4033/J XXVIII. GP
Eingelangt am 25.11.2025
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ANFRAGE
der Abgeordneten Rosa Ecker, MBA
an den Bundesminister für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport
betreffend Gehalts- und Beschäftigungsstrukturen im Kulturbereich
Der Kunst- und Kulturbericht 2024 enthält detaillierte Angaben zu den Beschäftigungs- und Einkommensverhältnissen im österreichischen Kulturbereich. Dabei zeigt sich, dass je nach Sparte und Beschäftigungsform Einkommensunterschiede in einer Bandbreite von rund 18% bis 37% bestehen; bei selbständig Tätigen liegt der Unterschied durchschnittlich bei etwa 36%. Zudem wird auf weiterhin bestehende Herausforderungen in Bezug auf die Vereinbarkeit von Familie und künstlerischer Tätigkeit hingewiesen.[1]
Der Kunst- und Kulturbereich wird in erheblichem Umfang durch öffentliche Mittel finanziert. Daher sind Transparenz und Nachvollziehbarkeit mitunter in den Bereichen Fördervergabe und Einkommensgestaltung als Grundlagen der Kulturverwaltung unumgänglich.
In diesem Zusammenhang richtet die unterfertigte Abgeordnete an den Bundes-minister für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport nachstehende
Anfrage
1. Welche konkreten Maßnahmen hat Ihr Ministerium seit Veröffentlichung des Gender Reports[2] gesetzt, um die Gehalts- und Beschäftigungsstrukturen im Kulturbereich zu analysieren und gegebenenfalls anzupassen?
2. Welches Budget wurde für diese Maßnahmen bereitgestellt?
3. Wann traten diese Maßnahmen in Kraft?
4. Wie stellt sich die Verteilung der eingesetzten Mittel im Jahr 2024 dar nach
a. Sparte,
b. Beschäftigungsstatus und
c. Bundesland?
5. In welcher Form wird überprüft, ob eingesetzte Mittel tatsächlich zu einer Verbesserung der Einkommens- und Arbeitsbedingungen im Kulturbereich beitragen?
6. Welche Zielsetzungen, die im Jahr 2022 im Zusammenhang mit Einkommens- und Beschäftigungsfragen formuliert wurden,
a. sind bereits umgesetzt,
b. befinden sich in Umsetzung,
c. sind noch in Planung?
7. Wie viele Evaluierungen oder Studien zu Einkommens- und Beschäftigungs-themen im Kulturbereich wurden seit 2021 beauftragt bzw. abgeschlossen?
a. Wer wurde mit den Studien beauftragt?
b. Welche zentralen Ergebnisse und Folgemaßnahmen ergaben sich daraus?
8. In wie vielen Förderrichtlinien Ihres Ministeriums sind Kriterien zu Gleichstellung, Einkommensstruktur oder Beschäftigungsbedingungen als verbindliche oder optionale Voraussetzung verankert?
9. Welche Förderprogramme bestehen derzeit im Kunst- und Kulturbereich?
a. Für wen sind sie vorgesehen?
b. Welche Fördersummen stehen jährlich zur Verfügung?
10. Gibt es eine Verpflichtung zu Gender Budgeting in Ihrem Ministerium?
a. Wenn ja, seit wann und auf welcher rechtlichen Grundlage?
11. Inwieweit werden Förderentscheidungen davon abhängig gemacht, ob Institutionen gleichstellungs- und familienfreundliche Maßnahmen umsetzen?
12. Wie viele bundesweite Kultureinrichtungen verfügen derzeit über verbindliche Frauenförderpläne?
13. Wie hoch ist der Anteil von Frauen in Leitungsfunktionen sowie in Aufsichts-gremien von Bundesmuseen, Theatern oder sonstigen Kulturinstitutionen?
14. Welche Leitlinien gelten im Kulturressort für Ausschreibungen und Besetzungs-verfahren?
15. Wie viele Kultureinrichtungen führen derzeit das Gütesiegel „familien-freundlicher Betrieb“?
16. Welche Maßnahmen sind geplant, um die Vereinbarkeit von Kulturarbeit und familiären Verpflichtungen weiter zu verbessern?
17. Wie wird sichergestellt, dass Fördermittel nicht durch instabile Beschäftigungs-formen wie Kettenverträge oder Schein-Selbständigkeit beeinträchtigt werden?
18. Welche Schwerpunkte und Zielvorgaben sind für den Gender Report 2025 vorgesehen?