Eingelangt am 23.12.2025
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ANFRAGE
der
Abgeordneten Rosa Ecker, MBA
an
die Bundesministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und
Konsumenten-schutz
betreffend
Maßnahmen zur Schließung gravierender Datenlücken im
Bereich der Frauengesundheit
Der
Frauengesundheitsbericht 2022
zeigt in zentralen Bereichen erhebliche strukturelle Defizite in der
österreichischen Datenlage auf. Die im Bericht identifizierten Lücken
betreffen sowohl die psychische als auch die körperliche Gesundheit von
Mädchen und Frauen und erschweren eine präzise, evidenzbasierte
gesundheits-politische Steuerung. Besonders gravierend ist, dass bei
zahlreichen relevanten Gesundheitsindikatoren – etwa im Bereich der
psychischen Belastungen, der Lebenslagen spezifischer Zielgruppen, der
Prävalenz gynäkologischer Erkrankungen oder sozial bedingter
Gesundheitsunterschiede – keine oder nur unvollständige
österreichischen Daten vorliegen. Aufgrund dieser Defizite mussten im
Bericht wiederholt internationale Datenquellen herangezogen werden, was die
Vergleichbarkeit und Aussagekraft für Österreich deutlich
einschränkt. Besonders betroffen sind zudem unterrepräsentierte
Gruppen wie sehr junge Mütter, Frauen mit niedrigem Bildungsniveau oder
Frauen in belastenden Lebenssituationen, deren spezifische gesundheitliche
Bedürfnisse mangels Daten kaum sichtbar werden.
Auch
bei zentralen Instrumenten der Gesundheitsdatenerhebung – wie der
österreichischen Gesundheitsbefragung (ATHIS) – bestehen
strukturelle Erfassungs- und Dokumentationslücken, die eine systematische
Analyse frauenspezifischer Gesundheitsindikatoren erschweren. Der Bericht zeigt
zudem, dass viele vorliegende Daten auf Erhebungen aus der Zeit vor der
COVID-19-Pandemie beruhen und damit Entwicklungen der letzten Jahre kaum
abgebildet werden.
In
diesem Zusammenhang richtet die unterfertigte Abgeordnete an die Bundes-ministerin
für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz nachstehende
Anfrage
- Welche konkreten Schritte setzt Ihr
Ministerium derzeit, um die im Frauengesundheitsbericht 2022
festgestellten Datenlücken systematisch zu schließen?
- Gibt es Planungen für
zusätzliche nationale Erhebungen oder Studien, die fehlende Daten zur
psychischen Gesundheit von Mädchen und Frauen, zu Belastungsfaktoren
sowie zu spezifischen Zielgruppen aufarbeiten sollen?
- Welche Maßnahmen wurden seit
Veröffentlichung des Berichts von Ihrem Ministerium gesetzt, um
differenzierte Daten zu Mädchen, jungen Frauen sowie älteren
Frauen zu gewinnen?
- Wurde die österreichische
Gesundheitsbefragung (ATHIS) in der aktuellen Erhebungsrunde um
frauenspezifische Module erweitert?
a.
Wenn ja, um welche Inhalte?
- Ist vorgesehen, Dunkelziffern bei
gynäkologischen Erkrankungen durch neue Datenerhebungen im ambulanten
Bereich oder durch verpflichtende Dokumentationsstandards zu reduzieren?
- Wie soll sichergestellt werden,
dass künftige Datenerhebungen im Bereich psychischer Belastungen
Ursachen, Auslöser und gruppenspezifische Unterschiede besser
abbilden?
- Bestehen Kooperationen mit
universitären oder außeruniversitären
Forschungseinrichtungen, um Bereiche mit fehlenden österreichischen
Daten systematisch aufzuarbeiten?
a.
Wenn ja, mit welchen?
b.
Wenn ja, wie gestalten sich die Kooperationen?
- Welche Maßnahmen werden
gesetzt, um künftig vulnerable Gruppen – etwa sehr junge
Mütter oder Frauen mit niedrigem Bildungsabschluss –
repräsentativ in Erhebungen abzubilden?
- In welchem Zeitraum ist mit dem
nächsten umfassenden Frauengesundheits-bericht zu rechnen?
a.
Sollen darin zusätzliche Datenerfassungsmodule enthalten sein?
- Plant das Ministerium ein
kontinuierliches Monitoring-System für frauen-spezifische
Gesundheitsindikatoren, um auch zwischen großen Berichtszyklen
aktuelles Datenmaterial verfügbar zu haben?
- Welche finanziellen Mittel sind
konkret im aktuellen Budget für zusätzliche Datenerhebungen im
Bereich Frauengesundheit vorgesehen?
- Welche Modelle anderer
EU-Mitgliedstaaten dienen als Vorbild für die Verbesserung der
Datengrundlagen?
13. Welche Schritte plant
Österreich zur Implementierung vergleichbarer Systeme?
- Wie wird gewährleistet, dass
künftige Gesundheitsdaten nicht mehr vorwiegend auf vorpandemischen
Erhebungen basieren, sondern aktuelle Entwicklungen widerspiegeln?
- Welche Maßnahmen sind
geplant, um regionale Unterschiede und Versorgungslücken im Bereich
Frauengesundheit datenbasiert zu erfassen und darauf aufbauend gezielte
Maßnahmen abzuleiten?
- Wird geprüft, bestehende
Register wie das Krebsregister, Mutter-Kind-Pass-Daten oder die
Spitalsdokumentation stärker für frauenspezifische Auswertungen
nutzbar zu machen?