum Nationalrat sowie den Zuseherinnen und Zusehern hier im Plenarsaal auch all jene herzlich begrüßen, die uns heute online zusehen.

Es freut mich, dass ich als Parlamentsdirektor in Vertretung des Herrn Präsidenten des Nationalrates, der leider verhindert ist, diese Sitzung heute leiten darf. Der Herr Präsident, den Sie ja gestern per Videozuschaltung gesehen und gehört haben, lässt Sie herzlich grüßen und wünscht Ihnen und uns alles Gute für diese Sitzung.

Besonders freut es mich, dass das Lehrlingsparlament nach zweijähriger Coronapause heute wieder stattfinden kann.

Die einzelnen Gruppen haben mit Unterstützung der Abgeordneten zum Nationalrat Andreas Minnich von der ÖVP, Eva Maria Holzleitner von der SPÖ, Peter Schmiedlechner von der FPÖ, Süleyman Zorba von den Grünen und Katharina Werner von den NEOS ihre Beratungen in Klub und Ausschuss erfolgreich abgeschlossen. Dafür möchte ich mich im Namen aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer schon jetzt sehr herzlich bedanken.

Als Nächstes haben Sie die Möglichkeit, hier im Plenum Ihre Standpunkte in einer Rede darzustellen und am Ende darüber abzustimmen und somit einen neuen Gesetzesbeschluss zu fassen.

Ich möchte Sie noch darauf hinweisen, dass auf Ihren Plätzen Karten in den jeweiligen Klubfarben liegen. Wenn Sie auf eine Rednerin oder einen Redner etwas direkt erwidern möchten, heben Sie deutlich dieses Kärtchen. Ein Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin der Parlamentsdirektion wird dann mit einem Mikrofon zu Ihnen kommen. Sagen Sie dann bitte zuerst laut und deutlich Ihren Namen und Ihren Klub und dann Ihre Erwiderung. Jeder Klub kann maximal drei dieser Karten heben.

Bevor wir die Debatte beginnen, sind noch einige Punkte bekannt zu geben. Folgender Punkt steht auf der heutigen Tagesordnung: Bericht des Ausschusses des Lehrlingsparlaments über die Gesetzesvorlage betreffend ein Bundesgesetz, mit dem das Berufsausbildungsgesetz geändert wird, Lehrabschlussprüfungsvorbereitungs-Gesetz, 2 der Beilagen.

Redezeitbeschränkung

Präsident Dr. Harald Dossi: Für die heutige Sitzung des Lehrlingsparlaments wurde eine Gesamtredezeit von 60 Minuten festgelegt. Auf die einzelnen Klubs entfallen folgende Blockredezeiten: Violett 13 Minuten, Orange 12 Minuten, Weiß ebenfalls 12 Minuten und schließlich Gelb 11 Minuten.

Die Aufteilung der Redezeit auf die einzelnen Rednerinnen und Redner wurde den Klubs selbst überlassen, wobei die Redebeiträge der Abgeordneten jeweils die Dauer von 3 Minuten nicht überschreiten sollen. Ganz generell ersuche ich Sie, diese freiwilligen Zeitlimits einzuhalten, um möglichst allen gemeldeten Rednerinnen und Rednern die Möglichkeit zu geben, sich aktiv an der Debatte zu beteiligen.

Ich mache auch noch darauf aufmerksam, dass 1 Minute vor Ende der Redezeit das rote Lämpchen auf dem Rednerpult zu blinken beginnt und bei Überschreitung der Redezeit durchgehend rot leuchten wird.

1. Punkt

Bericht des Ausschusses des Lehrlingsparlaments (2 der Beilagen) betreffend ein Bundesgesetz, mit dem das Berufsausbildungsgesetz geändert wird, Lehrabschlussprüfungsvorbereitungsgesetz (1 der Beilagen)

Präsident Dr. Harald Dossi: Meine Damen und Herren! Wir gehen nunmehr in die Tagesordnung ein und gelangen zum 1. Punkt der Tagesordnung.

Berichterstatterin ist Frau Abgeordnete Milica Radumilo. – Ich bitte Sie um den Bericht.

Berichterstatterin Milica Radumilo: Bericht des Ausschusses des Lehrlingsparlaments über die Gesetzesvorlage betreffend ein Bundesgesetz, mit dem das Berufsausbildungsgesetz geändert wird:

Die Bundesregierung hat einen Gesetzentwurf vorgelegt, um die Bedingungen für die Kandidatinnen und Kandidaten zur Vorbereitung auf die Lehrabschlussprüfung zu verbessern.

Der Ausschuss des Lehrlingsparlaments hat diese Gesetzesvorlage in seiner Sitzung am 24. Mai 2022 in Verhandlung genommen. Im ersten Teil der Sitzung haben sich die Abgeordneten Milica Radumilo, Marlene Kröpfl, Marius Rössler, Sabrina Göritzer, Kira Stepan, Berat Gürel, Lorenz Weber, Pascale Fischer, Thomas Trippolt und Denise Grögor zu Wort gemeldet. Sie haben die Positionen ihrer Klubs erklärt und Verhandlungspunkte präsentiert.

Der Klub Violett sprach sich für vier verpflichtende Vorbereitungsstunden pro Woche aus. Diese sollen von den Einrichtungen angeboten werden, die die Lehrabschlussprüfungen durchführen. Der Klub Orange betonte, dass die Vorbereitungskurse freiwillig besucht werden sollen, damit werde die Motivation gesteigert. Der Klub Weiß wollte die Vorbereitungskurse in den Betrieben durchführen. Der Klub Gelb sprach vor allem die Frage der Kosten der Abschlussprüfung an. Alle Klubs unterstützten die Idee, eine Prüfungssimulation anzubieten. Zudem sollte die Vorbereitungszeit nicht vom Jahresurlaub abgezogen werden.

Im zweiten Teil der Sitzung brachten die Klubs Violett und Weiß sowie die Klubs Gelb und Orange jeweils einen Abänderungsantrag ein. Violett-Weiß forderte, dass die Berufsschulen in Zusammenarbeit mit den Lehrlingsstellen das Kursprogramm in den vier Monaten vor der Lehrabschlussprüfung anzubieten haben. Die Teilnahme soll verpflichtend sein und das Kursprogramm muss eine Prüfungssimulation enthalten. Gelb-Orange wollte, dass der Vorbereitungskurs grundsätzlich freiwillig zu absolvieren sei. Im Fall, dass die Lehrabschlussprüfung nicht geschafft werde, sollte ein Kursbesuch eine verpflichtende Voraussetzung für den zweiten Antritt sein.

An der Debatte beteiligten sich die Abgeordneten Sabrina Göritzer, Marius Rössler, Milica Radumilo, Marlene Kröpfl, Berat Gürel und Thomas Trippolt.

Bei der Abstimmung wurde der in der Gesetzesvorlage enthaltene Gesetzentwurf unter Berücksichtigung des oben erwähnten Abänderungsantrages der Klubs Violett-Weiß mit Stimmenmehrheit – dafür: Violett, Weiß; dagegen: Gelb, Orange – beschlossen.

Der Abänderungsantrag von Gelb-Orange fand keine Mehrheit – dafür: Gelb, Orange; dagegen: Violett, Weiß.

Als Ergebnis seiner Beratungen stellt der Ausschuss des Lehrlingsparlaments somit den Antrag, das Lehrlingsparlament wolle dem angeschlossenen Gesetzentwurf die verfassungsmäßige Zustimmung erteilen. – Danke. (Allgemeiner Beifall.)

Präsident Dr. Harald Dossi: Ich danke der Berichterstatterin für ihre Ausführungen.

Diskussion

Präsident Dr. Harald Dossi: Wir gehen nunmehr in die Debatte ein.

Die Klubs sind übereingekommen, dass die Debatte in drei Themenbereiche gegliedert wird: Zunächst werden die Rednerinnen und Redner grundsätzlich zum Thema Lehrlingsausbildung sprechen. In einem zweiten Block wird die vorgeschlagene Änderung des Berufsausbildungsgesetzes diskutiert. In einem dritten Block werden schließlich weitere, darüber hinausgehende Maßnahmen behandelt.

Themenblock 1: Grundsätzliches zum Thema Lehrlingsausbildung

Präsident Dr. Harald Dossi: Wir beginnen nun mit der Diskussion über Grundsätzliches zum Thema Lehrlingsausbildung.

Zu Wort gemeldet hat sich Herr Mario Kirac vom Klub Orange. – Herr Abgeordneter, Sie haben das Wort.

15.21

Abgeordneter zum Lehrlingsparlament Mario Kirac (Orange): Sehr geehrter Herr Vorsitzender! Sehr geehrte Damen und Herren! Hohes Haus! Mein Name ist Mario Kirac, ich bin Klubvorsitzender vom Klub Orange.

Als Erstes möchte ich mich bei unserer Klubbegleiterin und bei Herrn Abgeordneten Zorba für das Begleiten durch die letzten zwei Tage bedanken. Es war eine spannende Herausforderung, die sehr viel Spaß gemacht hat.

Wir haben zwei Gesetzesvorschläge bekommen, welche wir ergänzt haben. Wir haben viel diskutiert und haben versucht, diese Gesetzesvorschläge so gut wie möglich zu ergänzen. In den beiden Ausschusssitzungen wurde heiß diskutiert und es gab viele verschiedene Meinungen. In den Koalitionsverhandlungen haben wir mit dem Klub Gelb einige Parallelen festgestellt und uns für eine Zusammenarbeit entschieden. – Ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall.)

15.22

Präsident Dr. Harald Dossi: Als Nächste zu Wort gemeldet ist Frau Abgeordnete Seher Erdem vom Klub Violett. – Frau Abgeordnete, Sie haben das Wort.

15.23

Abgeordnete zum Lehrlingsparlament Seher Erdem (Violett): Sehr geehrter Herr Vorsitzender! Sehr geehrte Damen und Herren! Hohes Haus! Mein Name ist Seher Erdem und ich bin die Obfrau vom Klub Violett, Sicherheit und Verantwortung. Unser Klub besteht aus Lehrlingen aus vier verschiedenen Bundesländern, nämlich Kärnten, Oberösterreich, Vorarlberg und Wien.

