4385/J XXVIII. GP

Eingelangt am 23.12.2025
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ANFRAGE

 

des Abgeordneten Peter Wurm

an den Bundesminister für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport

betreffend Zu wenig Postämter in Tirol: Politischer Aufstand gegen weitere Schließungen

 

 

Laut Medienberichten ist es in den letzten Jahren in Tirol wiederholt zu Schließungen von Postämtern und teilweisen Reduktionen bei bestehenden Postdiensten gekommen.[1] Diese Entwicklung hat vielerorts zu erheblicher Unzufriedenheit in der Bevölkerung geführt und stellt insbesondere für ältere Personen, Menschen ohne Auto, Pendlerinnen und Pendler sowie Betriebe in ländlichen Regionen eine zunehmende Belastung dar.

 

Mehrere Gemeinden haben sich bereits klar gegen weitere Ausdünnungen der postalischen Infrastruktur ausgesprochen und warnen vor einer Verschlechterung der regionalen Grundversorgung. Gleichzeitig bestehen gesetzliche Verpflichtungen für die Österreichische Post AG, eine flächendeckende Versorgung sicherzustellen.

 

Nunmehr ist die Oberste Postbehörde im Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport in der Sektion III/1 Allgemeine Angelegenheiten - Telekom und Post angesiedelt, die unter anderem mit der Erarbeitung der Planungsgrundlagen für die Postpolitik sowie der Vollziehung des Postrechts betraut ist.

 

 

In diesem Zusammenhang richtet der unterfertigte Abgeordnete an den Bundes-minister für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport daher nachstehende

 

Anfrage

 

1.    Wie viele Postämter gibt es derzeit in Tirol, aufgeschlüsselt nach Bezirken?

2.    Wie viele Schließungen von Postämtern oder Umstellungen zu Postpartner-Modellen sind in den letzten fünf Jahren in Tirol erfolgt?

3.    Welche waren die Gründe für die jeweiligen Schließungen?

4.    Welche weiteren Standorte in Tirol stehen aktuell zur Diskussion oder sind bereits zur Schließung vorgesehen?

5.    Wie ist die Schließung von Postämtern mit dem von Ihnen im Jahr 2023 vorgestellten „Masterplan zur Revitalisierung des ländlichen Raums“ in Einklang zu bringen, in welchem Sie unter anderem auch die Post als Grundpfeiler für eine „flächendeckende Daseinsversorge für starke Gemeinden“ sehen?

6.    Wie wird sichergestellt, dass die Post AG ihrer gesetzlichen Verpflichtung zur flächendeckenden Versorgung in Tirol nachkommt?

7.    Welche konkreten Maßnahmen haben Sie bereits in Zusammenhang mit der Verhinderung der Schließung von Postämtern in Tirol aber auch in den anderen Bundesländern gesetzt?

8.    Welche konkreten Schritte werden Sie setzen, um weitere Schließungen von Postämtern zu verhindern?

9.    Gibt es von Seiten Ihres Ministeriums bereits Gespräche mit der Post AG bzw. dem Land Tirol über die Sicherstellung von Postdienstleistungen?

a.    Wenn ja, wann erfolgten die jeweiligen Gespräche?

b.    Wenn ja, welche Ergebnisse konnten aus den jeweiligen Gesprächen erzielt werden?

c.    Wenn nein, warum nicht?



[1]    https://www.tt.com/artikel/30922261/zu-wenig-postaemter-in-tirol-politischer-aufstand-gegen-weitere-schliessungen (aufgerufen am 15.12.2025)