4344/J XXVIII. GP

Eingelangt am 19.12.2025
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Anfrage

 

der Abgeordneten Sigrid Maurer, Freundinnen und Freunde

an die Bundesministerin für Frauen, Wissenschaft und Forschung

betreffend Personalabbau, interne Krisenindikatoren und mögliche Gefährdung des Profils der Universität für Weiterbildung Krems

BEGRÜNDUNG

 

In der Beantwortung der schriftlichen parlamentarischen Anfrage 2474/AB vom 12. September 2025 führen Sie aus, dass für die Universität für Weiterbildung Krems trotz erheblicher Jahresfehlbeträge und eines nahezu vollständigen Verbrauchs der Rücklagen „keine unmittelbare finanzielle Gefahr“ bestehe, da das Globalbudget im Zeitraum 2025–2027 deutlich angehoben worden sei und der geplante Ausbau der Universität Liquiditätsschwankungen verursache. Sie verweisen weiters auf regelmäßigen Austausch mit der Universitätsleitung, der eine stabile Entwicklung sicherstellen solle.

Diese Darstellung steht jedoch in deutlichem Widerspruch zu aktuellen medialen Berichten aus der Universität für Weiterbildung Krems. Offenbar kommt es derzeit zu einer bemerkenswert hohen Anzahl an Kündigungen, darunter auch unbefristet beschäftigtes wissenschaftliches Personal. Zusätzlich sollen Beschäftigte – sowohl wissenschaftlich als auch administrativ – unter Druck gesetzt werden, einer Reduktion ihres Stundenausmaßes „freiwillig“ zuzustimmen. Hinweise deuten darauf hin, dass diese Maßnahmen in direktem Zusammenhang mit dem angespannten Budget der Universität stehen und dass sie tiefgreifende Auswirkungen auf die Qualität von Lehre, Forschung und Administration haben könnten.

Vor diesem Hintergrund ergeben sich Zweifel an der tatsächlichen finanziellen und organisatorischen Stabilität sowie der Durchlässigkeit der Universität für Weiterbildung Krems als thematisch breit aufgestellter Hochschule, die sie bisher war. Aus demokratie-, wissenschafts- und budgetpolitischer Verantwortung ist eine Klärung daher dringend erforderlich.

Die unterfertigenden Abgeordneten stellen daher folgende

ANFRAGE

 

  1. Welche Informationen liegen Ihnen vor über den Umfang der derzeitigen Kündigungen an der Universität für Weiterbildung Krems, insbesondere über die Anzahl der betroffenen Mitarbeiter:innen in den Jahren 2024 und 2025?
  2. Wie viele der ausgesprochenen Kündigungen betreffen wissenschaftliches Personal mit unbefristeten Verträgen?
  3. Um wie viele weitere Personen wurde durch Nichtverlängerung oder Pensionierungen der Personalstand zusätzlich verringert?
  4. Haben Sie Kenntnis davon, dass Beschäftigte – wissenschaftlich oder administrativ – unter Druck gesetzt werden, einer Reduktion ihres Beschäftigungsausmaßes „freiwillig“ zuzustimmen?
    a. Falls ja: Wie beurteilen Sie diese Praxis?
    b. Falls nein: Werden Sie diese Hinweise überprüfen lassen?
  5. Welche Einsparungsmaßnahmen wurden im Bereich der Professuren getroffen?
    a. Wie viele Professuren gibt es derzeit, bei der die Personen keiner Lehrverpflichtung nachkommen oder nicht habilitiert sind?
  6. Wurden dem BMFWF entsprechende Personalmaßnahmen durch die Universitätsleitung gemeldet oder im Rahmen des „regelmäßigen Austauschs“ thematisiert?
  7. Welche arbeitsrechtlichen oder aufsichtsrechtlichen Möglichkeiten stehen Ihrem Ressort zur Verfügung, um derartige Vorgänge zu evaluieren und wurden diese bereits genutzt?
  1. Wie beurteilen Sie den Widerspruch zwischen der behaupteten finanziellen Stabilität (Anfragebeantwortung vom 12. September 2025) und den offenkundigen strukturellen Personalmaßnahmen, die üblicherweise nur bei erheblichem Kostendruck ergriffen werden?
  2. Welche konkreten Einsparziele verfolgt die Universität derzeit und sind diese dem BMFWF bekannt oder gemeldet worden?
  3. Ist dem BMFWF bekannt, ob die Universität aufgrund der aufgebrauchten Rücklagen (Rückgang von EUR 8,742 Mio. auf EUR 0,94 Mio.) zusätzliche interne Sparprogramme beschlossen hat?
    a. Wenn ja: Welche?
    b. Wenn nein: Warum liegen hierzu keine Informationen vor?
  1. Werden Sie angesichts der neuen Hinweise eine Überprüfung der Governance-, Budget- und Personalstrukturen der Universität für Weiterbildung Krems veranlassen?
    a. Wenn ja: in welchem Umfang?
    b. Wenn nein: warum nicht?
  1. Warum wurde das BMFWF nicht über mögliche Personalabbauprozesse informiert, obwohl diese wesentlich für die Beurteilung der finanziellen und organisatorischen Lage sind?
  2. Halten Sie es für notwendig, dass die Universität die Öffentlichkeit, die Studierenden und die Beschäftigten über die aktuelle Lage informiert?
    a. Wenn ja: Welche Schritte erwarten Sie?
    b. Wenn nein: Aus welchen Gründen?
  3. Gab es für die Gesetzesänderungen hinsichtlich der Zulassungen und der Auswahl des Lehrangebots in den letzten Jahren einen evidenzbasierten externen Evaluierungsprozess, um das Profil der Universität als breite Hochschule für Weiterbildung zu wahren?
  4. Wird sichergestellt, dass eine Strategieentwicklung stattfindet, damit die Universität in den kommenden Jahren ihr Alleinstellungsmerkmal in der heimischen Universitätslandschaft behaupten oder sogar schärfen kann?
  5. Wie ist sichergestellt, dass in Zukunft zwischen Lehre, Verwaltung und Forschung ausgewogen budgetiert wird?
  6. Wie ist sichergestellt, dass sich der Vizerektor für Lehre in dieser Situation vollumfänglich für die Entwicklung des Lehrangebots der Universität einsetzen kann?
    a. Wie viele Wochenstunden umfasst seine Tätigkeit an der Universität?