4262/J XXVIII. GP

Eingelangt am 16.12.2025
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ANFRAGE

 

des Abgeordneten Dipl.-Ing. Gerhard Deimek

an den Bundesminister für Wirtschaft, Energie und Tourismus

betreffend Rückbau der Gasinfrastruktur

 

 

Diversen Medien ist zu entnehmen, dass Bundesminister Hattmannsdorfer plant, Teile des Gasnetzes in Österreich stillzulegen oder rückzubauen, um so Kosten für die Gasnetzkunden einzusparen.[1] Diese Maßnahme wird in Teilen der Bevölkerung, Industrie und von Experten kritisch gesehen.

 

 

In diesem Zusammenhang richtet der unterfertigte Abgeordnete an den Bundes-minister für Wirtschaft, Energie und Tourismus nachstehende

 

Anfrage

 

1.    Ist Ihnen bekannt, wie sich die höheren Kosten für das Gasnetz verursacherbezogen aufteilen?

a.    Wenn ja, bitte um Auflistung in % nach

                                          i.    Wegfall des Gastransits durch Österreich über Netzebene 1

                                          i.    Verbrauchsrückgang durch Rezession oder Wetter

                                        ii.    Wegfall von privaten Gaskunden

2.    Der Rückbau eines Gasnetzes ist mit massiven Baukosten verbunden. Gibt es bereits Berechnungen, Schätzungen oder Studien, die die Höhe und Auswirkungen dieser Baukosten abbilden und bescheinigen, dass der Rückbau des Gasnetzes die Kunden in Wirklichkeit nicht teurer kommt?

3.    Wird das Gasnetz tatsächlich zurückgebaut, würde das einen massiven Eingriff in die Eigentumsrechte von Gaskunden darstellen. Soll gesetzlich sichergestellt werden, dass betroffene Kunden entsprechend entschädigt werden?

a.    Wenn ja, gibt es dazu bereits Schätzungen der entsprechenden Kosten?

b.    Wenn ja, wer trägt diese Kosten?

4.    Das Abkoppeln vom Gasnetz zwingt Bürger und Unternehmen zur Umstellung auf andere Energieträger. Sind von Ihrer Seite Maßnahmen geplant, die sicherstellen sollen, dass bestehende Gaskunden nicht in Alternativsysteme gezwungen werden, die teurer für sie werden?

5.    Große Teile der heimischen Wirtschaft sind von einer funktionierenden Gasversorgung abhängig. Folgende Produkte können auszugsweise ohne Gas oder einem geeigneten Ersatzenergieträger nicht oder nur erheblich teurer produziert werden: Automobilkomponenten, Batterien, Beton- und Zement, Bier, Blumen, Gemüse, Backwaren, Düngemittel, Eisenprodukte, Glas, Glühbirnen, Fliesen, Gießereiprodukte, Kaffee, Keramik, Konserven, Kunststoff, Lack, Glühfäden und Glühbirnen, Medikamente, Motoröle, Papier, Pellets, Porzellan, Reifen, Sanitärartikel, Schmuck, Solarpaneele, Stahl, Toilettenpapier, Verpackungsmaterial, Ziegel, Zucker; Viele der Unternehmen, die die aufgezählten Erzeugnisse produzieren, wägen bereits ab, ob sie weiterhin in Österreich bleiben sollen. Wie schätzen Sie die Auswirkungen eines Gasnetzrückbaus für diese Unternehmen ein?

6.    In Zukunft sollen Teile der Gasnetze für den Transport von Wasserstoff bereitstehen. Der Rückbau des Gasnetzes wirkt dem entgegen, weil die Zahl potenzieller Abnehmer von Wasserstoff sinkt. Inwieweit ist der Rückbau des Gasnetzes mit den Plänen, Wasserstoffprojekte in Österreich voranzutreiben, vereinbar?

7.    Um die Kosten der Stromnetze zu dämpfen, wurde auf das Regulierungskonto der APG zurückgegriffen. Warum gibt es keine vergleichbaren Maßnahmen im Bereich der Gasnetze, um eine Dämpfung der Preise zu veranlassen?



[1]    https://energynewsmagazine.at/2025/10/22/hattmannsdorfer-lehnt-eingriff-bei-gaspreisen-ab/ (aufgerufen am 10.11.2025)