4116/J XXVIII. GP

Eingelangt am 04.12.2025
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ANFRAGE

 

des Abgeordneten Peter Wurm

an die Bundesministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumenten-schutz

betreffend Abschaffung der Zeitumstellung

 

 

Trotz der Zustimmung des Europäischen Parlaments im Jahr 2019 zur Abschaffung der saisonalen Zeitumstellung bleibt die tatsächliche Umsetzung bis heute aus.[1] Nach wie vor wird halbjährlich an der Uhr gedreht – so auch erneut in der Nacht vom 25. auf den 26. Oktober 2025. Dieses Vorgehen entspricht längst nicht mehr dem aktuellen Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse und wird von weiten Teilen der Bevölkerung als überholt und nicht mehr zeitgemäß empfunden.[2]

 

Besonders deutlich wird: Nur im privaten Bereich kommt es zu leichten Einsparungen bei der Beleuchtung. Industrie und Gewerbe verzeichnen kaum Effekte. Die ursprüngliche Begründung für die Zeitumstellung – Energieeffizienz – ist damit wissenschaftlich nicht mehr haltbar.[3]

 

Nach Angaben unter anderem des Umweltbundesamts lässt sich durch die Einführung der Sommerzeit kein nachhaltiger Energieeinsparungseffekt nachweisen. Zwar wird in den Sommermonaten abends weniger künstliche Beleuchtung benötigt, jedoch führt der frühere Tagesbeginn insbesondere im Frühjahr und Herbst zu einem erhöhten Heizbedarf in den Morgenstunden. Der potenzielle Spareffekt wird dadurch weitgehend neutralisiert. Weiters wird darauf hingewiesen, dass etwaige Energie-einsparungen in keinem Verhältnis zu den damit verbundenen Kosten stehen.[4] Neben dem administrativen Aufwand – etwa durch die notwendige Anpassung technischer Systeme – werden insbesondere die gesundheitlichen Auswirkungen betont: So kann die wiederkehrende Umstellung des Tagesrhythmus zu erheblichen Störungen des Schlafverhaltens und des natürlichen Biorhythmus führen, was sich negativ auf das Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit vieler Menschen auswirkt.[5]

 

 

In diesem Zusammenhang richtet der unterfertigte Abgeordnete an die Bundes-ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz nachstehende

Anfrage

1.    Liegen dem Ministerium aktuelle Daten zu den gesundheitlichen Auswirkungen der Zeitumstellung auf die österreichische Bevölkerung vor?

2.    Welche Maßnahmen wurden bisher vonseiten der Bundesregierung gesetzt, um auf eine Umsetzung des EU-Beschlusses von 2019 zur Abschaffung der Zeitumstellung hinzuwirken?

3.    Inwiefern engagiert sich Österreich auf EU-Ebene aktiv für die tatsächliche Umsetzung der Abschaffung der Zeitumstellung?

4.    Wie bewertet das Ministerium die aktuelle Studienlage zur Wirksamkeit und den Auswirkungen der Zeitumstellung?

5.    Plant Ihr Ministerium – unabhängig von der EU-Entscheidung – nationale Studien, Aufklärungskampagnen oder gesundheitspolitische Maßnahmen, um die Auswirkungen der Zeitumstellung zu erfassen und abzumildern?

6.    Wie bezieht das Ministerium die öffentliche Meinung und die Präferenzen der Bevölkerung in seine Entscheidungsprozesse zu diesem Thema ein?

7.    Unterstützt das Ministerium die Einführung einer permanenten Sommerzeit oder eine alternative Lösung?

a.    Wenn ja, innerhalb welchen Zeithorizonts?



[1]    https://www.europarl.europa.eu/news/de/agenda/briefing/2025-10-20/9/bilanz-zur-eu-debatte-uber-die-abschaffung-der-zeitumstellung (aufgerufen am 29.10.2025)

[2]    https://www.derstandard.at/story/3100000291869/abschaffung-der-zeitumstellung-auf-eu-ebene-aktuell-kein-thema (aufgerufen am 29.10.2025)

[3]    https://orf.at/stories/3291136/ (aufgerufen am 29.10.2025)

[4]    https://www.wirtschaftsdienst.eu/inhalt/jahr/2016/heft/4/beitrag/stromersparnis-der-zeitumstellung-bei-privaten-haushalten.html (aufgerufen am 29.10.2025

[5]    https://www.wiwo.de/technologie/umwelt/zeitumstellung-2025-10-fakten-zur-sommer-und-winterzeit/10880448.html (aufgerufen am 29.10.2025)