5025/J XXVIII. GP

Eingelangt am 27.02.2026
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ANFRAGE

 

des Abgeordneten Wendelin Mölzer

an den Bundesminister für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport

betreffend Höhere Kosten durch falsch eingesparte Förderung der Filmwirtschaft

 

 

Die österreichische Filmbranche sieht sich derzeit mit erheblichen finanziellen Unsicherheiten konfrontiert, die maßgeblich auf fehlende beziehungsweise eingesparte Fördermittel zurückzuführen sind. Trotz internationaler Anerkennung österreichischer Filmproduktionen und einer konstanten kulturellen sowie wirtschaftlichen Bedeutung des heimischen Filmsystems haben sich die strukturellen Rahmenbedingungen in den letzten Jahren deutlich verschlechtert. Insbesondere die unzureichende finanzielle Ausstattung zentraler Förderinstrumente führt dazu, dass zahlreiche Projekte nicht realisiert oder verschoben werden müssen und langfristige Planungen kaum mehr möglich sind.

 

Die öffentliche Berichterstattung macht deutlich, dass die bestehenden Fördermittel nicht ausreichen, um den tatsächlichen Bedarf der Branche zu decken. Förderzusagen bleiben aus, Budgets werden umverteilt und bereits etablierte Produktionsstrukturen geraten zunehmend unter Druck. Dabei weist der zugrunde liegende Artikel ausdrücklich darauf hin, dass das Ausbleiben von Filmförderungen nicht zu Einsparungen führt, sondern im Gegenteil höhere Kosten verursacht als die Förderung selbst. Wenn Produktionen nicht zustande kommen, gehen nicht nur Investitionen verloren, sondern auch erhebliche volkswirtschaftliche Effekte wie Steuereinnahmen, Beschäftigung und Wertschöpfung, die durch geförderte Filmprojekte generiert würden.[1]

 

Besonders problematisch ist, dass fehlende Förderungen weit über den Kulturbereich hinausreichende Folgen haben. Produktionsstopps und Projektabbrüche führen zu Arbeitsplatzverlusten, zur Abwanderung von Fachkräften ins Ausland und zu einem nachhaltigen Abbau von Know-how. Diese Entwicklungen ziehen langfristige Folgekosten nach sich, die sowohl den Wirtschaftsstandort Österreich als auch das internationale Ansehen der heimischen Filmbranche schwächen. Laut Artikel stehen diese negativen Effekte in keinem Verhältnis zu den vergleichsweisen geringen Mitteln, die für eine stabile und verlässliche Filmförderung erforderlich wären.1

 

 

In diesem Zusammenhang richtet der unterfertigte Abgeordnete an den Bundes-minister für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport nachstehende

 

Anfrage

 

1.    Warum werden bestehende Film- und Produktionsförderungen gekürzt oder nicht verlängert?

2.    Welche wirtschaftlichen Folgen erwartet das Ministerium konkret durch die Streichung der Förderungen?

3.    Welche Rolle spielt die Filmindustrie aus Sicht der Regierung für Beschäftigung, Standortpolitik und kulturelle Wertschöpfung?

4.    Wurde vor der Entscheidung eine Folgenabschätzung für Beschäftigte in der Filmbranche durchgeführt?

5.    Liegen dem Ministerium Berechnungen vor, wie viele Arbeitsplätze durch die abgeschaffte Filmförderung verloren gehen?

6.    Wie hoch sind die geschätzten zusätzlichen Kosten für das AMS, die durch Arbeitslosigkeit in der Filmbranche entstehen?

7.    Ist damit zu rechnen, dass die AMS-Kosten höher sind als die eingesparten Fördermittel?

a.    Wenn ja, warum wird ein Modell beibehalten, das volkswirtschaftlich teurer ist als eine gezielte Förderung?

8.    Wurde geprüft, ob kontinuierliche Förderungen Arbeitslosigkeit reduzieren und damit AMS-Ausgaben senken könnten?

9.    Gibt es eine Kosten-Nutzen-Analyse, die Förderausgaben den AMS-Kosten gegenüberstellt?

10. Wie erklärt das Ministerium, dass kurzfristige Einsparungen langfristig höhere staatliche Ausgaben verursachen?



[1]    https://kurier.at/kultur/oesterreich-berlinale-filmbranche-foerderkrise-schicksalsjahr/403129943 (aufgerufen am 23.02.2026)