Wir haben uns auf die Lehrabschlussprüfung fokussiert, da uns aufgefallen ist, dass die Regelungen von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich sind.

Für mich war es recht spannend, als Klubvorsitzende eine neue Herausforderung anzunehmen. Das, was ich beobachten konnte, war, dass es anfangs zu Meinungsverschiedenheiten gekommen ist, dennoch gab es am Ende des Tages Einstimmigkeit. Vor allem war es auch interessant, unser Wissen mit den Lehrlingen aus verschiedenen Bundesländern auszutauschen und die Wege zur Lehrabschlussprüfung zu vergleichen. Man kann da auch heraushören, dass viel kommuniziert und auch im Team gearbeitet wurde.

Während der Teamarbeit sind auch verschiedene Fragen aufgetaucht, wie zum Beispiel: Wie geht es denn nach der Lehre weiter? Wieso überhaupt eine Lehre?, und: Wie sieht es jetzt mit der neuen Lehrabschlussprüfung aus? – Wir haben uns intensiv mit der dritten Frage beschäftigt.

Um die Situation für die Lehrabschlussprüfung zu verbessern beziehungsweise den Lehrlingen die Ängste und Sorgen zu nehmen, bringen wir einen Abänderungsantrag ein. Mit diesem fordern wir, dass die Berufsschulen in Zusammenarbeit mit den Lehrlingsstellen, also WKO, Wifi, BFI und Lehrbetriebe, ein Kursprogramm im Ausmaß von einer Arbeitswoche anbieten sollen. Es soll in den vier Monaten vor der Lehrabschlussprüfung stattfinden. Die Teilnahme wird verpflichtend sein.

Wie sind wir überhaupt zu dem Gesetzentwurf gekommen? – Wir als Klub Violett haben uns die Daten zum Qualitätsmanagement in der Lehrlingsausbildung vom Jahr 2020 genauer angesehen. Im Jahr 2020 haben knapp 34 000 Lehrlinge die Lehre beendet. 16,4 Prozent davon, das sind rund 5 580 Lehrlinge, haben die Lehre abgebrochen, das waren also Lehrabbrecher, und knapp 28 500 haben die Lehre abgeschlossen – 89,3 Prozent davon positiv, 6 Prozent negativ und 4,7 Prozent, also fast 1 340 Lehrlinge, sind gar nicht angetreten.

Ich hoffe auf breite Zustimmung von allen Klubs zu diesem Vorschlag, um das Qualitätsmanagement in der Lehrausbildung zu verbessern und eine höhere Erfolgsquote zu erzielen. – Vielen Dank. (Beifall.)

15.25

Präsident Dr. Harald Dossi: Frau Abgeordnete, ich bedanke mich für Ihren Redebeitrag und gehe davon aus, dass der Abänderungsantrag, den Sie in Ihrer Rede angesprochen haben, sich auf den bezieht, den Sie im Ausschuss eingebracht haben.

Als Nächstem erteile ich Herrn Dominic Giesinger das Wort. – Bitte.

15.26

Abgeordneter zum Lehrlingsparlament Dominic Giesinger (Gelb): Sehr geehrter Herr Vorsitzender! Sehr geehrte Damen und Herren! Hohes Haus! Mein Name ist Dominic Giesinger vom Klub Miteinander und Gemeinschaft.

Wir vom Klub Miteinander und Gemeinschaft setzen uns in besonderer Weise für sozialökonomisch benachteiligte Gesellschaftsschichten ein. Unsere Werte beinhalten Zusammenhalt, Verständnis, Freiheit und Toleranz. Diese Werte sind für uns essenziell und wichtig.

Unser Klub brachte von Anfang an Argumente ein, die für unsere Werte stehen. Die letzten zwei Tage nutzten wir sehr intensiv, um unsere Werte zu formen und zu 100 Prozent beizubehalten. Für uns war es von Beginn an wichtig, dass die gemeinsamen Entscheidungen des Klubs für alle in Ordnung sind. Der Gesetzesvorschlag ging zum einen in die richtige Richtung, jedoch konnten wir mit vielen Argumenten im Gesetz nichts anfangen. Deswegen kann ich nur an andere Klubs appellieren: Bleibt euren Werten treu! – Danke schön. (Beifall.)

15.27

Präsident Dr. Harald Dossi: Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Martin Waldauf. – Herr Abgeordneter, bitte.

15.27

Abgeordneter zum Lehrlingsparlament Martin Waldauf (Weiß): Sehr geehrter Herr Vorsitzender! Sehr geehrte Damen und Herren! Hohes Haus! Mein Name ist Martin Waldauf, ich komme aus Osttirol und bin Vorsitzender des Klubs Weiß.

In den letzten zwei Tagen durfte ich in die Rolle eines Politikers schlüpfen. Es waren zwei sehr interessante und informative Tage. Die Klubarbeit war sehr spannend. Wir haben viel diskutiert, viele Erfahrungen ausgetauscht und unsere Klubpositionen gefunden. Begleitet wurden wir von Marie und Eva Maria, die uns perfekt durch die Tage geführt haben.

Wir als Klub Freiheit und Toleranz wollen uns besonders für mehr Mitspracherecht und Partizipation von betroffenen Personengruppen einsetzen. Freie Entscheidungskraft, Gleichberechtigung und ein gutes Leben für alle sind unsere Grundwerte. Insbesondere wollen wir uns für junge Menschen einsetzen. Unser Motto ist: Für unsere gemeinsame Zukunft.

Unser Klub Weiß ist dafür, dass sich Lehrpersonen laufend aus- und weiterbilden. Wir alle wissen, wie wichtig qualifizierte Fachkräfte für unsere Wirtschaft sind. Wir als Klub Weiß sind außerdem dafür, dass es in jedem Lehrbetrieb Ansprechpartner für Lehrlinge gibt. Sie sollen fachlich kompetent und erreichbar sein.

Außerdem möchte ich noch etwas zum Thema geregelte Arbeitszeiten sagen: Lehrlinge sollten möglichst wenig bis gar keine Überstunden leisten müssen. Sollten Überstunden geleistet werden, dann müssen diese innerhalb von zwei Wochen wieder abgebaut werden.

Weiters wünschen wir uns faire Übernahmechancen für alle Lehrlinge. Das heißt, wir fordern eine längere Behaltefrist und Unterstützung beim Finden von neuen Arbeitsstellen und beim Bewerben in neuen Betrieben.

Abschließend möchte ich betonen, dass wir Lehrlinge die Fachkräfte von morgen sind und unsere Anliegen gehört werden müssen. Das Lehrlingsparlament gab uns die Möglichkeit, Vorschläge auszuarbeiten. Werte Politikerinnen und Politiker, nehmen Sie bitte unsere Vorschläge ernst! – Vielen herzlichen Dank. (Beifall.)

15.31

Präsident Dr. Harald Dossi: Ich danke Ihnen für Ihre Ausführungen, Herr Abgeordneter.

Nunmehr erteile ich als letztem Redner zum ersten Block Herrn Abgeordneten Mihajlo Lesic vom Klub Orange das Wort. – Bitte, Herr Abgeordneter.

15.31

Abgeordneter zum Lehrlingsparlament Mihajlo Lesic (Orange): Sehr geehrter Herr Vorsitzender! Sehr geehrte Damen und Herren! Hohes Haus! Mein Name ist Mihajlo, ich bin der Pressesprecher des Klubs Orange, Bildung und Wissen. Mein Klubsprecher hat Ihnen über die zwei vergangenen Tage erzählt und ich würde gerne über die Anträge reden.

Zuallererst lag ein Gesetzesvorschlag vor, den wir debattiert haben. Wir haben uns den Vorschlag angeschaut, auch diskutiert und Lösungsvorschläge eingebracht, die Ihnen mein Kollege und meine Kollegin vorstellen werden.

Es hat mir und, wie ich glaube, euch allen in den letzten zwei Tagen sehr viel Spaß gemacht. – Danke für eure Aufmerksamkeit. (Beifall.)

15.32

Präsident Dr. Harald Dossi: Herr Abgeordneter, vielen Dank für Ihre Ausführungen.

Ich möchte abschließend noch die Frage stellen, ob es zu diesem Themenblock Erwiderungen gibt. – Nein.

Themenblock 2: Gesetzesvorlage

Präsident Dr. Harald Dossi: Nun kommen wir zum zweiten Diskussionsblock, in dem die Gesetzesvorlage über die Änderung des Berufsausbildungsgesetzes (Lehrabschlussprüfungsvorbereitungs-Gesetz) und Ihre Änderung im Ausschuss behandelt wird.

Zu Wort gemeldet hat sich Frau Abgeordnete Denise Miriam Grögor vom Klub Orange. – Bitte, Frau Abgeordnete.

15.33

Abgeordnete zum Lehrlingsparlament Denise Miriam Grögor (Orange): Sehr geehrter Herr Vorsitzender! Sehr geehrte Damen und Herren! Hohes Haus! Mein Name ist Denise Grögor vom Klub Orange. Ich war in der Funktion als Mitglied des Ausschusses tätig und ich möchte Ihnen gerne unseren Abänderungsantrag erörtern und begründen, warum wir Änderungen vorgenommen haben.

§ 21a: „Zur Vorbereitung auf die Lehrabschlussprüfung bieten die Berufsschulen in Zusammenarbeit mit den Lehrlingsstellen ein Kursprogramm im Ausmaß von einer Arbeitswoche für die Schülerinnen und Schüler des letzten Berufsschuljahres an.“

Uns war es wichtig, dass die Lehrlinge von Fachkräften auf die Lehrabschlussprüfung vorbereitet werden, um die besten Erfolge zu erzielen. § 21a Abs. 2: Kandidatinnen und Kandidaten für die Lehrabschlussprüfung, die beim ersten Antritt nicht bestehen, müssen den Vorbereitungskurs gemäß Absatz 1 verpflichtend absolvieren.

