644 der Beilagen zu den Stenographischen Protokollen des Nationalrates XXVIII. GP
Bericht
des Tourismusausschusses
über den Bericht des Bundesministers für Wirtschaft, Energie und Tourismus betreffend Tourismus in Österreich 2025 (III-359 der Beilagen)
Die Nachfrage nach „Urlaub in Österreich“ war auch 2025 ungebrochen: Mit 157,3 Millionen Nächtigungen und 48,2 Millionen Gästeankünften wurde erneut ein Erfolgswert erreicht. Das entspricht einem Plus von 1,9 % bei den Nächtigungen und 3,1 % bei den Ankünften gegenüber 2024. Wachstumstreiber waren insbesondere internationale Gäste, aber auch der Inlandstourismus entwickelte sich weiterhin positiv.
Diese Zahlen zeigen klar: Österreichs Tourismus behauptet sich erfolgreich im internationalen Wettbewerb. Die hohe Qualität des heimischen Angebots, die Vielfalt der Regionen und die Leistungsbereitschaft der Betriebe machen Österreich zu einer der wettbewerbsfähigsten Tourismusdestinationen Europas. Der Tourismus ist damit nicht nur Aushängeschild unseres Landes, sondern auch ein zentraler Wirtschaftsmotor und Beschäftigungsgarant in den Regionen.
Der Sommer 2025 zeigt aber auch: Tourismus ist heute mehr denn je ein internationaler Wettbewerbsmarkt. Gäste erwarten höchste Qualität, digitale Services, nachhaltige Angebote und ein starkes Preis-Leistungs-Verhältnis. Genau deshalb braucht es Rahmenbedingungen, die Investitionen ermöglichen, Betriebe stärken und Leistung belohnen. Unser Anspruch muss sein, dass Österreich nicht nur eines der schönsten Urlaubsländer der Welt bleibt, sondern auch eines der wettbewerbsfähigsten. Denn Tourismus sichert Wohlstand, regionale Wertschöpfung und hunderttausende Arbeitsplätze in ganz Österreich. Die Bundesregierung hat 2025 gezielt Maßnahmen gesetzt, um den Tourismusstandort Österreich und die Leistungsfähigkeit der Branche weiter zu stärken.
Ein Schwerpunkt lag dabei auf dem Arbeitsmarkt. Mit praxisnahen Regelungen für Abgaben auf Trinkgelder wurde mehr Rechtssicherheit im Steuer- und Sozialversicherungsrecht geschaffen. Zusätzlich wurden steuerliche Vorteile für Überstunden verlängert sowie Sonn- und Feiertagszuschläge wieder steuerfrei gestellt. Um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, wurde außerdem das Saisonkontingent für den Tourismus auf 5.500 Personen erhöht und um ein zusätzliches Westbalkan-Kontingent von 2.500 Personen ergänzt.
Auch bei den Energiekosten wurden gezielte Entlastungen umgesetzt. Die Senkung der Elektrizitätsabgabe sowie des Erneuerbarenförderbeitrags haben insbesondere energieintensive Tourismusbetriebe spürbar entlastet. Parallel dazu wurde die gewerbliche Tourismusförderung des Bundes noch stärker auf nachhaltige und zukunftsorientierte Investitionen ausgerichtet.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Absicherung familiengeführter Betriebe und der Stärkung des Unternehmertums im ländlichen Raum. Das Unterstützungsangebot für Betriebsübergaben wurde gezielt ausgebaut. Mit einer neuen Förderschiene wird unter anderem die Erstellung von Businessplänen zur Vorbereitung von Betriebsübergaben unterstützt. Ziel ist es, der nächsten Generation von Unternehmerinnen und Unternehmern den Einstieg zu erleichtern und touristische Wertschöpfung in den Regionen langfristig abzusichern.
Der Tourismus blieb damit auch 2025 eine tragende Säule der österreichischen Wirtschaft. Mit einer Wertschöpfung von 33,1 Milliarden Euro leistete die Branche mehr als 6,5 % des Bruttoinlandsprodukts. Unter Einrechnung der Freizeitwirtschaft verdoppelt sich diese volkswirtschaftliche Bedeutung nahezu. Gleichzeitig steigt auch die Beschäftigung weiter: 228.634 Menschen waren 2025 in Hotellerie und Gastronomie unselbstständig beschäftigt.
