3473/J XXVIII. GP
Eingelangt am 30.09.2025
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ANFRAGE
der Abgeordneten Ricarda Berger
an den Bundesminister für Bildung
betreffend Steigende Zahl an Suspendierungen und Disziplinproblemen an österreichischen Schulen
Immer häufiger wird von massiven Disziplinproblemen an österreichischen Schulen berichtet. Lehrkräfte, Schulleitungen und Elternverbände warnen vor einer deutlichen Zunahme an respektlosem Verhalten, verbaler und körperlicher Gewaltbereitschaft sowie wiederkehrenden Störungen des Unterrichts, die den Schulalltag erheblich belasten. Neben einzelnen gravierenden Vorfällen zeigt sich laut zahlreichen Rückmeldungen aus der Praxis ein kontinuierlicher Anstieg von kleineren, aber häufig auftretenden Disziplinverstößen, die in Summe ein lernförderliches Umfeld erschweren.
Viele Pädagogen fühlen sich bei der Aufrechterhaltung von Ordnung und Autorität zunehmend allein gelassen – im Extremfall muss auf Suspendierungen als letztes und schärfstes Mittel der Disziplinarmaßnahmen zurückgegriffen werden. Diese Entwicklung wirft nicht nur Fragen zur Ursachenlage und zu gesellschaftlichen Hintergründen auf, sondern auch zu den bestehenden Unterstützungsangeboten für Schulen im Umgang mit auffälligen Schülern. Gleichzeitig stellt sich die Frage, ob die derzeitigen rechtlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen ausreichen, um Schulen eine rasche und wirksame Reaktion auf schwerwiegende Störungen zu ermöglichen und gleichzeitig präventive Maßnahmen nachhaltig zu verankern.
In diesem Zusammenhang richtet die unterfertigte Abgeordnete an den Bundes-minister für Bildung nachstehende
Anfrage
1. Wie viele Suspendierungen wurden in den letzten fünf Schuljahren österreichweit ausgesprochen? (Bitte um jährliche Aufschlüsselung nach Bundesländern sowie nach Schultypen)
2. Welche Hauptgründe wurden für diese Suspendierungen jeweils dokumentiert?
3. Wie viele der Suspendierungen betrafen Schüler mit außerordentlichem Status?
4. Welche Maßnahmen setzt das Bundesministerium, um Disziplinproblemen vorzubeugen und die Schulleitungen bei der Durchsetzung schulischer Ordnung zu unterstützen?
5. Wie beurteilt der Bundesminister den Zusammenhang zwischen Integrations-defiziten, Sprachbarrieren und der steigenden Zahl an Suspendierungen?
6. Ist geplant, den Schulleitungen mehr rechtliche Möglichkeiten einzuräumen, um bei wiederholten oder massiven Störfällen rascher zu handeln?
7. Welche konkreten Konzepte für sogenannte „Timeout-Klassen“ liegen derzeit im Bundesministerium auf?
8. In welchen Bundesländern oder Schulversuchen sollen diese „Timeout-Klassen“ zunächst erprobt werden und nach welchem Zeitplan?
9. Welche personellen und finanziellen Ressourcen sind für die Einrichtung und den Betrieb dieser Klassen vorgesehen?
10. Nach welchen pädagogischen Kriterien sollen Schüler in eine „Timeout-Klasse“ zugewiesen werden und wer trifft diese Entscheidung?