4819/J XXVIII. GP
Eingelangt am 30.01.2026
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ANFRAGE
des Abgeordneten Reinhold Maier
an den Bundesminister für Inneres
betreffend Auskunft über Hubertusmesse und Pilgerrückkehrsegnung in der Rossauer Kaserne
Auf der Website des Innenministeriums wurde am 26. November 2025 folgender Beitrag veröffentlicht:
„Hubertusmesse und Pilgerrückkehrsegnung in der Rossauer Kaserne
75 Ehren- und Festgäste folgten am 20. November 2025 der Einladung von Bundespolizeidirektor Michael Takács zur Hubertusmesse in die Wiener Rossauer Kaserne.“[1]
Die Veranstaltung in der Rossauer Kaserne stellt sich in erster Linie als repräsentatives und religiös geprägtes Ereignis dar, dessen sicherheitspolitischer Nutzen unklar bleibt. Während der feierliche Charakter, die religiösen Rituale und die symbolische Einbindung von Polizei und Jägerschaft ausführlich betont werden, fehlen nachvoll-ziehbare Angaben zu Zweck, Kosten und konkretem Mehrwert für die öffentliche Sicherheit. Insbesondere wirft die Nutzung einer polizeilichen Liegenschaft für eine kirchliche Feier Fragen nach der Trennung von staatlichen Aufgaben und religiösen Aktivitäten auf. Auch die Rolle der geladenen Ehren- und Festgäste bleibt ungeklärt, ebenso wie der organisatorische und finanzielle Aufwand der Veranstaltung.
Insgesamt entsteht der Eindruck, dass die Öffentlichkeitswirkung im Vordergrund steht, während Transparenz und sachliche Begründung der Veranstaltung in den Hintergrund treten.
In diesem Zusammenhang richtet der unterfertigte Abgeordnete an den Bundes-minister für Inneres nachstehende
Anfrage
1. Wie viele Ehrengäste wurden offiziell eingeladen?
a. Wie viele sind der Einladung tatsächlich gefolgt?
2. Nach welchen Kriterien wurden die 75 Ehren- und Festgäste ausgewählt und wer hat diese Auswahl getroffen?
3. Welche konkreten Funktionen, öffentlichen Ämter oder fachlichen Rollen hatten die geladenen Ehrengäste, die ihre Teilnahme legitimieren?
4. Wie viele dieser Ehrengäste gehörten zur Polizei, wie viele zur Jägerschaft und wie viele zu kirchlichen bzw. religiösen Einrichtungen?
5. Welche Rolle spielte Diözesanbischof Alois Schwarz im organisatorischen Ablauf und auf welcher institutionellen Grundlage wurde er eingeladen?
6. Wurde der Transport oder die Überstellung der Berührungsreliquie des Heiligen Michael durch das BMI oder eine Polizeieinheit unterstützt?
a. Wenn ja, mit welchem Aufwand?
7. Wurden im Rahmen dieser Veranstaltung Schießübungen, Ehrensalven oder andere waffentechnische Demonstrationen durchgeführt?
a. Wenn ja, wie viele Schüsse wurden dabei abgegeben?
8. Welche Einheit hatte die sicherheitstechnische Verantwortung für das Schießen und welche Vorkehrungen wurden getroffen, um Risiken auszuschließen?
9. Wer hat die Aufsicht über die Waffenhandhabung geführt und welche Befugnisse bzw. Schulungen hatte diese Person oder Einheit?
10. Wurden externe Schießaufsichten, Waffenmeister oder Sicherheitsbeauftragte hinzugezogen?
a. Wenn ja, zu welchen Konditionen?
11. Welche Kosten sind im Zusammenhang mit dem Schießen entstanden – insbesondere Munition, Personalstunden, Sicherheitsvorkehrungen und Infrastruktur?
12. Welche Gesamtkosten sind für die Hubertusmesse und die Pilgerrückkehr-segnung angefallen, einschließlich Personal, Musik, Organisation, Sicherheit, Gästebetreuung und Logistik?
13. Aus welchen Budgettiteln werden diese Kosten finanziert und wer hat die Budgetfreigabe genehmigt?
14. Wurden Sponsoren, Kooperationspartner oder kirchliche Stellen finanziell einbezogen oder entlasten diese das BMI in irgendeiner Weise?
15. Welche Unternehmen oder Dienstleister haben Rechnungen gestellt und in welcher Höhe?
16. Was ist das institutionelle Ziel solcher religiös geprägten Veranstaltungen in militärischen bzw. polizeilichen Gebäuden?
17. Welche konkreten sicherheitspolitischen Mehrwerte erwartet das BMI von Kooperationen zwischen Polizei und Jägerschaft?
18. Welche Evaluationskriterien werden herangezogen, um festzustellen, ob die Veranstaltung ihren Zweck erfüllt hat?
19. Welche Rolle spielt die Initiative „GEMEINSAM.SICHER mit der Jägerschaft“ im Gesamtbudget und in der strategischen Ausrichtung der Polizei?