5192/J XXVIII. GP

Eingelangt am 06.03.2026
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ANFRAGE

 

des Abgeordneten Michael Fürtbauer

an den Bundesminister für Bildung

betreffend Sicheres Internet für Schüler

 

 

Der Rechnungshof hat im Bericht „Sicheres Internet für Schülerinnen und Schüler“ (Reihe BUND 2025/44, Reihe BURGENLAND 2025/6, Reihe KÄRNTEN 2025/4)[1] vom 12. Dezember 2025 Maßnahmen des Bildungsministeriums und weiterer Stellen zur Förderung eines sicheren Umgangs mit dem Internet an Schulen überprüft.

 

Dabei stellte der Rechnungshof fest, dass mit steigender Internetnutzung von Kindern und Jugendlichen auch die Risiken durch Internetkriminalität, Cybermobbing und andere Gefahren deutlich zunahmen. Studien zufolge waren bereits 17% der Kinder und Jugendlichen Opfer von Cybermobbing, 16% von sexueller Belästigung im Internet.

 

Der Rechnungshof hielt zudem fest, dass zwar Medienbildung in den Lehrplänen verankert ist, jedoch mehr als die Hälfte der Lehrpersonen im Unterricht wenig Wert auf Themen der Internetsicherheit legt. Zudem zeigte sich, dass die Teilnahme an Fortbildungen zum Thema sicheres Internet deutlich zurückging.

 

Weiters ergab eine Online-Umfrage des Rechnungshofes, dass 19% der befragten Schulen keine technisch-inhaltlichen Maßnahmen wie Content-Filter oder Kinder-schutz-Software einsetzten. Gleichzeitig gaben mehr als ein Viertel der Schulleiter an, keine Gefahren im Internet wahrzunehmen, obwohl zahlreiche konkrete Vorfälle gemeldet wurden.

 

 

In diesem Zusammenhang richtet der unterfertigte Abgeordnete an den Bundes-minister für Bildung nachstehende


Anfrage

 

1.    Über welche statistischen Befunde zu den Anteilen von Cybermobbing und sexueller Belästigung im Internet im schulischen Kontext verfügt das Ressort und auf welche Erhebungen stützen sich diese Daten?

2.    In welchem Umfang werden Themen der Internetsicherheit von Lehrpersonen im Unterricht behandelt?

3.    Aus welchen dem Ressort vorliegenden Daten ergeben sich strukturelle, organisatorische oder ressourcenbezogene Faktoren für die sinkende Teilnahme an Fortbildungen zum Thema sicheres Internet?

4.    Wie viele Schulen setzen nach den dem Ressort vorliegenden Daten keine technisch-inhaltlichen Schutzmaßnahmen ein?

a.    Welche dem Ressort bekannten Vorfälle oder dokumentierten Risikolagen stehen in Zusammenhang mit dem Fehlen solcher Schutzmaßnahmen im schulischen Alltag?

5.    Wie stellen sich nach den dem Ressort vorliegenden Daten die quantitativen Unterschiede zwischen gemeldeten Vorfällen und der Wahrnehmung von Gefahren durch Schulleitungen dar?

6.     Welche Funktionen erfüllen technisch-organisatorische Maßnahmen in den Konzepten des Ressorts zur Internetsicherheit an Schulen und wie sind diese mit pädagogischen Präventionsmaßnahmen verknüpft?

7.    Welche derzeit vom Ressort vorgesehenen oder umgesetzten Programme, Initiativen und Maßnahmen dienen der Sensibilisierung von Schulleitungen, Lehrpersonen sowie Schülerinnen und Schülern im Bereich der Internet-sicherheit?

Welche operativen und strategischen Anpassungen leitet das Ressort aus den Feststellungen des Rechnungshofes für die Weiterentwicklung bestehender Maßnahmen zum Thema sicheres Internet an Schulen ab?



[1]   https://www.rechnungshof.gv.at/rh/home/home/2025_44_Bgld_6_Ktn_4_Sicheres-Internet.pdf (aufgerufen am 29.01.2026)