4223/J XXVIII. GP
Eingelangt am 12.12.2026
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ANFRAGE
des Abgeordneten Manuel Litzke, BSc
an die Bundesministein für Frauen, Wissenschaft und Forschung
betreffend Forschungsprojekt „Managing Maximilian“ an der Paris Lodron Universität
Im Jahr 2022 wurde das großvolumige Forschungsprojekt „Managing Maximilian“[1] im Bereich der Geschichtswissenschaft mit einer Fördersumme von rund vier Millionen Euro und einer geplanten Laufzeit von vier Jahren vom Fond zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF) bewilligt. Nach öffentlich bekannten Informationen war an der Entscheidung über die Förderung maßgeblich das sogenannte Kuratorium des FWF beteiligt. Besonders auffällig erscheint in diesem Zusammenhang neben diversen persönlichen und privaten Verflechtungen, dass eine für das Fachgebiet Geschichte zuständige Fachreferentin gleichzeitig nationale Projektpartnerin des geförderten Projekts ist. Bei einer Gesamtfördersumme von rund vier Millionen Euro, ist es geboten, die Umstände im Hinblick auf mögliche Befangenheiten zu hinterfragen.
In diesem Zusammenhang richtet der unterfertigte Abgeordnete an die Bundes-ministerin für Frauen, Wissenschaft und Forschung nachstehende
Anfrage
1. Wann genau wurde das gegenständliche Projekt genehmigt und in welcher Höhe wurden Fördermittel bereits ausbezahlt oder zugesichert?
2. Aus welchen Mitteln wurden die rund vier Millionen Euro finanziert?
3. Werden inhaltliche Qualitätskontrollen am Ende und während des Projekts durch den FWF durchgeführt?
4. Gibt es Hinweise auf Überschneidungen institutioneller Funktionen und Projektbeteiligungen beim FWF?
5. War Frau Christina Antenhofer zum Zeitpunkt der Projektbewilligung Mitglied des FWF-Kuratoriums bzw. Fachreferentin für Geschichte?
6. Ist Ihnen bekannt, dass Frau Antenhofer sowohl als Fachreferentin im FWF-Kuratorium als auch als nationale Projektpartnerin an dem im Jahr 2022 genehmigten Projekt „Managing Maximilian“ beteiligt war/ist?
a. Wurde dieser Umstand der Doppelrolle von Frau Antenhofer im Bewilligungsprozess dokumentiert oder offengelegt?
b. Wurde eine Befangenheitsprüfung durchgeführt?
i. Wenn ja, mit welchem Ergebnis?
7. Wurde die Rolle von Frau Antenhofer als nationale Projektpartnerin im gegenständlichen Projekt offengelegt?
8. Wer sind die Autoren der bezüglich dieses Projektes verfassten Gutachten? (Bitte um Nennung der Gutachter und Beschreibung deren Forschungsgebiete bzw. Expertise)
9. In welcher Beziehung stehen die Gutachter zu den Projektbeteiligten Antenhofer/Andreas Zajic?
10. Welche Kontrollmechanismen bestehen derzeit beim FWF, um Interessens-konflikte oder Befangenheiten bei Projektentscheidungen zu verhindern?
11. Wer ist für die Einhaltung der Anti-Korruptionsrichtlinien beim FWF zuständig und wie wird deren Einhaltung überprüft?
12. Wurden Anti-Korruptionsrichtlinien bei der Entscheidungsfindung verletzt?
13. Wurde der vorliegende Fall von einer internen oder externen Kontrollinstanz geprüft?
14. Wurden die Universitäten oder wissenschaftlichen Einrichtungen, an denen die Beteiligten tätig sind (z. B. Universität Salzburg, Österreichische Akademie der Wissenschaften), über den möglichen Interessenkonflikt informiert?
15. Gab/gibt es Konsequenzen im Zusammenhang mit möglichen Malversationen im Zusammenhang mit dem Forschungsprojekt „Managing Maximilian“ (z. B. Suspendierung, Enthebung aus dem Kuratorium, disziplinarrechtliche Schritte)?
a. Wenn ja, wer ist davon betroffen?
b. Wenn ja, wann wurden diese Konsequenzen gesetzt?
c. Wenn ja, aufgrund welcher Sachverhalte wurden Konsequenzen gesetzt?
16. Gibt es Hinweise darauf, dass politische Einflussnahme bei der Fördervergabe im gegenständlichen Fall eine Rolle gespielt hat?
17. Wurde das gegenständliche Projekt (allenfalls im Nachhinein) einer externen Prüfung durch Ihr Ressort, den Rechnungshof oder eine unabhängige Kommission oder Einrichtung unterzogen?
18. Gab es einen Austausch zwischen Ihrem Ressort, der Universität Salzburg oder der Österreichischen Akademie der Wissenschaften betreffend mögliche Befangenheiten?
19. Gibt es weitere Projekte unter Beteiligung von Frau Antenhofer und Herrn Zajic, bezüglich derer staatliche oder öffentliche Fördergelder unter Beteiligung Ihres Ressorts beantragt oder vergeben wurden?
20. Plant Ihr Ressort Maßnahmen, um zukünftig die Kontrolle bei der Vergabe von Forschungsförderungen zu verbessern und Interessenskonflikte hintanzuhalten?
21. Wird Ihr Ressort im gegenständlichen Fall eine umfassende Prüfung durchführen um straf-, disziplinar- und vergaberechtliche Fragestellungen zu beantworten?
a. Wenn ja, wann?
b. Wenn nein, warum nicht?
Sollten einzelne Antworten einer Vertraulichkeit bzw. Geheimhaltung unterliegen, wird ersucht, diese unter Einhaltung des Informationsordnungsgesetzes klassifiziert zu beantworten.
[1] https://phil-kult.univie.ac.at/news/aktuelle-meldungen/neuer-spezialforschungsbereich-managing-maximilian/ (aufgerufen am 12.12.2025)
https://www.albertina.at/forschung/managing-maximilian/ (aufgerufen am 12.12.2025)