Unser Klub steht für die Freiwilligkeit. Wir sind überzeugt davon, dass Lehrlinge ab einem bestimmten Alter Verantwortung übernehmen können. Aus diesem Grund bleibt der Kurs vor dem ersten Versuch auf freiwilliger Basis. Bei Nichtbestehen der ersten Prüfung wird der Kurs verpflichtend, um garantiert eine positive Prüfung zu erzielen.

Absatz 3: Im Monat vor der Lehrabschlussprüfung haben die Kandidatinnen und Kandidaten das Recht, bis zu 24 Stunden ihrer Arbeitszeit für die Prüfungsvorbereitung zu nehmen.

Wir haben darauf bestanden, eine Änderung von Prüfungsurlaub auf Arbeitszeit für die Prüfungsvorbereitung vorzunehmen. Somit entfällt eine Diskussion darüber, ob diese Zeit vom Gesamturlaub abgezogen wird oder nicht.

Diese Anliegen sind uns sehr wichtig und wir hoffen auf eine große Mehrheit. – Danke für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall.)

15.35

Präsident Dr. Harald Dossi: Ich danke Ihnen, Frau Abgeordnete.

Als Nächster erteile ich Frau Abgeordneter Elvisa Kushaj vom Klub Violett das Wort. –Frau Abgeordnete, Sie haben das Wort. Bitte.

15.35

Abgeordnete zum Lehrlingsparlament Elvisa Kushaj (Violett): Sehr geehrter Herr Vorsitzende! Sehr geehrte Damen und Herren! Hohes Haus! Liebe Zuseherinnen und Zuseher vor den Bildschirmen! Ich bin Elvisa Kushaj und bin Stellvertretende Vorsitzende des Klubs Violett. Hinter uns liegen zwei intensive Tage. Wir haben uns mit wichtigen Themen, die uns Lehrlinge betreffen, beschäftigt, damit, was wir auch für unsere Zukunft umsetzen wollen.

Es ist uns leider aufgefallen, dass nicht jeder Lehrling die gleichen Chancen auf Vorbereitungszeit für die Lehrabschlussprüfung hat, was sehr schade ist. Wir haben gesehen, dass manche Unterstützung, mehr Vorbereitungszeit, mehr Chancen haben wollen, damit die Lehrabschlussprüfung mit Erfolg absolviert werden kann.

Wir als Klub Violett sehen es als wichtig an, dass für alle Lehrlinge österreichweit Gleiches gelten soll, wie zum Beispiel eine Simulationsprüfung. Eine Simulationsprüfung ist eine gute Chance, um zu sehen, ob wir bereit sind, zur Lehrabschlussprüfung anzutreten. Es könnte eine verpflichtende und eine freiwillige Simulationsprüfung geben. Gesetzlich sollte auch ein Ergebnis, ein Feedback vorgesehen sein – das muss es geben –, sodass wir dann sehen, ob wir Unterstützung in manchen Bereichen brauchen oder nicht.

Dort, wo es noch hapert, können wir auch Personen, die Vorgänger als Lehrlinge waren, zur Unterstützung holen, die uns dann beraten, wie wir es besser machen können, ob wir uns Nachhilfe holen können und wie es für die Zukunft, für die Lehrabschlussprüfung sein soll.

Deswegen fordern wir als Klub Violett, dass für alle Lehrlinge gesetzlich geregelt werden soll: die gleiche Vorbereitungszeit – alle sollen die gleiche Chance haben – und die Simulationsprüfung, und zwar soll man die einmal freiwillig machen können und einmal auch gesetzlich verpflichtend machen müssen.

Es ist auch wichtig für unsere Zukunft, dass wir alle, alle Lehrlinge mit Lehrabschlussprüfung einen Titel – als Bürokauffrau oder je nachdem, welche Lehre gemacht wird – haben, denn durch eine Lehrabschlussprüfung bekommt man erstens mehr Gehalt, man hat zweitens eine Absicherung und kann so, wenn es gesundheitlich nicht klappt, auch etwas anderes machen.

Daher bitten wir um viele Stimmen von uns allen, denn es geht um unsere Zukunft, es geht um unsere Lehre, es geht um unseren Arbeitsweg. Wir bitten auch um viele Stimmen, damit wir es im Zusammenhang mit der Lehrabschlussprüfung leichter haben. – Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall.)

15.38

Präsident Dr. Harald Dossi: Vielen Dank, Frau Abgeordnete.

Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Zafer Cetinyürek. – Herr Abgeordneter, Sie haben das Wort.

15.38

Abgeordneter zum Lehrlingsparlament Zafer Cetinyürek (Gelb): Sehr geehrter Herr Vorsitzender! Sehr geehrte Damen und Herren! Hohes Haus! Mein Name ist Zafer Cetinyürek vom Klub Gelb. Miteinander und Gemeinschaft ist unser Thema und im Gegensatz zu anderen Klubs stehen wir auch zu den Werten, die wir uns gegeben haben.

Wir brauchen die Freiwilligkeit, damit jeder die Chance hat, genau die Unterstützung zu bekommen, die er braucht, und daher konnten wir in keiner Weise den verpflichtenden Kursen zustimmen.

Da unklar ist, ob die Kursstunden vom Jahresurlaub abgezogen werden, sind wir nicht einer Meinung mit der Gesetzesvorlage. Zusätzlich gibt es noch weitere Punkte, die in der Gesetzesvorlage für uns nicht passen und die wir mit unseren Werten nicht vereinbaren können.

Trotzdem waren die Erfahrungen im Ausschuss durch die vielen Diskussionen sehr lehrreich und interessant. Es waren zwei sehr spannende Tage im Lehrlingsparlament. Vielen Dank an alle Beteiligten. – Danke für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall.)

15.39

Präsident Dr. Harald Dossi: Vielen Dank, Herr Abgeordneter.

Als Nächste zu Wort gemeldet hat sich Frau Abgeordnete Lea Suntinger. – Frau Abgeordnete Suntinger, Sie haben jetzt das Wort.

15.40

Abgeordnete zum Lehrlingsparlament Lea Suntinger (Weiß): Sehr geehrter Herr Vorsitzender! Liebe Kolleginnen und liebe Kollegen! Mein Name ist Lea Suntinger vom Klub Weiß und ich stehe für Freiheit und Toleranz. Wir im Klub Weiß sind sehr froh, dass es Veränderungen im Berufsausbildungsgesetz gibt, trotzdem haben wir einige  weitere Veränderungen durchgeführt. Jeder Lehrling absolviert am Ende seiner Lehrjahre eine Lehrabschlussprüfung und besucht zuvor einen Lehrabschlussvorbereitungskurs, und deswegen ist dieses Gesetz für uns Lehrlinge besonders wichtig.

Ich bedanke mich bei Ihnen und darf an meine Kollegin Sabrina, die später einige Änderungen vorbringen wird, weitergeben. (Beifall.)

15.41

Präsident Dr. Harald Dossi: Vielen Dank, Frau Abgeordnete.

Als Nächste zu Wort gemeldet ist Frau Abgeordnete Milica Radumilo. – Frau Radumilo, Sie haben jetzt das Wort. Bitte.

15.41

Abgeordnete zum Lehrlingsparlament Milica Radumilo (Violett): Sehr geehrter Herr Vorsitzender! Sehr geehrte Damen und Herren! Hohes Haus! Mein Name ist Milica Radumilo, ich vertrete den Klub Violett und wir stehen für Sicherheit und für Verantwortung. Meine Kollegin, Frau Kushaj, ist ja vorhin auf § 21 eingegangen. Ich werde mich jetzt ein bisschen zu § 21a äußern, darüber, wieso wir da einige Sachen geändert haben und wieso ich, also wir, mein Klub, der Meinung sind, dass dieses Gesetz geändert werden muss.

Wir haben ja eingefügt, dass dieses Kursprogramm vier Monate vor der Lehrabschlussprüfung stattfinden sollte und dass diese Teilnahme verpflichtend ist.

Wir haben uns im Ausschuss mit Klub Weiß sehr eng zusammengeschlossen und sind dann draufgekommen, dass es sehr wichtig ist, dass wir das verpflichtend machen und nicht auf freiwilliger Basis, und zwar aus dem Grund, weil wir trotzdem dann nicht die Sicherheit haben beziehungsweise uns auch nicht wirklich vorstellen können, wie auch dann die Lehrabschlussprüfung abläuft.

Dieser Kurs soll eine Absicherung für uns sein, soll Sicherheit geben, damit wir beruhigt zur Lehrabschlussprüfung gehen können. Deswegen haben wir auch gesagt, dass die Teilnahme daran verpflichtend sein sollte – wir haben uns da dann auch zusammengeschlossen. – Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall.)

15.42

Präsident Dr. Harald Dossi: Vielen Dank, Frau Abgeordnete.

Nunmehr ist Frau Abgeordnete Anastasia Wagner zu Wort gemeldet. – Frau Abgeordnete, Sie haben nunmehr das Wort.

15.43

Abgeordnete zum Lehrlingsparlament Anastasia Wagner (Gelb): Sehr geehrter Herr Vorsitzender! Sehr geehrte Damen und Herren! Hohes Haus! Mein Name ist Anastasia Wagner vom Klub Gelb, Miteinander und Gemeinschaft. Mein Hauptaugenmerk lege ich auf die Prüfungssimulation. Zuerst ist festzuhalten, dass es gut ist, dass es eine Prüfungssimulation geben wird und soll. Eine solche Prüfungssimulation gibt den Lehrlingen natürlich die Chance, sich auf die Stresssituation einzustellen und zu sehen, ob man überhaupt schon prüfungsreif ist.

Für uns ergibt es jedoch keinen Sinn, dass die Teilnahme verpflichtend ist und dass die Leistung dann bei der Lehrabschlussprüfung nicht berücksichtigt wird. Es ist dann also doppelte Arbeit.

Ein Beispiel für eine freiwillige Simulationsprüfung wäre die Garantieprüfung, die es auch beim Führerschein gibt. Ein solches System würden wir uns auch bei der Lehrabschlussprüfung wünschen. Und wir würden es begrüßen, wenn jeder Lehrling die Chance hätte, frei zu entscheiden, ob er die Simulationsprüfung machen möchte oder nicht. Es sollte, wie gesagt, jedem selbst überlassen sein. – Danke für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall.)

