4726/J XXVIII. GP

Eingelangt am 27.01.2026
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ANFRAGE

 

des Abgeordneten Christofer Ranzmaier

an den Bundesminister für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport

betreffend Kostenstruktur der Postdienstleistungen in Österreich

 

 

In den letzten Jahren ist es österreichweit besonders in ländlichen Regionen wiederholt zu Debatten rund um die postalische Grundversorgung gekommen.[1] Während Fragen zur Standortsicherung, zu Postpartnern und regionaler Infrastruktur bereits mehrfach parlamentarisch thematisiert wurden, blieb bislang unklar, wie sich die konkreten Kosten der Postdienstleistungen aufgliedern und regional darstellen.

 

Angesichts steigender Kosten für die staatlich garantierten Postdienste und des zunehmenden Effizienzdrucks ist ein klarer Überblick über die Kostenstruktur der Post AG im Bereich der Grundversorgung erforderlich.

 

Um einen belastbaren Vergleich und eine Einschätzung der wirtschaftlichen Tragweite zu ermöglichen, ist es erforderlich, die regionalen Kosten je Bundesland, die Entwicklung über die letzten Jahre, sowie die Zuweisung von Leistungen und Kostenarten (z. B. Infrastruktur, Personal, Logistik, Digitalisierung) im Rahmen des Universaldienstes nachzuvollziehen.

 

Die Republik Österreich hält einen maßgeblichen Anteil an der Österreichischen Post AG und nimmt damit eine zentrale Eigentümerrolle ein. Daraus ergibt sich eine besondere Verantwortung des Bundes für Transparenz, Kontrolle und politische Steuerung im Bereich der postalischen Grundversorgung, insbesondere im Hinblick auf Kostenentwicklung und allfällige finanzielle Leistungen.

 

 

In diesem Zusammenhang richtet der unterfertigte Abgeordnete an den Bundes-minister für an den Bundesminister für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport nachstehende

 


 

Anfrage

 

1.    Wie hoch waren die Gesamtkosten für Postdienstleistungen (gemäß Universal-dienstverpflichtung) in Österreich in den Jahren 2020 bis 2025 jeweils? (Bitte um Aufschlüsselung nach Jahr)

2.    Welche Kostenkategorien schlagen dabei am stärksten zu Buche (z. B. Personal, Gebäude, Transportlogistik, IT-Systeme, Digitalisierung, Barriere-freiheit)? (Bitte um Aufschlüsselung in Prozent der Gesamtkosten nach Kategorien und Jahr)

3.    Wie hoch sind die durchschnittlichen Kosten pro erbrachter Universal-dienstleistung (z. B. Briefsendung, Paketsendung, Schalterdienst) im Zeitraum 2020 bis 2025 und wie haben sich diese Stückkosten entwickelt? (Bitte um Aufschlüsselung nach Leistungsarten (Brief, Paket, Schalterdienst, Zustellung) und - sofern möglich – Regionen (städtische vs. Ländliche Regionen bzw. Bundesländer))

4.    Wie hoch waren im Zeitraum 2020 bis 2025 die staatlichen Zuschüsse oder Abgeltungen an die Österreichische Post AG im Zusammenhang mit der Erfüllung ihrer Universaldienstverpflichtung? (Bitte um Aufschlüsselung nach Jahr)

a.    Welche rechtliche Grundlage und welche Berechnungsmodelle liegen diesen Zahlungen zugrunde?

5.    Welche Beträge wurden in den Jahren 2020 bis 2025 für Modernisierung und Digitalisierung der Postinfrastruktur jeweils jährlich aufgewendet? (Bitte um Aufschlüsselung nach Bundesländern)

6.    Gibt es derzeit Überlegungen oder Pläne seitens der Post AG oder Ihres Ressorts, die Preise, die Kostenstruktur oder die staatliche Unterstützung für die Post-Grundversorgung zu reformieren?

a.    Wenn ja, welche Reformen sind konkret vorgesehen und in welchem Zeitraum?

7.    Gibt es Überlegungen oder laufende Prüfungen seitens Ihres Ressorts oder der Post AG, neue Modelle zur Zustellung oder Serviceabwicklung zu entwickeln, um Postdienstleistungen in strukturschwachen Regionen kostengünstiger anzubieten (wie z.B. durch Kooperationen mit Gemeindeämtern oder Nahversorgern)?

8.    Gibt es eine Kostenvergleichsanalyse mit den Postdienstleistungen anderer europäischer Länder oder Regionen mit vergleichbarer Topographie (z. B. Schweiz, Norwegen, Bayern)?

a.    Wenn ja, welche Länder oder Regionen wurden konkret verglichen und welche Vergleichsparameter wurden herangezogen?

b.    Wie bewertet Sie die Unterschiede hinsichtlich Effizienz, Kostenstruktur, Transparenz und Servicequalität im Vergleich zur österreichischen Post?

9.    Welche strategischen Überlegungen oder Kriterien liegen dem verstärkten Einsatz von Self-Service-Poststationen zugrunde, insbesondere in Hinblick auf flächendeckende Versorgung, persönliche Betreuung und soziale Verantwortung gegenüber weniger digital-affinen Bevölkerungsgruppen?

10. Welche Maßnahmen wurden seitens Ihres Ressorts oder der Österreichischen Post AG ergriffen, um sicherzustellen, dass insbesondere ältere Menschen, Personen mit eingeschränktem Zugang zu digitalen Angeboten oder andere betroffene Gruppen durch den Abbau persönlicher Postdienste nicht benachteiligt werden?



[1]    https://tirol.orf.at/stories/3331334/ (aufgerufen am 19.01.2026)