5091/J XXVIII. GP
Eingelangt am 03.03.2026
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ANFRAGE
der Abgeordneten Thomas Spalt, Mag. Christian Ragger
an den Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft
betreffend Einweg-Pfandsystem in der Kritik: Berücksichtigung der Barriere-freiheit unzureichend
Die als ökologischer Fortschritt eingeführte Einweg-Pfandverordnung weist nach dem ersten Betriebsjahr erhebliche Defizite in der praktischen Umsetzung auf. Besonders kritisch ist die Situation für Menschen mit Behinderungen. Denn was als inklusives System geplant war, stellt sich in der Realität oft als unzugänglich dar. Berichte von Betroffenen und Behindertenverbänden[1] verdeutlichen, dass bei der Planung des Systems wesentliche Aspekte der Barrierefreiheit nicht ausreichend berücksichtigt wurden.
Die neu installierten Rücknahmeautomaten sind für Rollstuhlfahrer alleine nicht bedienbar. Einwurfschlitze und Touchscreens befinden sich oft außerhalb der erreichbaren Zone, außerdem fehlen vielerorts taktile Leitsysteme oder Sprachausgaben für sehbehinderte Menschen. Da eine eigenständige Rückgabe somit oft unmöglich ist, verbleibt das Pfandgeld unfreiwillig im System. Dies führt zu einer finanziellen Mehrbelastung für eine Personengruppe, die ohnehin oft mit täglichen Hürden konfrontiert ist. Dass ein staatlich reguliertes System diese Form der Benachteiligung zulässt, widerspricht den Grundsätzen der sozialen Inklusion.
Besonders besorgniserregend ist der Umgang des zuständigen Ministeriums mit der Kritik der Experten. Bereits am 25. Juni 2025 übermittelte der Österreichische Behindertenrat auf Ersuchen des Ministeriums eine detaillierte Mängelliste sowie konkrete Handlungsempfehlungen. Dass auf diese Expertise bis heute – über ein halbes Jahr später – keine schriftliche Reaktion vonseiten des Bundesministers erfolgt ist, lässt auf eine besorgniserregende Prioritätensetzung schließen. Es ist dringend geboten, dass das Ministerium die vorliegenden Warnungen ernst nimmt, die Barrierefreiheit des Pfandsystems umgehend sicherstellt und den Dialog mit den Behindertenverbänden auf Augenhöhe wieder aufnimmt.
In diesem Zusammenhang richten die unterfertigten Abgeordneten an den Bundes-minister für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft nachstehende
Anfrage
a. Welche Strafen wurden hierfür verhängt?
[1] https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20260128_OTS0082/bilanz-einweg-pfandsystem-rueckgabe-fuer-viele-menschen-mit-behinderungen-nicht-barrierefrei-moeglich (aufgerufen am 30.01.2026)