15.44

Präsident Dr. Harald Dossi: Vielen Dank, Frau Abgeordnete.

Als Nächste zu Wort gemeldet ist Frau Abgeordnete Sabrina Göritzer.

Entschuldigung, ich sehe eine Erwiderung. – Bitte sehr.

15.45

Abgeordnete zum Lehrlingsparlament Milica Radumilo (Violett): Mein Name ist Milica Radumilo vom Klub Violett.

Die Kollegin – ich glaube, sie war vom Klub Gelb – hat hier gemeint, dass die Simulationsprüfung nicht verpflichtend sein sollte.

Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich sagen, dass sie sehr wichtig ist, da ich sie vorige Woche gehabt habe. Ich habe mich auch mit anderen Lehrlingen zusammengeschlossen, die die Simulationsprüfung nicht gehabt haben, die aber die Lehrabschlussprüfung schon gemacht haben, und die haben mir gesagt, hätten sie die Chance – sie haben sie nicht gehabt –, diese Simulationsprüfung zu machen, würden sie sie machen.

Bei dieser Simulationsprüfung geht es hauptsächlich darum, wie man bei der Prüfung auftritt, man sagt einem dort auch, wie das Ganze abläuft, das wird dort realitätsnahe gemacht und man bekommt einen Einblick, wie das Ganze funktioniert.

Und wenn du diese Simulationsprüfung nicht machst, kannst du dir auch nicht wirklich vorstellen, wie diese Lehrabschlussprüfung vor sich geht. Die Simulationsprüfung gibt dir also Sicherheit und Schutz, sie nimmt dir Angst vor der Lehrabschlussprüfung.

Deswegen denke ich, dass diese Simulationsprüfung sehr wichtig ist. Ich und meine Kollegen von der ÖGK haben dieses Seminar letzte Woche gehabt und wir sind extrem zufrieden und sind auch froh darüber, dass wir das machen konnten. Deswegen kann ich jedem Lehrling ans Herz legen, das zu machen. – Danke sehr. (Beifall.)

15.46

Präsident Dr. Harald Dossi: Ich sehe noch eine erhobene Karte, also offenbar eine Erwiderung zur Erwiderung oder eine weitere Erwiderung. – Herr Abgeordneter, bitte.

15.46

Abgeordneter zum Lehrlingsparlament Mihajlo Lesic (Orange): Also ich finde, dass es nicht verpflichtend sein sollte, da es Personen, also Lehrlinge gibt, die vielleicht nicht lernen möchten. Es gibt Personen, die einen ausgezeichneten Erfolg haben möchten, und andere hoffen einfach, dass sie die Prüfung schaffen. Und wenn es verpflichtend ist und eine Person keine Lust hat zu lernen, dann verschwendet die die Zeit von anderen, finde ich. (Beifall.)

15.47

Präsident Dr. Harald Dossi: Danke.

Ich sehe noch zwei erhobene Karten. – Bitte, Herr Abgeordneter, Sie haben das Wort.

15.47

Abgeordneter zum Lehrlingsparlament Berat Gürel (Violett): Mein Name ist Berat Gürel. Ich möchte mich auch noch zu Wort melden und fragen: Wieso sind Sie gegen eine Verpflichtung, wenn jeder Lehrling sowieso lernen muss? Und gemeinsam lernen ist ja viel besser, weil man da viel motivierter ist.

Das war es eigentlich schon. (Beifall.)

15.47

Präsident Dr. Harald Dossi: Danke.

Frau Abgeordnete, bitte, Sie haben das Wort.

15.48

Abgeordnete zum Lehrlingsparlament Milica Radumilo (Violett): Ich will mich nur kurz anschließen, der Kollege hat es ohnehin schon erwähnt – noch zu Ihrer Aussage –: Wissen ist ja Macht. Und wenn wir etwas mehr lernen oder ein Seminar noch zusätzlich haben, wird uns das nicht schaden; wir haben eh schon drei Jahre lang das Ganze durchgezogen. Es wird uns nicht schaden, wenn wir jetzt noch ein Seminar, das 8 Stunden dauert, machen, von dem wir vielleicht etwas für unsere Zukunft mitnehmen können.

Wissen ist Macht, und je mehr du weißt, umso besser – das wird dir auch keiner wegnehmen können. – Danke. (Beifall.)

15.48

Präsident Dr. Harald Dossi: Danke schön.

Gibt es noch erhobene Karten zu diesem Thema? – Im Moment sehe ich keine.

Ich erteile daher, wie in der Rednerliste vorgesehen, Frau Abgeordneter Sabrina Göritzer das Wort. – Frau Abgeordnete, Sie haben das Wort.

15.49

Abgeordnete zum Lehrlingsparlament Sabrina Göritzer (Weiß): Sehr geehrter Herr Vorsitzender! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Mein Name ist Sabrina Göritzer und ich komme vom Klub Weiß. Wir haben die gesetzliche Regelung § 21a, Vorbereitung auf die Lehrabschlussprüfung, behandelt und sind auf ein paar Lücken gestoßen. Insbesondere das Thema mit den Vorbereitungskursen haben wir sowohl im Klub als auch im Ausschuss behandelt.

Wir als Klub Weiß haben intensive Diskussionen geführt, eben speziell im Ausschuss. Bei den Vorbereitungskursen sind wir auf ein paar Punkte gestoßen, welche wir noch verbessern möchten. Dabei handelt es sich zum Beispiel um die Zusammenarbeit von Lehrlingsstellen, wie zum Beispiel dem Wifi, WKO et cetera, und den Berufsschulen, welche wir dort zusammenführen möchten; wir wollen das eben innerhalb von einer Arbeitswoche durchführen.

Speziell enthalten in diesen Vorbereitungskursen sollte auch eine Prüfungssimulation sein. Diese sollte verpflichtend sein. Eine Woche vor der Lehrabschlussprüfung, diesen Vorschlag haben wir dann auch noch von Violett bekommen, hätten wir dann gerne noch eine freiwillige Probeprüfung, um eben noch einmal bestärkt zur Prüfung gehen zu können. – Danke schön. (Beifall.)

15.50

Präsident Dr. Harald Dossi: Ich danke Ihnen, Frau Abgeordnete.

Ich erteile als nächster Rednerin Frau Abgeordneter Marlene Kröpfl das Wort. – Frau Abgeordnete, bitte, Sie haben das Wort.

15.51

Abgeordnete zum Lehrlingsparlament Marlene Kröpfl (Violett): Sehr geehrter Herr Vorsitzender! Sehr geehrte Damen und Herren! Hohes Haus! Mein Name ist Marlene Kröpfl, ich vertrete den Klub Violett, Sicherheit und Verantwortung. Gestern haben wir die unterschiedlichen Lehrlinge und ihre Betriebe kennengelernt. Dabei wurde mir bewusst, wie gut wir es in meinem Betrieb, der Österreichischen Gesundheitskasse, haben. Wir erhalten sehr viel Unterstützung in jeglicher Hinsicht und sind auch jetzt schon für die Lehrabschlussprüfung sehr gut vorbereitet.

Mein Klub hat gestern schon seinen Standpunkt zur Lehrabschlussprüfung vereinheitlicht. Wir haben einiges an der Gesetzgebung bezüglich der Lehrabschlussprüfung auszusetzen. Wir fordern Bildungsurlaub im Ausmaß von einer Arbeitswoche und nicht Prüfungsurlaub von 24 Stunden.

Der Bildungsurlaub soll stückweise oder auch im Block genommen werden können. Dieser sollte jedoch nicht den Jahresurlaub belasten, sondern sollte den Lehrlingen neben ihrer Freizeit die Möglichkeit geben, noch Lernzeit zu bekommen. Urlaub sollte Freizeit sein.

Deshalb geht auch ein großes Dankeschön an den Klub Weiß, Freiheit und Toleranz, der mit uns diesen Gesetzentwurf bearbeitet beziehungsweise überarbeitet hat, auch dafür, dass wir das gemeinsam beschließen. – Danke. (Beifall.)

15.52

Präsident Dr. Harald Dossi: Vielen Dank, Frau Abgeordnete.

Als Nächster erteile ich Frau Abgeordneter Lea Kliegl das Wort. – Frau Abgeordnete, bitte schön.

15.52

Abgeordnete zum Lehrlingsparlament Lea Kliegl (Gelb): Sehr geehrter Herr Vorsitzender! Sehr geehrte Damen und Herren! Hohes Haus! Mein Name ist Lea Kliegl vom Klub Gelb. Wir vom Klub Gelb sind total erschüttert von den Teams Weiß und Violett. Wir verstehen nicht, warum die Gesetzesvorlage eine Verbesserung für uns Lehrlinge sein sollte. Die Verhandlungen haben sich schwierig gestaltet, da sich manche Klubs mit anderen Klubs gar nicht ausgetauscht hatten. Da Team Weiß für Freiheit und Toleranz steht, würde man denken, dass Sie diese Werte beachten würden, jedoch möchten Sie, dass die Vorbereitungskurse verpflichtend sein sollen.

Außerdem möchte Violett extra Urlaubszeiten für die Kurse, Weiß möchte diese wieder von der Arbeitszeit abziehen, auch möchten beide, dass diese verpflichtend sind. – Also wie kommt ihr zu dem Entschluss, dass ihr euch einig seid?

Als nächste Frage stellt sich für den gelben Klub, Miteinander und Gemeinschaft: Warum sollte das Kursprogramm erst vier Monate vor der LAP stattfinden und nicht schon davor?

Da ihr für Freiheit steht, frage ich: Wollt ihr die Freiheit diesbezüglich einschränken? Ich weiß nicht, was Weiß Freiheit bedeutet. Für uns bedeutet Freiheit, selbst Entscheidungen zu treffen und Verantwortung zu übernehmen sowie den Menschen zu unterstützen, der Unterstützung braucht. – Vielen Dank. (Beifall.)

