1015/A(E) XXVIII. GP

Eingebracht am 23.09.2026
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ENTSCHLIESSUNGSANTRAG

der Abgeordneten Barbara Neßler, Freundinnen und Freunde

 

betreffend „Österreichs Schutzhütten in der Klima- und Wasserkrise helfen“

 

 

BEGRÜNDUNG

 

 

Österreichs Schutzhütten sitzen „auf dem Trockenen“ und brauchen verlässliche Hilfe!

Die Veränderungen in Folge der menschgemachten Klimakrise sind im alpinen und hochalpinen Raum vielfach besonders ausgeprägt: Von besonders starken Temperaturzunahmen über das Schwinden von Schneedecken, Gletschern und Permafrost bis zur damit verbundenen Destabilisierung der Berge, verstärkt durch immer mehr und extremere Extremwetterereignisse.

Die Schutzhütten sind Rückgrat des Wander- und Bergtourismus und werden mit viel ehrenamtlichem Einsatz und Geldern der Mitglieder der Vereine, ergänzt durch Fördermittel, engagiert erhalten. Sie sind damit ein wichtiger Bestandteil für Österreichs Tourismus und für die österreichische Berg- und Freizeitkultur, wie auch Mitglieder der Bundesregierung regelmäßig bekräftigen.

Der im Zusammenhang mit der Klimakrise stehende extreme Hitze- und Dürresommer 2026 hat viele Schutzhütten in unseren Bergen nochmals verstärkt getroffen: Das frühzeitige Abschmelzen von Schneereservoirs und Gletschern und der vielerorts anhaltend ausbleibende Niederschlag haben verstärkt die Wasser-versorgung vieler Schutzhütten beeinträchtigt und damit die Bewirtschaftbarkeit von Hütten an ihre Grenzen gebracht.

 

Fehlende Niederschläge, versiegende Quellen und eine heuer (wieder) wenig ergiebige Schneeschmelze sorgten besonders auf hochgelegenen Hütten und in den Karstgebieten der Nördlichen und Südlichen Kalkalpen bereits früh im Hochsommer für eine angespannte Situation. Diese wird sich absehbar fortsetzen, auch weil die zweite Seite der Klimakrisen-Medaille mehr Extremniederschlagsereignisse sind, die oft „nutzlos“ oder mit Schäden verbunden abfließen statt die Reservoire wirksam aufzufüllen.

Ein ansehnlicher Teil der über 270 Schutzhütten in alpiner Lage ist immer stärker betroffen.

Neben beherzten Wassersparmaßnahmen auf allen Ebenen sowie Sparappellen Richtung Gäste sind für den Weiterbetrieb der Hütten vielfach auch erhebliche Zusatzinvestitionen in die Wasserversorgung nötig - da, wo weitere oder bessere Wasserressourcenerschließung noch möglich ist. Die finanziellen Möglichkeiten der Hüttenbetreiber sind allerdings vielfach ausgeschöpft oder mit der Größenordnung dieser Investitionen überfordert. Nicht-Bewirtschaftung, vorzeitige Sperren mitten in der Wander-Hochsaison oder gar die Schließung betroffener Hütten wären die Folge.

Daher wäre es wichtig, über die momentan für zwei Jahre merklich erhöhten Förder-mittel des Bundes hinaus langfristig verantwortungsvoll auf diesen wesentlich erhöhten Bedarf zu antworten.

 

 

Die unterfertigenden Abgeordneten stellen daher folgenden

 

 

ENTSCHLIESSUNGSANTRAG

 

 

Der Nationalrat wolle beschließen:

 

„Die Bundesregierung und insbesondere der Bundesminister für Wirtschaft, Energie und Tourismus im Zusammenwirken mit dem Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft werden aufgefordert, im Hinblick auf den in der Klimakrise namentlich im Bereich Wasser-versorgung neuerlich stark steigenden Investitionsbedarf der österreichischen Schutzhütten eine entsprechend dotierte, längerfristig erhöhte Förderperspektive für diesen Bereich für die erforderliche Planbarkeit der nötigen, regionalwirtschaftlich wichtigen Investitionen in die Wege zu leiten.“

 

 

 

 

 

In formeller Hinsicht wird die Zuweisung an den Tourismusausschuss vorgeschlagen.