920/A(E) XXVIII. GP

Eingebracht am 10.06.2026
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ENTSCHLIESSUNGSANTRAG

der Abgeordneten Ralph Schallmeiner, Olga Voglauer, Lukas Hammer, Freundinnen und Freunde

 

betreffend Wie gesundheitsgefährlich sind PFAS? Langzeitstudie notwendig

 

 

 

BEGRÜNDUNG

 

 

PFAS (per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen), auch bekannt als Ewigkeits-chemikalien, umfassen eine Vielzahl verschiedener Substanzen. Ihnen allen ist gemein, dass sie nicht oder nur schwer abgebaut werden können. Diesem Umstand verdanken sie ihre Bezeichnung als Ewigkeitschemikalien. Sie finden sich zum Beispiel in Textilien, Lebensmitteln, Lippenstift und anderen Kosmetika, Feuer-löschern und Pestiziden und letztlich in Böden, im Grund- und Trinkwasser und in Lebensmitteln. In den menschlichen Körper gelangen sie meist über das Trinkwasser und Lebensmittel und finden sich dort im Blut und können zu einer Anreicherung im Körper führen. Untersuchungen zu PFAS-Belastung in Lebensmitteln und Trink-wasser in Österreich werden mittlerweile jährlich durchgeführt und können auf der Webseite der (AGES)[1] eingesehen werden. Aufgrund internationaler und in Öster-reich durchgeführter Untersuchungen ist davon auszugehen, dass sich bei den meisten Menschen PFAS im Blut nachweisen lassen[2]. Die Österreichische Plattform für Human Biomonitoring[3] hat in diesem Zusammenhang bereits erste Erkenntnisse geliefert.

 

Zu den möglichen gesundheitlichen Auswirkungen von PFAS gibt es mittlerweile zahlreiche Studien. Nicht alle PFAS sind gleich gefährlich, klar belegt ist jedoch, dass einige Stoffe aus der Gruppe der PFAS massiv gesundheitsschädlich sind. Bisherige Untersuchungen belegen Gesundheitsproblemen wie erhöhte Cholesterinwerte, Leberschäden, Schilddrüsenerkrankungen, Fettleibigkeit, Fruchtbarkeitsstörungen oder auch ein erhöhtes Krebsrisiko (Nierenkrebs, Hodenkrebs). Um auch die gesundheitlichen Langzeitfolgen der Ewigkeitschemikalien aussagekräftig erfassen zu können sind Langzeitstudien erforderlich, da zwischen Exposition bzw. erhöhter Konzentration im Körper und der Erkrankung selbst Jahre liegen können. Dabei sollen insbesondere die gefährlichsten PFAS auf ihre Langzeitfolgen untersucht werden. Verlässliche Gesundheitsdaten sind Voraussetzung für weitere präventive Maßnahmen als auch für Früherkennungs- sowie Behandlungsmöglichkeiten von Krankheiten.

 

 

Die unterfertigenden Abgeordneten stellen daher folgenden

 

 

ENTSCHLIESSUNGSANTRAG

 

 

Der Nationalrat wolle beschließen:

 

„Die Bundesregierung und insbesondere die Bundesministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsument:innenschutz sowie die Bundesministerin für Frauen, Wissenschaft und Forschung werden aufgefordert eine Langzeitstudie zu den gesundheitlichen Auswirkungen von so genannten Ewigkeitschemikalien bzw. PFAS (per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen) in Auftrag zu geben. Die Studie soll insbesondere die Gesundheit gefährdendsten PFAS in den Blick nehmen sowie ein die Bevölkerung repräsentierendes Sampel umfassen. Damit sollen zuverlässige Langzeitdaten erhoben werden.“

 

 

 

 

 

In formeller Hinsicht wird die Zuweisung an den Gesundheitsausschuss vorgeschlagen.



[1] https://www.ages.at/mensch/ernaehrung-lebensmittel/rueckstaende-kontaminanten-von-a-bis-z/per-und-polyfluorierte-alkylverbindungen-pfas?cHash=da28810d6c655bbe0eba6abf092412d0&sword_list%5B0%5D=24h&sword_list%5B1%5D=store&utm_source=chatgpt.com

[2] https://www.umweltbundesamt.at/fileadmin/site/publikationen/rep0820.pdf

[3] https://www.bmluk.gv.at/service/publikationen/klima-und-umwelt/human-biomonitoring-in-oesterreich-2024.html