5090/J XXVIII. GP
Eingelangt am 03.03.2026
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ANFRAGE
des Abgeordneten Thomas Spalt
an den Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft
betreffend Ein Jahr Pfand-Chaos in Österreich: Konsumenten-Schikane, Automaten-Frust und die gescheiterte grün-schwarze Symbolpolitik
Seit dem 1. Jänner 2025 ist das Einwegpfandsystem für Kunststoffflaschen (PET-Flaschen) und Dosen in Österreich mit einem Pfandwert von 25 Cent flächendeckend in Kraft. Die Abwicklung erfolgt über Rücknahmeautomaten im Lebensmittel-einzelhandel sowie über manuelle Rücknahmestellen. Nach Abschluss des ersten Betriebsjahres (2025) ist eine umfassende Bilanz zu legen.
Zwar werden seitens der Systembetreiber erste Erfolge bei den Rücklaufquoten vermeldet, jedoch zeichnet sich in der Praxis ein differenziertes Bild ab. Konsumentenschutzeinrichtungen wie die Arbeiterkammer berichten seit Systemstart von einer signifikanten Anzahl an Beschwerden.
„Häufig genannt werden defekte Rückgabeautomaten, die Verweigerung der Annahme beschädigter Produkte oder das Angebot von Gutschriften statt der gesetzlich vorgesehenen Bar-Auszahlung. […] Funktioniert der Automat nicht oder erkennt er das Produkt nicht, ist eine manuelle Rücknahme verpflichtend.“[1]
Durch dieses Pfand-Chaos entsteht eine massive Wettbewerbsverzerrung. Die anhaltenden logistischen Herausforderungen belasten zudem Handel und Gastronomie massiv. Durch den hohen bürokratischen Aufwand und die Pflichten zur Abfalltrennung entstehen für Betriebe zusätzliche unbezahlte Aufgaben, die das Kerngeschäft erschweren.
Daher fordern wir vom zuständigen Minister eine sofortige und lückenlose Offenlegung sämtlicher Daten aus dem ersten Betriebsjahr. Die Österreicher haben ein Recht darauf zu erfahren, wie viel dieses grüne Prestigeprojekt tatsächlich kostet und wer für den entstandenen Schaden haftet.
In diesem Zusammenhang richtet der unterfertigte Abgeordnete an den Bundes-minister für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft nachstehende
Anfrage
i. Wenn ja, welche?
ii. Wenn nein, wieso nicht?
iii. Wenn nein, sind diese geplant?
i. Wenn ja, bis wann ist mit Ergebnissen zu rechnen?
[1] https://wien.arbeiterkammer.at/interessenvertretung/umweltundverkehr/umwelt/abfall/Aerger-am-Pfandautomaten.html (aufgerufen am 26.01.2026)