4364/J XXVIII. GP
Eingelangt am 19.12.2025
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ANFRAGE
des Abgeordneten Manuel Pfeifer
an den Bundesminister für Bildung
betreffend Sicherung der Bildungs- und Betreuungsqualität in elementar-pädagogischen Einrichtungen durch pädagogisches Fachpersonal
Im Bericht „Austrian Kindergarten Teacher and Assistant Health Study (AKTAHS). Ergebnisse 2024“[1] wird festgestellt, dass im Bereich der Elementarpädagogik ein erheblicher Anteil des pädagogischen Fachpersonals unter hoher Belastung, Erschöpfung und dem Risiko eines Berufswechsels steht. Die Sicherung der Bildungs- und Betreuungsqualität in Kindergärten und Krippen wird somit vor große Herausforderungen gestellt.
„Acht von zehn Leiter*innen und Elementarpädagog*innen (je 80%) sind von den Anforderungen im Beruf insgesamt überfordert, je 19 Prozent empfinden die Anforderungen als passend. Unter Assistent*innen ist jeweils etwa die Hälfte überfordert (47%) bzw. passend gefordert (48%).“1
Vor dem Hintergrund dieser Datenlage stellen sich zentrale Fragen zur Bildungs- und Betreuungsgestaltung in den Einrichtungen. Insbesondere gilt es zu klären, wie unter Bedingungen hoher Belastung des Personals eine qualitativ hochwertige pädagogische Arbeit gewährleistet werden kann – die Voraussetzung für Lern- und Entwicklungschancen der Kinder.
In diesem Zusammenhang richtet der unterfertigte Abgeordnete an den Bundes-minister für Bildung nachstehende
Anfrage
1. Wie kann unter den laut AKTAHS-Studie 2024 dokumentierten Belastungs-bedingungen eine pädagogische Bildungs- und Betreuungsqualität im Kindergartenjahr 2025/2026 sichergestellt werden? (Bitte um schriftliche Darstellung der strategischen, organisatorischen und qualitätssichernden Maßnahmen)
2. Welche aktuellen Daten liegen dem Ministerium zur Personalsituation in elementarpädagogischen Einrichtungen für die Jahre 2022, 2023 und 2024 vor (z. B. Fachkraft-Kind-Schlüssel, Krankenstände, Fluktuationsraten, Teilzeit-quoten)? (Bitte um tabellarische Auflistung nach Bundesland, Berufsgruppe und Jahr)
3. Welche Maßnahmen wurden seit 2022 bis dato vom Ministerium gesetzt, um die im Bericht aufgezeigte hohe Belastung des pädagogischen Personals nachhaltig zu reduzieren? (Bitte um tabellarische Darstellung nach Maßnahme, Jahr, Zielsetzung und erreichten Effekten)
a. Welche konkreten Maßnahmen wurden im Zeitraum 2022-2024 umgesetzt?
b. Welche Maßnahmen befinden sich für das Jahr 2025 in Planung oder Umsetzung?
c. Welche finanziellen Mittel wurden seit 2022 für diese Maßnahmen bereitgestellt?
4. Welche konkreten Schritte wurden seit 2023 gesetzt, um unter erschwerten Rahmenbedingungen (z. B. hoher Betreuungsschlüssel, Personalmangel, steigende Ausfallzeiten) eine pädagogische Mindestqualität sicherzustellen?
5. Über welche Indikatoren, Qualitätsmessinstrumente oder Monitoring-Verfahren verfügt das Ministerium zur Bewertung der pädagogischen Qualität in elementarpädagogischen Einrichtungen in den Jahren 2023 und 2024? (Bitte um tabellarische Darstellung nach Indikator, Messmethode, Zielwert und aktuellem erhobenem Ist-Stand)
6. Welche Maßnahmen zur Personalbindung im elementarpädagogischen Bereich wurden seit 2022 entwickelt, getestet oder flächendeckend umgesetzt, um dem laut Studie dokumentierten drohenden Berufsausstieg großer Teile des Personals entgegenzuwirken?
7. Welche laufenden oder geplanten wissenschaftlichen Untersuchungen zur Arbeitsbelastung, psychischen Gesundheit und Arbeitsplatzstabilität von Elementarpädagogen wurden seitens des Ministeriums in den Jahren 2023-2025 in Auftrag gegeben oder finanziell unterstützt? (Bitte um tabellarische Darstellung nach Titel der Studie, Zeitraum, Forschungseinrichtung und Finanzierung)
8. Welche ressortübergreifenden Maßnahmen (z. B. gemeinsam mit Sozial-, Gesundheits- oder Finanzministerium) wurden seit 2023 abgestimmt, um auf die im Bericht identifizierten Belastungsfaktoren des pädagogischen Personals zu reagieren? (Bitte um tabellarische Darstellung nach beteiligtem Ressort, Maßnahme, Zielsetzung und Jahr)
9. Welche konkreten Schritte plant das Ministerium, um im Kindergartenjahr 2026/2027 sicherzustellen, dass angesichts der hohen emotionalen und physischen Belastung des pädagogischen Personals die im Bildungs-rahmenplan definierten Qualitätsstandards eingehalten werden können?
10. Wie bewertet das Ministerium die Ergebnisse der AKTAHS-Studie 2024, wonach Kinder mit Verhaltensauffälligkeiten für 86% der Leiter, 85% der Elementarpädagogen und 71% der Assistenten eine erhebliche Belastung darstellen?
11. Welche Maßnahmen wurden seit 2022 gesetzt, um pädagogisches Personal beim Umgang mit Kindern mit Verhaltensauffälligkeiten und Aufmerksamkeits-defiziten zu unterstützen? (Bitte um tabellarische Darstellung nach Maßnahme, Zielgruppe, Jahr und eingesetzten finanziellen Mitteln)
12. Welche Maßnahmen zur Bereitstellung von Supervision, Coaching und Mentoring wurden seit 2022 im elementarpädagogischen Bereich eingeführt? (Bitte um tabellarische Darstellung nach Maßnahme, Jahr, Ausmaß, Zielgruppe und genutzten finanziellen Mitteln)
13. Welche weiteren Maßnahmen hält das Ministerium für erforderlich, um die im Bericht aufgezeigten Belastungsfaktoren nachhaltig zu reduzieren und die Bildungsqualität in elementarpädagogischen Einrichtungen langfristig sicherzustellen?
[1] https://www.ifgp.at/cdscontent/load?contentid=10008.791885&version=1732545341 (aufgerufen am 03.12.2025)