915/A(E) XXVIII. GP

Eingebracht am 21.05.2026
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ENTSCHLIESSUNGSANTRAG

 

des Abgeordneten Markus Leinfellner

und weiterer Abgeordneter

betreffend Sportbudget absichern und Kürzungen im Spitzen- und Breitensport verhindern

 

 

Sport nimmt einen zentralen Platz im Leben der Österreicherinnen und Österreicher ein. Er vereint Menschen über Generationen hinweg, begeistert Millionen und prägt den Alltag vieler. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung ist regelmäßig sportlich aktiv, sei es im Verein oder in der Freizeit. Über eine halbe Million engagieren sich ehrenamtlich in Vereinen und leisten damit einen wesentlichen Beitrag für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Förderung von Sport und Bewegung in Österreich.

 

Um die Bedeutung des Sports weiter zu stärken, braucht es klare und verlässliche Rahmenbedingungen. Die Aufgabe der Politik ist es, die finanzielle und organisatorische Unterstützung so auszurichten, dass sie allen zugutekommt – vom Nachwuchs bis zu den Spitzenathleten. Reformen, mit der Zielsetzung, die Bürokratie abzubauen und Fördermittel transparenter sowie zielgerichteter zu vergeben, sind hierbei unerlässlich.

 

Sparen im Sport ist Sparen am falschen Ort, denn Sport ist ein wesentlicher Faktor für Gesundheit, Wirtschaft und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Jeder in diesen Bereich investierte Euro kommt der Allgemeinheit mehrfach zugute. Besonders deutlich zeigt sich dies an der volkswirtschaftlichen Bedeutung des organisierten Sports: Die Sportbranche löst laut Berechnungen von Univ.-Prof. Dr. Christian Helmenstein jährlich rund 8 Milliarden Euro an Steuern und Abgaben aus, sichert 357.000 Arbeitsplätze und schafft im weiteren Sinn eine Wertschöpfung von 24,1 Milliarden Euro. Darüber hinaus erspart regelmäßige Bewegung dem Gesundheitssystem bereits jetzt rund 527 Millionen Euro pro Jahr.[1]

 

Auch die Österreichische Bundes-Sportorganisation „Sport Austria“ sieht die aktuelle Entwicklung rund um das Sportbudget kritisch:

 

„Bereits das laufende Sparpaket bedeutet jährlich rund 30 Millionen Euro weniger für den Sport und damit einen Rückgang der staatlichen Fördermittel um rund 13 Prozent. Betroffen sind Spitzen-, Breiten- und Vereinssport gleichermaßen; weitere Einschnitte würden die Lage massiv verschärfen und unter anderem den Abbau von Trainern, weniger Trainingszeiten, geringere Athletenbudgets, weniger Nachwuchsförderung, den Verlust von Know-how, weniger Wettkampfbeschickungen, größere Infrastrukturprobleme, die Absage von Veranstaltungen, den Rückzug ehrenamtlicher Mitarbeiter und letztlich auch Vereinsschließungen nach sich ziehen.“[2]

 

Ein weiteres Sparpaket ist dem österreichischen Sport daher nicht zuzumuten. Kürzungen bei Sportvereinen, Trainern, Sportlern und der Sportinfrastruktur treffen nicht nur den Spitzen- und Breitensport, sondern schwächen zugleich die Gesundheit der Bevölkerung, das Ehrenamt und die Entwicklungsmöglichkeiten der Jugend.

 

 

Die unterfertigten Abgeordneten stellen daher nachstehenden

 

Entschließungsantrag

 

Der Nationalrat wolle beschließen:

„Die Bundesregierung wird aufgefordert, von weiteren Kürzungen im Sportbudget abzusehen und eine dauerhaft verlässliche Finanzierung des Breiten-, Spitzen- und Vereinssports sicherzustellen.“

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In formeller Hinsicht wird ersucht, diesen Antrag dem Sportausschuss zuzuweisen.



[1]   https://www.sportaustria.at/fileadmin/Inhalte/Dokumente/Sport_und_Wirtschaft2022.pdf (aufgerufen am 21.05.2026)

[2]   https://www.sportaustria.at/de/ueber-uns/aufgaben-und-geschaeftsstelle/presse/pressemeldungen/in-sport-investieren-statt-potenziale-verlieren-sport-austria-warnt-vor-budgetkuerzungen (aufgerufen am 21.05.2026)