5096/J XXVIII. GP
Eingelangt am 04.03.2026
Dieser Text wurde elektronisch übermittelt. Abweichungen vom Original sind
möglich.
ANFRAGE
der Abgeordneten Rosa Ecker, MBA
an den Bundesminister für Bildung
betreffend Digitale Bildung ohne ausreichende Schutzmechanismen
Im Rahmen der Digitalisierungsinitiative „Digitale Schule“ wurden seit dem Schuljahr 2021/22 österreichweit zehntausende Laptops und Tablets an Schüler der Sekundarstufe I ausgegeben. Ziel dieser Maßnahme war es, digitale Kompetenzen zu fördern, moderne Unterrichtsformen zu ermöglichen und einen Beitrag zur Chancengleichheit zu leisten.
Gleichzeitig zeigen sich jedoch zunehmende Probleme im Bereich des Jugendschutzes, der Geräteverwaltung sowie der elterlichen Mitwirkungsrechte. Jugendschutzmaßnahmen greifen auf schulisch verwalteten Geräten häufig nur eingeschränkt, da Eltern auf diesen Geräten keine administrativen Rechte besitzen und Schutzmaßnahmen zentral über das Schul-IT-System gesteuert werden.[1]
Darüber hinaus sollen auch Inhaltsfilter in vielen Fällen nur im Schulnetzwerk wirksam sein. Sobald die Geräte außerhalb des Schul-WLANs – etwa zuhause oder unterwegs – verwendet werden, entfällt dieser Schutz häufig, wodurch Kinder und Jugendliche potenziell ungehinderten Zugriff auf nicht altersgerechte Inhalte haben.[2]
Medienberichte machen darauf aufmerksam, dass das Bildungsministerium plant, ab Frühjahr 2026 gerätebasierte Jugendschutzfilter einzuführen, die unabhängig vom verwendeten Netzwerk funktionieren sollen. Diese Filter sollen direkt auf den Schülergeräten installiert werden und radikale oder verstörende Inhalte blockieren.[3]
In diesem Zusammenhang richtet die unterfertigte Abgeordnete an den Bundes-minister für Bildung nachstehende
Anfrage
a. Wer trägt aktuell die Verantwortung für die Inhaltsfilterung?
a. Welche technischen Methoden sollen dabei zum Einsatz kommen?
b. Wie wird sichergestellt, dass diese Filter auch außerhalb des Schulnetzes dauerhaft wirksam bleiben?
a. Ist geplant, Eltern zumindest eingeschränkte Administrationsrechte einzuräumen?
a. Wie wird der Datenschutz bei zentraler Inhaltsfilterung gewährleistet?
b. Welche Daten werden dabei erhoben, gespeichert oder ausgewertet?
a. Von welchen externen Fachstellen wird Ihr Ministerium dazu beraten?
b. Wie wird die Wirksamkeit der neuen Maßnahmen überprüft und dokumentiert?
a. Wie viele Geräte mussten seit Projektbeginn repariert oder ausgetauscht werden? (Bitte um Angabe nach Jahr)
b. Wie viele Defekte waren auf normale Abnutzung und auf unsachgemäße Handhabung zurückzuführen?
c. Wie viele Geräte wurden als verloren oder gestohlen gemeldet? (Bitte um Angabe nach Jahr)
d. Welche Gesamtkosten sind dem Bund bislang durch Reparaturen und Ersatzgeräte entstanden?
a. Welche Verträge liegen dem zugrunde?
b. Wie lange dauert eine Reparatur im Durchschnitt?
c. Wie viele Reparaturen mussten von Familien selbst bezahlt werden?
a. Wie werden Eltern über Zuständigkeiten und Kosten informiert?
a. Gibt es einen definierten Austauschzyklus?
[1] https://www.onlinesicherheit.gv.at/Services/News/Filterprogramme-Jugendschutz.html (aufgerufen am 11.02.2026)
[2] https://www.schule.at/bildungsnews/detail/internetfilter-ab-april-auf-allen-geraeten-unabhaengig-vom-standort (aufgerufen am 11.02.2026)
[3] https://www.diepresse.com/20404048/jugendschutz-auf-schuelerlaptops-wird-mit-april-ausgebaut (aufgerufen am 11.02.2026)