Diese Entwicklung zeigt: Tourismus schafft Arbeitsplätze, Wertschöpfung und Perspektiven weit über die klassischen Tourismusregionen hinaus. Gerade für viele ländliche Räume ist der Tourismus ein zentraler Stabilitäts- und Wachstumsfaktor.
Um die Branche bestmöglich auf die Zukunft vorzubereiten, wurde 2025 auch die Erarbeitung der neuen Tourismusstrategie des Bundes – der Vision T – gestartet. Ziel ist es, den österreichischen Tourismus bis 2035 strategisch weiterzuentwickeln und langfristig wettbewerbsfähig aufzustellen.
Grundlage dafür war eine umfassende 360 Grad Tourismus-Analyse, an der sich mehr als 4.000 Personen beteiligt haben. Aufbauend darauf wurden gemeinsam mit Expertinnen und Experten sowie Vertreterinnen und Vertretern der Tourismuswirtschaft zentrale Handlungsfelder diskutiert. Der Prozess ist zum Zeitpunkt der Fertigstellung dieses Berichtes noch nicht abgeschlossen; aktuelle Informationen finden sich auf der Homepage des BMWET.
Die Vision T soll künftig als gemeinsamer strategischer Orientierungsrahmen für Bund, Länder und Regionen dienen. Gerade im föderalen Tourismussystem Österreichs braucht es gemeinsame Zielbilder, klare Prioritäten und ein koordiniertes Vorgehen, um Kräfte zu bündeln und Investitionen bestmöglich zu steuern.
Die Vision T versteht sich daher nicht als starres Regelwerk, sondern als gemeinsamer Zukunftsplan für einen starken, nachhaltigen und wettbewerbsfähigen Tourismusstandort Österreich.
Dabei ist klar: Die Zukunft des Tourismus entscheidet sich nicht allein über Nächtigungszahlen, sondern über Wettbewerbsfähigkeit, Qualität, Innovation und regionale Wertschöpfung. Genau daran arbeitet die Bundesregierung gemeinsam mit der Branche.
Allen Unternehmerinnen und Unternehmern, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie allen Beteiligten, die zum erfolgreichen Tourismusjahr 2025 beigetragen haben, gilt unser herzlicher Dank. Ihr Einsatz, ihre Innovationskraft und ihre Leistungsbereitschaft machen Österreich Jahr für Jahr zu einem der erfolgreichsten Tourismusländer Europas.
Der Tourismusausschuss hat den gegenständlichen Bericht in seiner Sitzung am 1. Oktober 2026 in Verhandlung genommen.
Vor Beginn der Verhandlungen wurde einstimmig die
Beiziehung von Herrn Mag. Dr. Oliver Fritz, MSc (WIFO) und Herrn Dr.
Peter Laimer (Statistik Austria) als Auskunftspersonen gemäß
§ 40 Abs. 1 GOG‑NR beschlossen.
An der Debatte beteiligten sich außer dem
Berichterstatter Abgeordneten Gabriel Obernosterer die Abgeordneten Michael
Fürtbauer, Melanie Erasim, MSc, Ines Holzegger,
Barbara Neßler,
Dipl.-Ing. Christian Schandor, Tina Angela Berger, Mag. Katrin Auer,
Ing. Johann Weber,
Dr. Elisabeth Götze und Mag. Antonio Della Rossa, die Auskunftspersonen
Dr. Peter Laimer und
Mag. Dr. Oliver Fritz sowie die Staatssekretärin im
Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus Mag. Elisabeth Zehetner
und der Ausschussobmann Abgeordneter Christoph Steiner.
Vor Schluss der Debatte beschloss der Ausschuss gemäß § 28b Abs. 4 des Geschäftsordnungsgesetzes des Nationalrates einstimmig den vorliegenden Bericht aus wichtigen Gründen nicht endzuerledigen.
Bei der Abstimmung wurde einstimmig beschlossen, dem
Nationalrat die Kenntnisnahme des gegenständlichen Berichtes zu empfehlen.
Als Ergebnis seiner Beratungen stellt der Tourismusausschuss somit den Antrag, der Nationalrat wolle den Bericht des Bundesministers für Wirtschaft, Energie und Tourismus betreffend Tourismus in Österreich 2025 (III-359 der Beilagen) zur Kenntnis nehmen.
Wien, 2026 10 01
Gabriel Obernosterer Christoph Steiner
Berichterstattung Obmann