15.54

Präsident Dr. Harald Dossi: Vielen Dank, Frau Abgeordnete.

Ich sehe eine erhobene Karte. Frau Abgeordnete, ich muss Sie allerdings darauf aufmerksam machen, dass wir vereinbart haben, dass pro Klub nur drei solche Karten gezogen werden können – und die wurden bereits gezogen. Ich kann Ihnen daher leider nicht das Wort erteilen.

Ich sehe außerdem eine weiße Karte. – Bitte, Herr Abgeordneter.

15.54

Abgeordneter zum Lehrlingsparlament Thomas Trippolt (Weiß): Thomas Trippolt vom Klub Weiß.

Um die Frage zu erläutern, warum wir uns für die Pflicht entschieden haben: Unser Motto ist ja: für unsere gemeinsame Zukunft. Und zu einer gemeinsamen Zukunft, die gut werden soll, gehört natürlich auch eine gute Ausbildung.

Wenn man sich dazu entschlossen hat, eine Lehre zu beginnen und, ich sage es einmal so, die Vorbereitung auf die Lehrabschlussprüfung im Lehrplan enthalten ist, würde ich es nicht verstehen – wenn man weiß, dass das so ist –, dass man sich dazu gezwungen fühlt, wenn es ein Teil des Lehrplans ist, der sicher jedem einen Vorteil bringt. (Beifall.)

15.55

Präsident Dr. Harald Dossi: Danke schön.

Ich sehe noch eine Karte. – Frau Abgeordnete, bitte.

15.55

Abgeordnete zum Lehrlingsparlament Lea Kliegl (Gelb): Team Gelb, Lea Kliegl.

Team Weiß, wie ich das verstanden habe, sollte es für jeden verpflichtend sein. Und was ich jetzt nicht ganz verstehe, ist: Auch wenn es verpflichtend ist und jeder gehen sollte und dieses von der Arbeitszeit abgezogen wird, gibt es wiederum auch welche, die Blockschule haben, und welche, die Jahresschule haben. Wie soll sich das miteinander ausgehen, dass auch wirklich die Übungskurse darauf angepasst werden? Das verstehe ich nicht ganz, denn wenn Blockschule ist, kann man ja währenddessen keinen Übungskurs machen, da Blockschule ist. – Danke. (Beifall.)

15.56

Präsident Dr. Harald Dossi: Ja, danke.

Ich sehe jetzt noch eine Meldung für eine Erwiderung zu einer Erwiderung. – Bitte, Herr Abgeordneter.

15.56

Abgeordneter zum Lehrlingsparlament Thomas Trippolt (Weiß): Also das Ganze war eigentlich so konzipiert von Weiß und Violett, dass man da ein Entweder-oder daraus macht: Also entweder man hat einmal fünf Tage Vorbereitung oder es wird geblockt auf vier Monate vor der Abschlussprüfung, in denen das absolviert sein sollte.

Wir haben eine Arbeitswoche an Zeit festgelegt, weil Arbeitswochen entweder 38,5 Stunden oder 40 Stunden haben, das ist von Betrieb zu Betrieb und von Beruf zu Beruf unterschiedlich. Wir haben das einfach so als Zeitangabe formuliert und nicht, ob das jetzt eine Woche ist oder geblockt ist, denn das ist dann wieder eine Sache, wie sich die Berufsschulen selber und die Betriebe das ausmachen, worauf die sich einigen, und darauf kommt es dann an. (Beifall.)

15.57

Präsident Dr. Harald Dossi: Ich sehe noch eine Karte. – Bitte, Herr Abgeordneter.

15.58

Abgeordneter zum Lehrlingsparlament Dominic Giesinger (Gelb): Dominic Giesinger vom Klub Gelb.

Du hast ja erwähnt, dass ihr vom Team Weiß mit Team Violett eine Entweder-oder-Regelung machen wolltet, aber was hat das mit Freiheit zu tun? Der Gesetzesbeschluss legt doch relativ klar fest, dass es verpflichtend ist. Wo ist da das Entweder-oder? Ihr könnt ja auch noch gerne erklären, was für euch Freiheit und Toleranz bedeuten. (Beifall.)

15.58

Präsident Dr. Harald Dossi: Danke schön.

Ich sehe im Moment keine Karte mehr, daher erteile ich jetzt Frau Abgeordneter Leonie Resinger das Wort. – Frau Abgeordnete, Sie haben das Wort.

15.59

Abgeordnete zum Lehrlingsparlament Leonie Resinger (Weiß): Sehr geehrte Damen und Herren! Mein Name ist Leonie Resinger vom Klub Weiß, Freiheit und Toleranz. Meine Kollegin Sabrina hat schon wichtige Punkte angesprochen, da kann ich nur nahtlos anschließen. Da wir großen Wert auf die hochwertige Vorbereitung auf die Lehrabschlussprüfung legen, setzen wir auf die fünf Tage Freistellung vom Betrieb, die nicht vom Jahresurlaub abgezogen werden, damit sich die Lehrlinge gezielt und individuell vorbereiten können.

Dadurch haben die Lehrlinge genug Zeit, sich vorzubereiten, der Stresslevel sinkt und man geht automatisch mit einem positiven Gefühl zur Prüfung, und sie wird dadurch auch besser ausfallen.

Des Weiteren sollten die Kosten der Vorbereitungskurse vom Betrieb übernommen werden, denn Lehrlinge sind für den Betrieb eine wertvolle Arbeitskraft und der Betrieb profitiert von qualifizierten Mitarbeitern, denn: je besser ausgebildete Mitarbeiter, desto bessere Chancen für den Betrieb, und dies führt zum Erfolg, den jeder von uns haben möchte. – Danke für die Aufmerksamkeit. (Beifall.)

16.00

Präsident Dr. Harald Dossi: Vielen Dank, Frau Abgeordnete.

Ich erteile jetzt als letzter Rednerin des zweiten Blocks Frau Abgeordneter Kira Stepan das Wort. – Frau Abgeordnete, bitte schön, Sie haben das Wort.

16.00

Abgeordnete zum Lehrlingsparlament Kira Stepan (Gelb): Sehr geehrter Herr Vorsitzender! Sehr geehrte Damen und Herren! Hohes Haus! Mein Name ist Kira Stepan und ich bin vom Klub Gelb. Wir vom Klub Gelb stehen für Miteinander und Gemeinschaft, aber auch für Toleranz – daher beharren wir auf die Freiwilligkeit für jeden Lehrling betreffend Vorbereitungskurse und Simulationsprüfungen. Zusätzlich legen wir Wert auf Respekt, Zusammenhalt, Teamarbeit und unterstützen Menschen mit erhöhtem Unterstützungsbedarf.

Aus unserer Sicht sollten Prüfungsvorbereitungen zum Beispiel für Lernschwache individuell angepasst werden, dadurch würde die Belastung für Lehrer und Schüler minimiert werden.

Einen weiteren Punkt möchte ich noch ansprechen, der vorhin schon vom Team Violett angesprochen worden ist, nämlich dass circa 5 Prozent der Lehrlinge nicht zur Prüfung angetreten sind. Wir denken, dass sich diese 5 Prozent durch eine Verpflichtung für die Vorbereitungskurse einfach gestresst fühlen würden.

Unklar ist im Zusammenhang mit dem Abänderungsantrag vom Klub Violett Folgendes: Es heißt, dass in vier Monaten das Kursprogramm für die LAP abgeschlossen werden kann. Allerdings steht auch drinnen, dass man erst einen Monat vor der LAP den Bildungsurlaub beanspruchen kann. Da ist die Frage: Müssen wir für das Kursprogramm jetzt Urlaub extra beantragen oder nicht? Hierzu wirft sich auch die Frage auf, ob jetzt der Bildungsurlaub bezahlt oder unbezahlt ist.

Zum Abschluss möchte ich noch sagen, dass die Lehrlinge selber Verantwortung übernehmen können, dass sie selber entscheiden können, ob sie den Vorbereitungskurs annehmen wollen oder nicht.

Speziell möchte ich auf den Klub Violett eingehen und sagen, dass er die Eigenverantwortung und Entscheidungsfindung zur Prüfungsvorbereitung den Lehrlingen entzieht. – Danke für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall.)

16.03

Präsident Dr. Harald Dossi: Frau Abgeordnete, ich bedanke mich bei Ihnen.

Wir sind nun am Ende des zweiten Themenblocks. Noch die abschließende Frage: Gibt es noch Erwiderungen zu dem Block? – Ich sehe keine.

Themenblock 3: Weitere Maßnahmen zum Thema Lehrlingsausbildung

Präsident Dr. Harald Dossi: Wir kommen jetzt zum dritten Themenblock, in dem weitere Maßnahmen zum Thema Lehrlingsausbildung behandelt werden sollen.

Dazu hat sich als Erster Herr Abgeordneter Marius Rössler zu Wort gemeldet. – Herr Abgeordneter, Sie haben das Wort.

16.03

Abgeordneter zum Lehrlingsparlament Marius Rössler (Gelb): Sehr geehrter Herr Vorsitzender! Sehr geehrte Damen und Herren! Hohes Haus! Mein Name ist Marius und ich komme vom Klub Orange. Ich war als Ausschusssprecher tätig und in diesem Sinne möchte ich einen Entschließungsantrag einbringen, der wie folgt lautet:

Entschließungsantrag

„Die Bundesregierung wird aufgefordert, dem Lehrlingsparlament einen Gesetzentwurf vorzulegen, in dem geregelt wird, dass die Kosten im Zusammenhang mit der Lehrabschlussprüfung von den Betrieben getragen werden. Die Betriebe sollen diese Kosten im gesamten Umfang in Form einer staatlichen Förderung ersetzt bekommen.“

*****

Diesen Entschließungsantrag haben wir gemeinsam mit dem Klub Violett formuliert, und ich bin sehr froh, dass wir wenigstens in einem Punkt auf einen gemeinsamen Nenner gekommen sind.

Ich möchte dazu noch sagen, es geht in erster Linie darum, dass die Lehrlinge keine Kosten zu tragen haben dürfen beziehungsweise sich nicht verkopfen müssen.

