4925/J XXVIII. GP
Eingelangt am 20.02.2026
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ANFRAGE
des Abgeordneten Michael Oberlechner, MA,
an den Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft
betreffend Sanierungsoffensive – Häuslbauer und Baukonjunktur werden massiv geschädigt
Etwa zwei Drittel der Anträge mit einem Volumen von ca. 145 Millionen Euro im Zusammenhang mit der „Sanierungsoffensive Neu“ sind bisher auf den Sanierungsbonus im Bereich der thermisch-energetischen Sanierung entfallen. Lediglich ein Drittel auf die Schiene „Kesseltausch“. Insgesamt sind für das Förderprogramm von 2026 bis 2030 jährlich 360 Millionen Euro vorgesehen. Am 2. Februar 2026 gab das Bundesministerium bekannt, dass nunmehr lediglich Förderungen hinsichtlich des Kesseltausches ausgeschüttet werden.[1]
Damit wird dem heimischen Bauwesen in Zeiten problematischer Konjunktur-entwicklung ein weiterer Schlag versetzt, mit den entsprechenden Effekten für die Beschäftigungssituation. Dies belegt insbesondere die einschlägige Studie von Univ.-Prof. Dr. Friedrich Schneider zum Sanierungsbonus 2023/2024.[2] Daneben werden zahllose Häuslbauer, die Sanierungen planten, willkürlich vor eine völlig neue Situation gestellt. Planungssicherheit und Verlässlichkeit sind allerdings eine wesentliche Voraussetzung für Investitionen. Beide Aspekte werden durch die gegenständliche Maßnahme geradezu ad absurdum geführt. Überdies mangelt es bloßem Heizkesseltausch ohne energetischer Ertüchtigung von Gebäuden an Effizienz, wie insbesondere der Forschungsverband der österreichischen Baustoffindustrie betont.[3] Von einem effizienten Mitteleinsatz – wie ihn der Minister propagiert -, kann sohin nicht die Rede sein.
In diesem Zusammenhang richtet der unterfertigte Abgeordnete an den Bundes-minister für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft nachstehende
Anfrage
1. Wurden im Vorfeld der Einschränkung der Sanierungsoffensive die Effekte auf die Baukonjunktur und die Beschäftigungssituation untersucht?
a. Wenn ja, in welcher Weise und mit welchem Konkreten Ergebnis?
b. Wenn nein, warum nicht?
2. Wann begannen die Planungen für die gegenständliche Einschränkung der Sanierungsoffensive und welche Stellen waren in diese Planung miteingebunden?
3. Wie lässt sich die gegenständliche Einschränkung mit den Erfordernissen der Effizienz und Verlässlichkeit im Bereich von Förderungsstrukturen vereinbaren?
4. Weshalb wird jene Förderschiene gestoppt, die die stärksten wirtschaftspolitischen Impulse setzte, da sie entsprechend angenommen wurde?
[1] https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20260202_OTS0023/hoher-andrang-auf-sanierungsbonus-ab-heute-fokus-auf-kesseltausch (aufgerufen am 12.02.2026)
[2] https://fbi-forschungsverband.at/wp-content/uploads/2025/04/Zusammenfassung_Wertschoepfungsstudie_Sanierungsfoerderung.pdf (aufgerufen am 12.02.2026)
[3] https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20260202_OTS0108/fbi-fordert-effizienz-und-verlaesslichkeit-statt-foerderstopp (aufgerufen am 12.02.2026)