610/A(E) XXVIII. GP

Eingebracht am 20.11.2025
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ENTSCHLIESSUNGSANTRAG

 

der Abgeordneten Peter Wurm, Dr. Dagmar Belakowitsch

und weiterer Abgeordneter

betreffend Einführung eines bundesweiten „Warenkorbs“ für österreichische Grundnahrungsmittel zur Entlastung der Konsumenten und zur Stärkung der heimischen Landwirte und Produzenten

 

 

Die anhaltend hohe Inflation und Teuerung insbesondere bei Lebensmitteln trifft mittlerweile nahezu die gesamte Bevölkerung, im besonderen Ausmaß aber einkommensschwache Haushalte überdurchschnittlich stark.

 

Die Österreicherinnen und Österreicher sind weiterhin massiv durch die Teuerung belastet, die nach Ansicht des WIFO kaum zurück geht:

 

„Nach den Rekord-Inflationsjahren 2022 und 2023 mit 8,6 Prozent und 7,8 Prozent sank die Teuerung 2024 auf 2,9 Prozent und soll heuer bei 2,7 Prozent (Wifo) bzw. 2,9 Prozent (IHS) liegen. Das Auslaufen der Strompreisbremse, der Anstieg der Netzentgelte bei Strom und Erdgas und die Anhebung von Erneuerbaren-Förderung und CO2-Steuer haben die Teuerung in Österreich Anfang 2025 deutlich steigen lassen. […] Die Inflation in Österreich ist im Vergleich zur Eurozone weiterhin ‚zu hoch‘, so der Wifo-Chef. Hierzulande soll heuer die Teuerung um 0,5 Prozentpunkte höher sein als im Eurozonen-Durchschnitt, im Vorjahr war die Inflationsrate um 0,6 Prozentpunkte höher als im Euroraum-Schnitt.“[1]

 

Laut AK sind gerade im Bereich der billigsten Lebensmittel die Preise im März-Jahresvergleich wieder stark gestiegen:

 

„Einkaufen wird zur Kostenfalle! Kaffee, Schokolade, Teebutter, Orangensaft – die Preise stiegen je nach Produkt um bis zu 72 Prozent innerhalb eines Jahres. Ein aktueller AK Preismonitor bei 40 billigsten Lebens- und einigen Reinigungsmitteln bei sieben Supermärkten und Diskontern im März zeigt: Die billigsten Lebensmittel haben sich im Vergleich zum Vorjahr um durchschnittlich zehn Prozent verteuert.

 

Das stößt sauer auf: Fürs Einkaufen müssen Konsument:innen so tief wie noch nie ins Geldbörsel greifen. Ein Einkaufskorb mit 40 billigsten Lebens- und Reinigungsmitteln kostete im März 2025 bereits fast 81 Euro – im März 2024 waren es noch 73,27 Euro. Das ist ein Plus von 10,1 Prozent!“[2]

 

Diese dramatische Entwicklung setzte sich laut aktuellem AK-Preismonitor im Laufe des Jahres weiter fort:

 

„Kaffee, Orangensaft, Brot & Co. – für die billigsten Lebensmittel müssen Konsument:innen wieder tiefer ins Geldbörsel greifen. Die Preise gehen durch die Decke und sind im Vergleich zum Vorjahr um durchschnittlich rund acht Prozent gestiegen. Das zeigt ein aktueller AK Preismonitor bei 40 billigsten Lebens- und einigen Reinigungsmitteln bei sieben Supermärkten und Diskontern im September.

 

Da bleibt einem der Bissen im Hals stecken: Ein Einkaufskorb mit 40 billigsten Lebens- und wenigen Reinigungsmitteln kostet im September 2025 fast 82 Euro, ein Rekordpreis! Im Vorjahr waren es knapp 76 Euro. Das ist ein Plus von 8,2 Prozent! Supermärkte sind teurer als Diskonter (durchschnittlich plus 7,8 Prozent).

[…]

Seit Beginn der Teuerungswelle im September 2021 sind die Preise regelrecht explodiert. Ein Einkaufskorb kostete damals rund 51 Euro, jetzt fast 82 Euro – das ist eine Verteuerung von 60 Prozent! Bis auf Flüssigwaschmittel wurde alles teurer. Einige Beispiele: Orangensaft plus 157 Prozent, Bohnenkaffe plus 151 Prozent, Penne-Nudeln plus 103 Prozent und Mehl plus 88 Prozent.“[3]

 

Vor diesem Hintergrund ist es daher dringend an der Zeit, im Sinne der Entlastung der Konsumenten durch eine Reduktion der Preise insbesondere bei Grund-nahrungsmitteln im Einvernehmen mit dem Handel ein Modell eines bundesweiten „Warenkorbs“ für österreichische Grundnahrungsmittel zu entwickeln und umzusetzen.

 

Dabei sollte der Lebensmittelhandel jeweils ein Produkt nach eigener Wahl aus österreichischer Produktion aus den Produktgruppen wie beispielsweise Brot, Milch, Eier, Nudeln, Mehl, Obst, Gemüse, einfache Fleisch- und Fischprodukte, etc. den Konsumenten anbieten und für das jeweilige Produkt auf 2/3 des sonst in dieser Kategorie üblichen Handelsaufschlags verzichten. Dieses entsprechend günstigere Produkt aus heimischer Produktion wäre als solches beispielsweise als „Österreich-Warenkorb“ zu kennzeichnen.

 

Damit wird einerseits eine dringend notwendige finanzielle Entlastung der Bevölkerung bei Grundnahrungsmitteln erreicht und andererseits die heimischen Produzenten und Landwirte gestärkt.

 

 

Die unterfertigten Abgeordneten stellen daher nachstehenden

 


 

Entschließungsantrag

 

Der Nationalrat wolle beschließen:

„Die Bundesregierung, insbesondere die Bundesministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz wird aufgefordert, mit dem österreichischen Handel in Gespräche einzutreten, um ein Modell eines bundesweiten ‚Warenkorbs‘ für österreichische Grundnahrungsmittel zu entwickeln und umzusetzen.“

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In formeller Hinsicht wird ersucht, diesen Antrag dem Ausschuss für Arbeit und Soziales zuzuweisen.



[1]    APA0322 5 WI 1095 II/WB Aktualisiert APA0239/27.03 Do, 27.Mär 2025

[2]    https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20250402_OTS0032/ak-preismonitor-weiterer-preisschock-bei-billigsten-lebensmitteln (aufgerufen am 14.11.2025)

[3]    https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20250930_OTS0042/ak-preismonitor-wieder-saftige-teuerungen-bei-billigsten-lebensmitteln (aufgerufen am 14.11.2025)