4058/J XXVIII. GP

Eingelangt am 27.11.2025
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ANFRAGE

 

des Abgeordneten Peter Wurm

an die Bundesministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumenten-schutz

betreffend Schadstoffbelastung in handelsüblichen Kopfhörern – Gesundheits-risiken für Kinder und Erwachsene

 

 

Im Rahmen des EU-geförderten Projekts ToxFree LIFE for all“[1] hat der Verein für Konsumenteninformation (VKI) in Zusammenarbeit mit Verbraucherorganisationen aus Slowenien, Tschechien und Ungarn insgesamt 81 Kopfhörerprodukte auf Schadstoffe getestet. 64 dieser Produkte waren zum Zeitpunkt der Untersuchung in Österreich im Handel erhältlich. Die Ergebnisse sind aus Sicht des Konsumenten-schutzes sowie der öffentlichen Gesundheit besorgniserregend: Kein einziges getestetes Modell war vollständig frei von gesundheitlich bedenklichen Schadstoffen.[2]

 

Untersucht wurden Kopfhörer aus drei Kategorien – Kinder-, Gaming- und Erwachsenenmodelle – und nach einem Ampelsystem bewertet. Von den in Österreich erhältlichen 64 Produkten wurden 28 mit „Rot“ bewertet, also als nicht empfehlenswert eingestuft. Weitere sieben Produkte erhielten die Bewertung „Gelb“, während lediglich 29 Modelle mit „Grün“ bewertet wurden – letztere aufgrund vergleichsweise geringerer Belastung. Auch wenn insbesondere viele Kinderkopfhörer geringere Schadstoff-mengen enthielten, fielen dennoch sieben Modelle in dieser Kategorie mit einer roten Bewertung negativ auf.

 

Die getesteten Produkte enthielten unter anderem Chlorparaffine, Phthalate, Flammschutzmittel und Bisphenole. Diese Chemikalien stehen laut einschlägiger wissenschaftlicher Literatur im Verdacht, krebserregend zu sein, Organe und Nervensystem zu schädigen, hormonelle Störungen zu verursachen, die Fruchtbarkeit zu beeinträchtigen sowie das Immunsystem und die kindliche Entwicklung negativ zu beeinflussen. Darüber hinaus stellen viele dieser Stoffe auch eine Gefahr für die Umwelt dar.

 

 

In diesem Zusammenhang richtet der unterfertigte Abgeordnete an die Bundes-ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz nachstehende

 

Anfrage

 

1.    Wie bewerten Sie die vom VKI im Rahmen des Projekts „ToxFree LIFE for all“ erhobenen Testergebnisse hinsichtlich der Schadstoffbelastung von Kopfhörern, insbesondere im Hinblick auf Kinderprodukte?

2.    Welche Maßnahmen plant oder prüft Ihr Ministerium, um den Verkauf besonders belasteter Kopfhörer einzuschränken oder zu untersagen?

3.    Gibt es Überlegungen, verpflichtende Grenzwerte oder Kennzeichnungs-pflichten für Schadstoffe in elektronischem Zubehör wie Kopfhörern einzuführen bzw. zu verschärfen?

4.    Welche Informations- oder Aufklärungskampagnen sind geplant, um Konsumenten – insbesondere Eltern – auf potenzielle Gesundheitsgefahren durch schadstoffbelastete Produkte aufmerksam zu machen?

5.    Wie wird sichergestellt, dass Produkte, die mit hochproblematischen Stoffen belastet sind, langfristig vom Markt verschwinden?

6.    Wie häufig werden in Österreich derartige Produkte von staatlicher Seite getestet und inwieweit fließen Ergebnisse von Verbraucherorganisationen wie dem VKI in behördliche Maßnahmen ein?

7.    Welche konkreten Schutzmaßnahmen werden in Betracht gezogen, um insbesondere Kinder vor der Belastung durch hormonell wirksame oder neurotoxische Stoffe in Alltagsprodukten wie Kopfhörern zu schützen?



[1]    https://webgate.ec.europa.eu/life/publicWebsite/project/LIFE22-GIE-HU-ToxFree-LIFE-for-All-101114078/awareness-raising-and-behaviour-change-program-to-empower-consumer-citizens-to-live-toxic-free-lives-reduce-chemical-risks-on-their-health-and-the-environment-and-to-upscale-their-positive-impact (aufgerufen am 06.11.2025)

[2]    https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20251021_OTS0007/vki-test-schadstoffe-in-kopfhoerern-bedenkliche-nebengeraeusche (aufgerufen am 06.11.2025)