5049/J XXVIII. GP

Eingelangt am 02.03.2026
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ANFRAGE

 

des Abgeordneten Manuel Litzke, BSc

an den Bundesminister für Wirtschaft, Energie und Tourismus

betreffend Versagen staatlich unterstützter Innovations- und Start-up-Strukturen – mangelnde wirtschaftliche Verwertung von Forschungsergebnissen in Österreich

 

 

Trotz umfangreicher staatlicher Förderungen für Forschung, Innovation und Start-ups bleibt die wirtschaftliche Verwertung akademischer Forschungsergebnisse in Österreich weit hinter dem internationalen Standard zurück. Laut aktuellen Studien entstehen nur acht Prozent der akademischen Start-ups im D-A-CH-Raum in Österreich, während der überwiegende Teil in Deutschland und der Schweiz angesiedelt ist.[1]

 

Das Beispiel des Innovationszentrums „Wexelerate“ zeigt exemplarisch, dass staatlich unterstützte oder politisch begleitete Innovationsinitiativen in Österreich häufig an mangelnder Stabilität, fehlender Entpolitisierung und unklaren wirtschaftlichen Zielsetzungen scheitern. Anstatt nachhaltige, vom Staat unabhängige Strukturen zu schaffen, blieb der Nutzen für den Wirtschaftsstandort begrenzt.

 

Investoren kritisieren zudem eine ausgeprägte Risikoaversion, überbordende Bürokratie sowie fehlende Anreize für Unternehmen, Forschungsergebnisse aus Universitäten rasch in marktfähige Produkte zu überführen. Besonders im internationalen Vergleich zeigt sich, dass erfolgreiche Innovationsökosysteme dort entstehen, wo klare Verantwortlichkeiten, langfristige private Investitionen und schlanke Strukturen vorherrschen.[2]

 

Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, ob die österreichische Wirtschaftspolitik tatsächlich geeignet ist, Forschung, Unternehmertum und Kapital effizient zusammenzuführen – oder ob staatliche Interventionen eher hemmend wirken.

 

 

In diesem Zusammenhang richtet der unterfertigte Abgeordnete an den Bundes-minister für Wirtschaft, Energie und Tourismus nachstehende

 

Anfrage

 

1.    Wie hoch waren die öffentlichen Fördermittel, die in den letzten zehn Jahren für Innovations- und Start-up-Zentren wie „Wexelerate“ aufgewendet wurden?

2.    Welche konkreten wirtschaftlichen Ergebnisse (Gründungen, Arbeitsplätze, Umsätze) stehen diesen Förderungen gegenüber?

3.    Wie viele der durch solche Zentren begleiteten Start-ups sind nachhaltig wirtschaftlich erfolgreich?

4.    Welche Evaluierungen wurden zu „Wexelerate“ durchgeführt, und zu welchen Ergebnissen kamen diese?

5.    Warum wurde trotz offensichtlicher struktureller Probleme an der Förderung solcher Modelle festgehalten?

6.    Wie beurteilt das Ministerium den Umstand, dass Innovationsstrukturen in Österreich stark von einzelnen Personen abhängig sind?

7.    Welche Rolle spielte politische Einflussnahme bei der Ausrichtung und Führung von „Wexelerate“?

8.    Inwiefern sieht das Ministerium ein Versagen der Wirtschaftspolitik bei der Entpolitisierung von Innovationsförderung?

9.    Welche Maßnahmen setzt das Ministerium, um private Investoren stärker und langfristiger einzubinden?

10. Wie hoch ist der Anteil privater Mittel an staatlich geförderten Innovations-zentren?

11. Welche bürokratischen Hürden bestehen konkret für akademische Ausgründungen, und welche davon wurden in den letzten fünf Jahren abgebaut?

12. Warum ist die Risikoaversion in Österreich trotz hoher Förderungen weiterhin so ausgeprägt?

13. Welche Lehren zieht das Ministerium aus erfolgreichen Modellen in Deutschland und der Schweiz?

14. Wie will das Ministerium sicherstellen, dass Fördermittel künftig leistungs- und erfolgsorientiert vergeben werden?

15. Welche konkreten Reformen plant das Ministerium, um Österreich als Standort für technologieorientierte Start-ups aus Universitäten international konkurrenz-fähig zu machen?



[1]    https://www.entrepreneurshipranking.com/wp-content/uploads/2025/06/Entrepreneurial_Impact_of_Academic_Institutions_2025-DACH-Ranking.pdf (aufgerufen am 11.02.2026)

[2]    https://www.diepresse.com/20555481/versucht-und-gescheitert-warum-aus-wien-kein-start-up-standort-mehr (aufgerufen am 11.02.2026)