Meine Damen und Herren, das war’s. – Vielen Dank für die Aufmerksamkeit. (Beifall.)

16.05

Präsident Dr. Harald Dossi: Herr Abgeordneter, vielen Dank.

Der soeben eingebrachte Entschließungsantrag ist genügend unterstützt und steht daher mit in Verhandlung.

Als Nächste zu Wort gemeldet: Frau Abgeordnete Milica Radumilo. – Frau Abgeordnete, bitte.

16.05

Abgeordnete zum Lehrlingsparlament Milica Radumilo (Violett): Wir haben uns auf einen zweiten Entschließungsantrag geeinigt – eben mein Klub und Klub Weiß mit Klub Gelb und Klub Orange, das heißt, dieser Entschließungsantrag wird von uns allen eingebracht –, ich werde den Text jetzt kurz vorlesen:

Entschließungsantrag

„Für die Betriebe und für die Lehrlinge ist es unbefriedigend, dass bezüglich der Lehrabschlussprüfung keine einheitlichen Regelungen und Termine bestehen. Daher wird gefordert, diese vergleichbar mit den Regelungen der Zentralmatura zu vereinheitlichen und klare Rahmenbedingungen zu schaffen. Dadurch soll die Vorbereitung vereinfacht werden.“

*****

Noch ein kurzer Einwand bezüglich Team Gelb, da Sie gefragt haben, wie wir zu Freiheit und Toleranz stehen: Die Lehre ist ja nichts Schlechtes für uns und die Schule ist genauso verpflichtend und jede Schularbeit und jede Prüfung ist für uns verpflichtend.

Deswegen denke ich, wenn wir in der Lehrzeit etwas machen, was uns nicht schadet – wir werden in diesem Seminar nicht gequält, sondern dort wird uns etwas gelehrt und etwas Positives beigebracht; das schadet uns ja nicht –, ist das ja nicht schlecht. Und ich glaube nicht, dass das auf freiwilliger Basis gemacht werden sollte, denn wenn man es freiwillig machen kann, werden sich nur Leute anmelden, die eigentlich eh schon gut vorbereitet sind, denn wie wir aus der Schulzeit wissen, melden sich zu freiwilligen Sachen meistens Leute an, die gut sind, und die, die es wirklich brauchen würden, melden sich ja nicht an, da sie aus irgendwelchen Gründen nicht mitmachen wollen.

Deswegen denke ich wirklich, dass dieser Kurs oder diese Simulationsprüfung verpflichtend sein sollte, weil es wirklich nichts Schlechtes ist, weil wir nicht dort hineingesteckt und gequält werden, sondern wir können uns dort Wissen aneignen. – Danke sehr. (Beifall.)

Präsident Dr. Harald Dossi: Frau Abgeordnete Radumilo, ich darf Sie ersuchen, noch kurz am Rednerpult zu bleiben, ich muss Sie nämlich bitten, nicht die Begründung, sondern den Text des Entschließungsantrages vorzulesen, damit er als ordnungsgemäß eingebracht gilt.

Bitte, Sie haben noch einmal das Wort.

Abgeordnete zum Lehrlingsparlament Milica Radumilo (Violett) (fortsetzend): Der Text des Antrages lautet:

„Die Bundesregierung wird aufgefordert, eine gesetzliche Regelung zu schaffen, wonach die Termine für die LAP branchenintern vereinheitlicht werden. Für die Organisation soll eine zentrale Stelle, angesiedelt im Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort, eingerichtet werden. Ebendort haben alle Betriebe ihre Lehrlinge zu Beginn des dritten Lehrjahres anzumelden. Sämtliche Information zur Lehrabschlussprüfung ergehen durch diese zentrale Stelle an die Lehrlinge.“

*****

(Beifall.)

16.08

Präsident Dr. Harald Dossi: Vielen Dank, Frau Abgeordnete.

Der jetzt auch ordnungsgemäß eingebrachte Entschließungsantrag ist genügend unterstützt und steht daher mit in Verhandlung.

Als Nächster zu Wort gemeldet: Herr Abgeordneter Aaron Steiner.

Verzeihung, das habe ich übersehen: eine Karte. – Herr Abgeordneter, bitte.

16.09

Abgeordneter zum Lehrlingsparlament Fabian Much (Orange): Ich glaube, ich spreche doch für alle beziehungsweise für mein Team, für meine Partei, wenn ich hier sage, dass wir alle doch gerne etwas freiwillig machen und für uns selbst entscheiden.

Weil hier gesagt wurde, Bildung ist nichts Schlechtes: Dem widerspreche ich auch nicht, überhaupt nicht, allerdings bin ich ein Fan von freien Entscheidungen, von Selbstentscheidung.

Ich spreche jetzt für mich und sage, ich lerne lieber allein, ich lerne daheim, und ich weiß, was ich brauche und wo ich mir Hilfe hole. Es wäre schön, wenn es für die Leute, die das nicht können, ein Angebot gäbe, aber es sollte wirklich keine Verpflichtung sein. – Danke. (Beifall.)

16.09

Präsident Dr. Harald Dossi: Danke schön.

Ich sehe im Moment keine Karte, daher erteile ich Ihnen, Herr Abgeordneter Steiner, das Wort.

16.10

Abgeordneter zum Lehrlingsparlament Aaaron Steiner (Gelb): Sehr geehrter Herr Vorsitzender! Hohes Haus! Sehr geehrte Damen und Herren! Mein Name ist Aaaron Steiner vom Klub Gelb, Miteinander und Gemeinschaft.

Wie wir in den Reden zuvor gehört haben, gibt es im Bereich Lehrlingsausbildung noch viel Luft nach oben. Aus diesem Grund bringe ich einen Entschließungsantrag ein. Lehrlinge fühlen sich momentan unzureichend gehört. Auf ihre Bedürfnisse wird in vielen Fällen nicht Rücksicht genommen. Insbesondere infolge der Coronakrise kam es zu Defiziten im Bereich der Lehrlingsausbildung.

Es ist geboten, Lehrlingen als den Fachkräften von morgen mehr Gehör zu schenken.

Entschließungsantrag

Das Lehrlingsparlament wolle daher beschließen:

„Die Bundesregierung wird aufgefordert, geeignete Maßnahmen vorzusehen, wie auf die Bedürfnisse von Lehrlingen besser Rücksicht genommen werden kann, insbesondere und z.B. durch die Abhaltung jährlicher anonymer Befragungen im Zuge der Lehrlingsausbildung.“

*****

Es ist wichtig, dass Lehrlinge eine Stimme bekommen, da dadurch die Qualität der Ausbildung verbessert werden kann. Ich ersuche daher um breite Zustimmung. – Vielen Dank. (Beifall.)

16.11

Präsident Dr. Harald Dossi: Danke schön, Herr Abgeordneter.

Der soeben eingebrachte Entschließungsantrag ist genügend unterstützt und steht daher mit in Verhandlung.

Als Nächste zu Wort gemeldet: Frau Abgeordnete Larissa Platzer. – Frau Abgeordnete, Sie haben das Wort.

16.11

Abgeordnete zum Lehrlingsparlament Larissa Platzer (Weiß): Sehr geehrter Herr Vorsitzender! Sehr geehrte Damen und Herren! Mein Name ist Larissa Platzer vom Klub Weiß. In meiner Rede geht es darum, mit welchen Nachteilen die Lehrlinge in zwei Jahren Pandemie konfrontiert waren.

In den letzten zwei Jahren gab es viel Onlineunterricht und viel Unterrichtsstoff wurde nicht durchgenommen – das hat die Praxis gezeigt. Es ist unfair, dass es bei der Matura Lockerungen gab, bei der LAP nicht.

Alle jungen Menschen müssen in Österreich gleich behandelt werden. Die Prüfung sollte dem Schüler-/Schülerinnenniveau angepasst werden.

Ich bringe folgenden Antrag ein:

Entschließungsantrag

Das Lehrlingsparlament wolle beschließen:

„Die Bundesregierung wird aufgefordert, die durch die Pandemie verursachten Nachteile bei der Lehrlingsausbildung auszugleichen und Erleichterungen bei der Lehrabschlussprüfung (LAP) einzuführen.“

*****

Das ist wichtig und das sollte eingeführt werden. – Danke. (Beifall.)

16.12

Präsident Dr. Harald Dossi: Danke, Frau Abgeordnete.

Auch der soeben eingebrachte Entschließungsantrag ist genügend unterstützt und steht daher mit in Verhandlung.

Als Nächste zu Wort gemeldet: Frau Abgeordnete Lucia Stockerer. – Frau Abgeordnete, Sie haben jetzt das Wort.

16.13

Abgeordnete zum Lehrlingsparlament Lucia Stockerer (Orange): Sehr geehrter Herr Vorsitzender! Sehr geehrte Damen und Herren! Hohes Haus! Mein Name ist Lucia Stockerer vom Klub Orange und ich möchte einen Entschließungsantrag einbringen. Die letzten Jahre der Pandemie haben uns gezeigt, dass wir in der Schule Softwares brauchen, um zu kommunizieren, und auch, um Aufgaben abzugeben, nach denen wir benotet werden.

Ich glaube, wir alle oder zumindest viele von uns kennen das Problem, dass die Lehrer an den Berufsschulen verschiedene Softwares verwenden, wie zum Beispiel Teams, Eduvidual et cetera. Aufgrund von Verwirrungen und Unklarheiten sollte einheitliche Software verwendet werden und daher bringen wir folgenden Entschließungsantrag ein:

Entschließungsantrag

Das Lehrlingsparlament wolle beschließen:

„Die Bundesregierung wird aufgefordert, eine einheitliche Software für die gesamte Berufsschule einzuführen, die alle Lehrpersonen verwenden.“

*****

Danke für eure Aufmerksamkeit und ich hoffe auf eure Zustimmung. (Beifall.)

16.14

Präsident Dr. Harald Dossi: Danke, Frau Abgeordnete.

Der soeben eingebrachte Entschließungsantrag ist genügend unterstützt und steht daher mit in Verhandlung.

