718/A(E) XXVIII. GP

Eingebracht am 25.02.2026
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ENTSCHLIESSUNGSANTRAG

 

der Abgeordneten Peter Wurm, Dr. Dagmar Belakowitsch

und weiterer Abgeordneter

betreffend Schutz vor Schadstoffbelastung in Alltagsprodukten

 

 

Im Rahmen des Projekts „ToxFree LIFE for all“[1] hat der Verein für Konsumenten-information (VKI) in Zusammenarbeit mit Verbraucherorganisationen aus Slowenien, Tschechien und Ungarn insgesamt 81 Kopfhörerprodukte auf Schadstoffe getestet. 64 dieser Produkte waren zum Zeitpunkt der Untersuchung in Österreich im Handel erhältlich. Laut Medienberichten sind die Ergebnisse aus Sicht des Konsumenten-schutzes sowie der öffentlichen Gesundheit besorgniserregend: Kein einziges getestetes Modell war vollständig frei von gesundheitlich bedenklichen Schadstoffen.[2]

 

Untersucht wurden Kopfhörer aus drei Kategorien – Kinder-, Gaming- und Erwachsenenmodelle – und nach einem Ampelsystem bewertet. Von den in Österreich erhältlichen 64 Produkten wurden 28 mit „Rot“ bewertet, also als nicht empfehlenswert eingestuft. Weitere sieben Produkte erhielten die Bewertung „Gelb“, während lediglich 29 Modelle mit „Grün“ bewertet wurden – letztere aufgrund vergleichsweise geringerer Belastung. Auch wenn insbesondere viele Kinderkopfhörer geringere Schadstoff-mengen enthielten, fielen dennoch sieben Modelle in dieser Kategorie mit einer roten Bewertung negativ auf.

 

Die getesteten Produkte enthielten unter anderem Chlorparaffine, Phthalate, Flammschutzmittel und Bisphenole. Diese Chemikalien stehen laut einschlägiger wissenschaftlicher Literatur in Verdacht, krebserregend zu sein, Organe und Nervensystem zu schädigen, hormonelle Störungen zu verursachen, die Fruchtbarkeit zu beeinträchtigen sowie das Immunsystem und die kindliche Entwicklung negativ zu beeinflussen. Darüber hinaus stellen viele dieser Stoffe auch eine Gefahr für die Umwelt dar.


Die unterfertigten Abgeordneten stellen daher nachstehenden

 

Entschließungsantrag

 

Der Nationalrat wolle beschließen:

„Die Bundesregierung wird aufgefordert, Maßnahmen zu ergreifen, um Konsumenten, insbesondere Kinder, vor der Belastung durch hormonell wirksame oder neurotoxische Stoffe in Alltagsprodukten wie Kopfhörern zu schützen.“

 

 

 

 

 

 

In formeller Hinsicht wird ersucht, diesen Antrag dem Konsumentenschutzausschuss zuzuweisen.



[1]   https://webgate.ec.europa.eu/life/publicWebsite/project/LIFE22-GIE-HU-ToxFree-LIFE-for-All-101114078/awareness-raising-and-behaviour-change-program-to-empower-consumer-citizens-to-live-toxic-free-lives-reduce-chemical-risks-on-their-health-and-the-environment-and-to-upscale-their-positive-impact (aufgerufen am 09.02.2026)

[2]   https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20251021_OTS0007/vki-test-schadstoffe-in-kopfhoerern-bedenkliche-nebengeraeusche (aufgerufen am 09.02.2026)