945/A(E) XXVIII. GP

Eingebracht am 11.06.2026
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ENTSCHLIESSUNGSANTRAG

 

des Abgeordneten Mag. Christian Ragger

und weiterer Abgeordneter

betreffend Machbarkeitsstudie zur Entlastung und allfälligen Umfahrung der Bahntrasse Klagenfurt-Villach im Zusammenhang mit den transeuropäischen Verkehrsnetzen

 

 

Die Trasse Klagenfurt–Villach ist ein wesentlicher Bestandteil der regionalen sowie überregionalen Schieneninfrastruktur im Süden Österreichs. Seit der Inbetriebnahme der Koralmbahn mit dem Fahrplanwechsel am 14. Dezember 2025 hat sich die verkehrliche Bedeutung des Kärntner Zentralraums weiter erhöht. Die Koralmbahn als Teil der neuen Südstrecke ist eines der bedeutendsten Infrastrukturprojekte Europas. Als Teil des Baltisch-Adriatischen Korridors stärkt sie wichtige Verkehrs- und Wirtschaftsräume zwischen Ostsee und Adria und macht den Gütertransport auf der Schiene attraktiver.[1]

 

Durch die neue Südstrecke wurden die Fahrzeiten deutlich verkürzt und das Angebot im Fernverkehr ausgeweitet. Laut ÖBB beträgt die Fahrzeit zwischen Graz und Klagenfurt seit dem Fahrplan 2026 nur mehr rund 41 Minuten.[2] Für Kärnten verweist die ÖBB weiters darauf, dass die Strecke Wien-Graz-Klagenfurt-Villach auf einen durchgehenden Stundentakt verdichtet und alle zwei Stunden durch einen zusätzlichen Railjet Express ergänzt wird. Auf der Tauernstrecke verdoppelt sich das Angebot auf einen Stundentakt.[3]

 

Damit rückt auch der Abschnitt Klagenfurt-Villach stärker in den Fokus der langfristigen Infrastrukturplanung. Er ist nicht bloß eine regionale Verbindung innerhalb Kärntens, sondern verknüpft die Koralmbahn und die Südstrecke mit der Tauernachse, dem Bahnknoten Villach sowie internationalen Verbindungen in Richtung Italien und Slowenien. Vor diesem Hintergrund sind die langfristigen Anforderungen an Kapazität, Betriebsqualität, regionale Einbindung sowie Lärm- und Anrainerschutz vertieft zu prüfen. Dabei sollen insbesondere Entlastungs-, Ausbau- und Umfahrungsvarianten ergebnisoffen untersucht werden.

 

Eine ergebnisoffene Machbarkeitsstudie soll daher klären, ob und unter welchen Voraussetzungen eine Entlastung, ein Ausbau, eine Neutrassierung oder eine allfällige Umfahrung des bestehenden Bahnabschnitts Klagenfurt-Villach verkehrlich notwendig und sinnvoll, technisch realisierbar, ökologisch vertretbar, raumordnerisch zweckmäßig und finanziell darstellbar ist. Eine solche Studie stellt keine Vorentscheidung über eine konkrete Maßnahme oder Trasse dar, sondern soll eine sachliche Grundlage für mögliche weitere Planungsschritte schaffen.

 

Auch auf europäischer Ebene ist die Achse von Bedeutung. Die ÖBB-Infrastruktur verweist darauf, dass entlang des Baltisch-Adriatischen Korridors zwischen Ostsee und Adria mehr als 100 große und kleine Projekte umgesetzt werden und die Aufnahme der Südstrecke in diese transeuropäische Verbindung Österreich besser an wichtige Wirtschaftsräume und Seehäfen anbindet. Dies lässt zusätzliche Anforderungen an die Leistungsfähigkeit der anschließenden Abschnitte erwarten.[4]

 

Gerade bei Projekten mit europäischer Netzrelevanz ist zudem zu prüfen, ob hierfür geeignete EU-Finanzierungsinstrumente herangezogen werden können. Das Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur hält fest, dass die Connecting Europe Facility (CEF) das wesentliche europäische Kofinanzierungs-instrument für TEN-T-Verkehrsprojekte darstellt und insbesondere Projekte mit europäischem Mehrwert auf dem TEN-T-Netz berücksichtigt.[5] Im Rahmen der Machbarkeitsstudie soll daher auch geklärt werden, ob diese oder nachfolgende Planungsschritte im Rahmen des CEF Transport-Programms oder sonstiger einschlägiger EU-Programme kofinanziert werden können.[6]

 

 

Die unterfertigten Abgeordneten stellen daher nachstehenden

 

Entschließungsantrag

 

Der Nationalrat wolle beschließen:

„Die Bundesregierung, insbesondere der Bundesminister für Innovation, Mobilität und Infrastruktur, wird aufgefordert, unter Einbindung der ÖBB-Infrastruktur AG, des Landes Kärnten und der betroffenen Gemeinden eine ergebnisoffene Machbarkeits-studie zur Entlastung, Kapazitätssteigerung und allfälligen Neutrassierung beziehungsweise Umfahrung des Bahnabschnitts Klagenfurt-Villach im Zusammen-hang mit dem transeuropäischen Verkehrsnetz zu veranlassen.“

 

 

 

 

 

In formeller Hinsicht wird ersucht, diesen Antrag dem Ausschuss für Verkehr und Mobilität zuzuweisen.



[1]    https://infrastruktur.oebb.at/de/projekte-fuer-oesterreich/bahnstrecken/suedstrecke-wien-villach/koralmbahn (aufgerufen am 18.05.2026)

[2]    https://www.oebb.at/de/neuigkeiten/fahrplan-2026 (aufgerufen am 18.05.2026)

[3]    https://www.oebb.at/de/neuigkeiten/fahrplan-2026/kaernten (aufgerufen am 18.05.2026)

[4]    https://suedstrecke.oebb.at/ (aufgerufen am 18.05.2026)

[5]    https://www.bmimi.gv.at/themen/mobilitaet/transport/international/publikationen/ten-t.html (aufgerufen am 18.05.2026)

[6]    https://cinea.ec.europa.eu/programmes/connecting-europe-facility_en (aufgerufen am 18.05.2026)