Als Nächster: Herr Abgeordneter Daniel Wolf. – Herr Abgeordneter, Sie haben haben das Wort. Bitte.

16.14

Abgeordneter zum Lehrlingsparlament Daniel Wolf (Gelb): Sehr geehrter Herr Vorsitzender! Sehr geehrte Damen und Herren! Hohes Haus! Mein Name ist Daniel Wolf vom Klub Miteinander und Gemeinschaft. Die LAP ist nicht mehr zeitgemäß. Andere Nationen haben eine sehr gute Ausbildung, die teils auch mit einem anderen Prüfungssystem verbunden ist.

Für Menschen mit Beeinträchtigung ist die LAP eine sehr große Herausforderung, als Beispiel darf ich Leute mit Prüfungsangst nennen. Für diese Leute ist die LAP eine große Hürde.

Ich glaube, dass Teilprüfungen nach jedem Lehrjahr die Lehrlinge sehr entlasten könnten, und das bei gleichbleibender Qualität der Lehrlingsausbildung.

Der Lehrplan bleibt durch diesen Entschließungsantrag unverändert. Die wirklich große Prüfung wird auf mehrere kleine Prüfungen aufgeteilt. Durch diese Aufteilung gehen keine Kompetenzen verloren, also was spricht gegen diese Erleichterung?

Nun bringe ich folgenden Entschließungsantrag ein:

Entschließungsantrag

Das Lehrlingsparlament wolle beschließen:

„Die Bundesregierung wird aufgefordert, das System der Lehrabschlussprüfung insoweit abzuändern, dass anstelle einer großen Prüfung am Ende der Lehrzeit mehrere Teilprüfungen am Ende des jeweiligen Lehrjahres – bei unverändertem Lehrplan und gleichbleibender Qualität der Lehrausbildung – abgenommen werden.“

*****

In diesem Sinne ersuche ich Sie, Hohes Haus, meinem Antrag zuzustimmen. – Vielen Dank. (Beifall.)

16.15

Präsident Dr. Harald Dossi: Danke, Herr Abgeordneter.

Auch der von Ihnen eingebrachte Entschließungsantrag ist genügend unterstützt und steht daher mit in Verhandlung.

Als Nächste zu Wort gemeldet: Frau Abgeordnete Anja Blassnig. – Frau Abgeordnete, bitte schön.

16.16

Abgeordnete zum Lehrlingsparlament Anja Blassnig (Weiß): Sehr geehrter Herr Vorsitzender! Sehr geehrte Damen und Herren! Hohes Haus! Mein Name ist Anja Blassnig und ich stehe für den Klub Weiß, Freiheit und Toleranz. Viele Arbeitgeber missachten die Rechte der Lehrlinge, was zu einem schlechten Arbeitsklima führt. Für die Betroffenen wird dadurch sowohl die Leistung als auch das Wohlbefinden am Arbeitsplatz beeinträchtigt. Ich bin mir sicher, dass Familienmitglieder oder Freunde von euch bereits solch eine Erfahrung gemacht haben.

Deswegen zähle ich auf euch und bitte um Unterstützung für folgenden Antrag:

Entschließungsantrag

Das Lehrlingsparlament wolle beschließen:

„Die Bundesregierung wird aufgefordert, in einer Arbeitsgruppe Lösungsansätze für das höhere Wohlbefinden der Lehrlinge und ihre Gleichstellung zu anderen Arbeiter*innen zu erarbeiten.“

*****

Das ist wichtig. Das soll geändert werden. – Vielen Dank. (Beifall.)

16.17

Präsident Dr. Harald Dossi: Vielen Dank, Frau Abgeordnete.

Der soeben eingebrachte Entschließungsantrag ist genügend unterstützt und steht daher mit in Verhandlung.

Als Nächster zu Wort gemeldet: Herr Abgeordneter Marc Louis Jordan. – Herr Abgeordneter, bitte schön.

16.17

Abgeordneter zum Lehrlingsparlament Marc Louis Jordan (Orange): Sehr geehrter Herr Vorsitzender! Sehr geehrte Damen und Herren! Hohes Haus! Mein Name ist Marc Louis Jordan und ich bin vom Klub Orange, Bildung und Wissen. Ich möchte gerne einen Entschließungsantrag erläutern:

„Derzeit sind viele Prüfungskommissionen bei Lehrabschlussprüfungen nur mit Männern besetzt. Daher sollte dies in Richtung einer ausgeglichenen Vertretung der Geschlechter in Kommissionen geändert werden.“

Ein Argument dafür war: 2022 würde man erwarten, dass in Prüfungskommissionen Frauen sowie Männer gleichermaßen vertreten sind. Das ist das, was uns aufgefallen ist. Deshalb habe ich mit meinem Klub einen Text erarbeitet, und ich darf den Antrag einbringen, dieser lautet wie folgt:

Entschließungsantrag

Das Lehrlingsparlament wolle beschließen:

„Die Bundesregierung wird aufgefordert, einen Gesetzesvorschlag auszuarbeiten, in dem vorgesehen wird, dass die Prüfungskommissionen bei Lehrabschlussprüfungen ausgeglichen mit Frauen und Männern besetzt werden.“

*****

Ich hoffe, dass wir Ihre Zustimmung bei diesem Thema haben. – Danke. (Beifall.)

16.18

Präsident Dr. Harald Dossi: Danke schön, Herr Abgeordneter.

Auch der von Ihnen soeben eingebrachte Entschließungsantrag ist genügend unterstützt und steht daher mit in Verhandlung.

Ich erteile nun als Letzter zu diesem Themenblock Frau Abgeordneter Leonie Wallensteiner das Wort. – Bitte schön.

16.19

Abgeordnete zum Lehrlingsparlament Leonie Wallensteiner (Weiß): Sehr geehrter Herr Vorsitzender! Sehr geehrte Damen und Herren! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Mein Name ist Leonie Wallensteiner und ich komme aus Osttirol. Ich stehe für den Klub Weiß, Freiheit und Toleranz.

Es ist wichtig, dass Lehrlinge sich nach der Lehre weiterbilden, um auf dem neuesten Stand zu sein. Deswegen wünschen wir uns Möglichkeiten, dass nach dem Lehrabschluss freiwillige Weiter- und Fortbildungsangebote bestehen. Diese sollten für jegliche Branchen zur Verfügung gestellt werden.

Ich bringe einen Antrag ein:

Entschließungsantrag

Das Lehrlingsparlament wolle beschließen:

„Die Bundesregierung wird aufgefordert, über die Bildungseinrichtung halbjährliche Weiterbildungen für alle ausgelernten Facharbeiterinnen und Facharbeiter anzubieten.“

*****

Vielen Dank. (Beifall.)

16.20

Präsident Dr. Harald Dossi: Auch Ihr Entschließungsantrag ist genügend unterstützt und steht daher mit in Verhandlung.

Wir sind nun am Ende des dritten Diskussionsblocks. Mir liegen im Moment keine weiteren Wortmeldungen vor.

Gibt es noch jemanden, der sich zu Wort melden will? – Wenn dem nicht so ist, ist die Debatte geschlossen.

Ich frage noch die Berichterstatterin, ob sie ein Schlusswort will. – Das ist nicht der Fall. (Präsident Dossi gibt das Glockenzeichen.)

Abstimmungen

Präsident Dr. Harald Dossi: Meine sehr geehrten Damen und Herren Abgeordnete, wir kommen nun zu den Abstimmungen.

Sie haben in der Debatte Ihre Argumente für und gegen die Gesetzesvorlage betreffend ein Bundesgesetz, mit dem das Berufsausbildungsgesetz geändert wird (Lehrabschlussprüfungsvorbereitungs-Gesetz) präsentiert.

Jetzt müssen Sie eine Entscheidung darüber treffen, ob dieser Entwurf zum Gesetz werden soll. Sie stimmen jetzt darüber ab.

Zuerst kommen wir zur Abstimmung über die Gesetzesvorlage in der Fassung des Ausschussberichtes. Wir stimmen also über jenen Text ab, dem die Mehrheit im Ausschuss ihre Zustimmung gegeben hat.

Hierzu erinnere ich, dass tatsächlich nur jene abstimmen dürfen, die Abgeordnete des Lehrlingsparlaments sind.

Ich ersuche daher jene Damen und Herren, die dieser Gesetzesvorlage ihre Zustimmung geben, von ihren Plätzen aufzustehen. – Das ist die Mehrheit. Die Gesetzesvorlage, mit der das Berufsausbildungsgesetz geändert wird (Lehrabschlussprüfungsvorbereitungs-Gesetz), ist somit angenommen. (Beifall.)

Nun kommen wir zur Abstimmung über die Entschließungsanträge, die in dieser Sitzung eingebracht wurden. Die Abstimmung der einzelnen Anträge wird in der Reihenfolge, in der sie eingebracht wurden, erfolgen und es wird über jeden Antrag einzeln abgestimmt.

Ich werde immer zuerst die AntragstellerInnen und den Titel des Antrags nennen, dann folgt die Abstimmung durch Aufstehen oder Sitzenbleiben.

Wir gelangen nun zur Abstimmung über den Entschließungsantrag der Klubs Orange und Violett betreffend „Übernahme von Kosten im Zusammenhang mit der Lehrabschlussprüfung“.

Ich bitte jene Damen und Herren, die für diesen Entschließungsantrag sind, um ein Zeichen der Zustimmung. – Das ist einstimmig. Dieser Entschließungsantrag ist damit angenommen. (Beifall.)

Wir gelangen nunmehr zur Abstimmung über den Entschließungsantrag der Klubs Violett, Weiß, Gelb und Orange betreffend „Standardisierte Lehrabschlussprüfung“.

Ich bitte jene Damen und Herren, die für diesen Entschließungsantrag sind, um ein Zeichen der Zustimmung. – Auch das ist einstimmig. Dieser Antrag ist damit angenommen. (Beifall.)

Wir gelangen nunmehr zur Abstimmung über den Entschließungsantrag des Klubs Gelb betreffend „Wahrnehmung der Bedürfnisse von Lehrlingen“.

Ich bitte jene Damen und Herren, die für diesen Entschließungsantrag sind, um ein Zeichen der Zustimmung. – Das ist Mehrheit, wird mit gerade bestätigt. Auch dieser Antrag ist angenommen. (Beifall.)

Wir gelangen nunmehr zur Abstimmung über den Entschließungsantrag des Klubs Weiß betreffend „Nachteile von Lehrlingen in der Pandemie“.

Ich bitte jene Damen und Herren, die für diesen Entschließungsantrag sind, um ein Zeichen der Zustimmung. – Das ist die Mehrheit. Dieser Antrag ist daher angenommen. (Beifall.)

Wir gelangen nunmehr zur Abstimmung über den Entschließungsantrag des Klubs Orange betreffend „einheitliche Software in der Berufsschule“.

Ich bitte jene Damen und Herren, die für diesen Entschließungsantrag sind, um ein Zeichen der Zustimmung. – Das ist die Mehrheit und dieser Antrag ist damit angenommen. (Beifall.)

Wir gelangen nunmehr zur Abstimmung über den Entschließungsantrag des Klubs Gelb betreffend „Evaluierung der Lehrabschlussprüfung“.

Ich bitte jene Damen und Herren, die für diesen Entschließungsantrag sind, um ein Zeichen der Zustimmung. – Das ist die Minderheit. Dieser Antrag ist daher abgelehnt.

Wir gelangen nunmehr zur Abstimmung über den Entschließungsantrag des Klubs Weiß betreffend „Gleichbehandlung von Lehrlingen und Arbeiter*innen“.

Ich bitte jene Damen und Herren, die für diesen Entschließungsantrag sind, um ein Zeichen der Zustimmung. – Das ist die Mehrheit. Dieser Antrag ist damit angenommen. (Beifall.)

Wir gelangen nunmehr zur Abstimmung über den Entschließungsantrag des Klubs Orange betreffend „ausgeglichene Besetzung der Prüfungskommissionen mit Frauen und Männern“.

Ich bitte jene Damen und Herren, die für diesen Entschließungsantrag sind, um ein Zeichen der Zustimmung. – Das ist die Minderheit. Der Antrag ist daher abgelehnt.

Wir kommen zur letzten Abstimmung, und zwar über den Entschließungsantrag der Klubs Weiß und Violett betreffend „Möglichkeiten zur Weiterbildung“.

Ich bitte jene Damen und Herren, die für diesen Entschließungsantrag sind, um ein Zeichen der Zustimmung. – Das ist die Mehrheit. Der Antrag ist daher angenommen. (Beifall.)

*****

Präsident Dr. Harald Dossi: Die Tagesordnung ist erschöpft.

Die nächste Sitzung des Lehrlingsparlaments wird auf schriftlichem Wege einberufen werden.

Bevor ich die Sitzung schließe, gebe ich noch bekannt, dass sogleich die echten Abgeordneten zum Nationalrat, die Sie heute begleitet haben, die Möglichkeit zu einem kurzen Statement haben.

Ganz zum Schluss wird dann ein Gruppenfoto gemacht werden.

Die Sitzung ist geschlossen.

Schluss der Sitzung: 16.28 Uhr


 

Schlussstatements der Abgeordneten zum Nationalrat sowie des Parlamentsdirektors

(Auszugsweise Darstellung)

Abgeordnete Eva Maria Holzleitner, BSc (SPÖ) berichtet, sie habe einen unglaublich großartigen Tag gehabt. Die Energie, die die Lehrlinge versprüht haben, habe das ganze Haus gefüllt. Davon können sich die Abgeordneten zum Nationalrat manchmal ein Stück abschneiden. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Lehrlingsparlament haben genau gewusst, was sie wollen: Sie haben genau gewusst, was sie an der Lehrabschlussprüfung störe und wie diese verändert werden könne.

Die Abgeordnete richtet ein großes Dankeschön an die Lehrlinge, da sie so aktiv am Lehrlingsparlament teilgenommen haben. Insbesondere sei sie auf den Weißen Klub, ihren Klub, so Abgeordnete Holzleitner, stolz. Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben große Reden gehalten, sich unglaublich viel getraut und die Chance genutzt, am RednerInnenpult zu stehen. Sie hoffe, dass das nicht das letzte Mal war und in diesem Sinne wolle sie den Lehrlingen mitgeben aktiv zu bleiben, sich zu engagieren, zu schauen, was sie in ihren Kommunen, Bundesländern oder vielleicht sogar im Bund aktiv bewegen können. Das, was sie heute verspürt habe, brauche es viel, viel öfter in diesem Haus, so die Abgeordnete.

Abgeordnete Holzleitner sagt, sie wolle sich auch bei allen, die den heutigen Tag ermöglicht und begleitet haben, bedanken: bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Parlamentsdirektion und bei der Demokratiewerkstatt.

Sie habe, so die Abgeordnete abschließend, sehr viel von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern mitnehmen können und wünscht ihnen alles Gute für die anstehende Lehrabschlussprüfung. (Beifall.)

Abgeordneter Andreas Minnich (ÖVP) gratuliert den Lehrlingen zu den beiden Tagen, die sie im Parlament verbringen konnten, und bedankt sich für ihr großartiges Engagement. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Lehrlingsparlament haben sich stellvertretend für alle Lehrlinge in Österreich eingebracht; sich für andere einzusetzen, sei etwas besonders, deshalb sollen sie diesen Spirit für das weitere Leben mitnehmen, so Abgeordneter Minnich weiter. Abschließend wünsche er den Teilnehmerinnen und Teilnehmern noch eine schöne Zeit, eine wundervolle Lehre, Freundschaften fürs Leben und alles Gute. (Beifall.)

Abgeordneter Peter Schmiedlechner (FPÖ): bedankt sich bei den Lehrlingen und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Demokratiewerkstatt für den lehrreichen und spannenden Tag. Eines sei gewiss, die Lehre habe Zukunft, so der Abgeordnete.

Den Teilnehmerinnen und Teilnehmer dankt er für die vielen Ideen, die sie eingebracht haben. Die Lehrlinge sollen so weitermachen, so der Abgeordnete, sie sollen sich einbringen und ihre Ideen und Werte vertreten. Es sei toll, wenn man so viele junge Leute sehe, die ihre Freizeit dafür aufwenden, um etwas weiterzubringen. (Beifall.)

Abgeordneter Süleyman Zorba (Grüne) sagt, er wolle sich auch bei der Demokratiewerkstatt und der Parlamentsdirektion bedanken. Es sei wirklich wundervoll gewesen, mit den Lehrlingen im Austausch zu sein, ihre Ideen zu hören. Sein Herz schlage für das Team Orange, so Abgeordneter Zorba, er bedanke sich aber bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern und wünscht ihnen alles Gute für die Zukunft als auch für die Lehrabschlussprüfung. Vielleicht treffe man sich ja wieder in diesen Räumlichkeiten, so der Abgeordnete abschließend. (Beifall.)

Abgeordnete MMag. Katharina Werner, Bakk. (NEOS) erzählt, sie sei um 4.30 Uhr aufgestanden und habe richtig Herzklopfen gehabt, da sie von allen anwesenden Abgeordneten jene sei, die am kürzesten im Amt sei, und sich deshalb gefragt habe, ob sie das überhaupt schaffe, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu coachen. Am Ende des Tages sei sie von der Energie und von den Anliegen der Lehrlinge, die genau wissen, was sie wollen, begeistert. Es habe supertolle, qualitätsvolle Diskussionen gegeben.

Lehrlinge würden in Österreich leider nicht diese Stimme, die sie eigentlich verdienen, bekommen. Sie habe sich alle Ideen der Lehrlinge aufgeschrieben, so die Abgeordnete weiter, und sie verstehe es als Auftrag an die Abgeordneten, diese Ideen weiterzutragen. Sie wünsche sich für alle Jugendlichen, dass sie die Demokratiewerkstatt erleben können, denn das, was dort vermittelt werde, sei nämlich ein Lernen, das sitzen bleibe.

Abschließend bedankt sich Abgeordnete Werner bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern fürs Dabeisein und beim Parlament für die Organisation. (Beifall.)

Parlamentsdirektor Dr. Harald Dossi erklärt, er wolle sich den dankenden und anerkennenden Worten an die Lehrlingsabgeordneten anschließen. Er habe den Vorsitz mit Freude übernommen, die Tätigkeit als Präsident des Lehrlingsparlaments habe ihm großen Spaß gemacht.

Die Art und Weise in der die Teilnehmerinnen und Teilnehmer argumentiert haben, habe ihn beeindruckt, so der Parlamentsdirektor. Ihm sei in Vorbereitung auf diese Sitzung gesagt worden, dass die Erwiderungskarten normalerweise nicht genutzt werden und dass es nur vorbereitete Wortmeldungen gebe. Die Lehrlinge heute haben das Gegenteil bewiesen: Sie haben unmittelbar argumentiert und das zeige ihr Engagement in der Sache.

Abschließend wünscht Parlamentsdirektor Dossi den Lehrlingen alles Gute für die Lehrabschlussprüfung als auch für den weiteren Lebensweg. Der Parlamentsdirektor dankt den Kolleginnen und Kollegen der Parlamentsdirektion für die Organisation und Unterstützung und den Abgeordneten zum Nationalrat für ihre Bereitschaft, beim Lehrlingsparlament mitzumachen. Das unterstütze die Demokratiebildungsaktivitäten der Parlamentsdirektion in einer großartigen Art und Weise. An einem Tag wie dem heutigen sehe man, dass man mit den Angeboten der Demokratiewerkstatt auf dem richtigen Weg sei, so Parlamentsdirektor Dossi. (Beifall.)

*****

(Anschließend überreicht je ein Lehrling pro Klub den betreuenden Abgeordneten eine Mappe, in denen ihre Ideen und Forderungen zusammengefasst sind. Bei den Überreichungen bedanken sich die Teilnehmerinnen und betonen, sie hoffen, dass die von ihnen erarbeiteten Inhalte aufgenommen und weitergetragen werden.)

*****