5193/J XXVIII. GP

Eingelangt am 06.03.2026
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ANFRAGE

 

des Abgeordneten Christofer Ranzmaier

an die Bundesministerin für europäische und internationale Angelegenheiten

betreffend: Wahrung der deutschen Sprache bei internationalen Sport-veranstaltungen in Südtirol

 

 

Im Zusammenhang mit den Bewerben der Olympischen Winterspiele 2026 wurden medial wiederholt Diskussionen über die Berücksichtigung der deutschen Sprache in Südtirol geführt.[1] Insbesondere rund um die Biathlonbewerbe in Antholz wurde Kritik laut, wonach bei der offiziellen Kommunikation und Außendarstellung überwiegend die italienische Ortsbezeichnung „Anterselva“ verwendet wurde, während die deutsch-sprachige Bezeichnung „Antholz“ vielfach fehlte.

 

Diese Vorgangsweise wurde von regionalen Vertretern sowie Organisationen als Missachtung der sprachlichen Realität Südtirols und der Gleichstellung der deutschen Sprache kritisiert. Vor dem Hintergrund der historisch gewachsenen Schutzfunktion Österreichs gegenüber Südtirol stellt sich die Frage, inwieweit die Bundesregierung diese Entwicklungen beobachtet und gegebenenfalls Maßnahmen setzt.

 

Darüber hinaus wurde medial eine politische Kontroverse rund um die Verwendung des Schriftzuges „Tirol“ im Umfeld der Olympischen Bewerbe in Südtirol thematisiert.[2] In diesem Zusammenhang wurden insbesondere Aktionen des Südtiroler Schützen-bundes sowie öffentliche Aussagen politischer Verantwortungsträger diskutiert. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, ob und inwieweit diese Debatte, insbesondere auch im Hinblick auf historische, kulturelle sowie diplomatische Aspekte, seitens der Bundesregierung bzw. des zuständigen Ressorts wahrgenommen und bewertet wurde.

 

 

In diesem Zusammenhang richtet der unterfertigte Abgeordnete an die Bundes-ministerin für europäische und internationale Angelegenheiten nachstehende


Anfrage:

 

1.    Sind Ihrem Ressort die medial berichteten Diskussionen über eine unzureichende Berücksichtigung der deutschen Sprache im Zusammenhang mit internationalen Sportveranstaltungen in Südtirol bekannt?

2.    Wie beurteilen Sie die Verwendung einsprachiger Ortsbezeichnungen bei internationalen Sportveranstaltungen in Südtirol, insbesondere im Hinblick auf die Sichtbarkeit der deutschen Sprache?

3.    Hat Ihr Ressort die konkret medial kritisierte Verwendung der Ortsbezeichnung „Anterselva“ unter Ausblendung der deutschsprachigen Bezeichnung „Antholz“ bewertet?

4.    Hat/ Hatte Ihr Ressort im Zusammenhang mit den genannten Vorfällen Kontakt mit

a.    italienischen Behörden,

b.    regionalen Stellen in Südtirol,

c.    Organisationskomitees internationaler Sportveranstaltungen aufgenommen?

d.    Falls ja, welche Inhalte hatten diese Gespräche?

e.    Falls nein, warum nicht?

5.    Sehen Sie im Zusammenhang mit der Verwendung einsprachiger Orts-bezeichnungen Anlass, im Rahmen der österreichischen Schutzfunktion tätig zu werden?

6.    Welche Maßnahmen setzt die Bundesregierung grundsätzlich zur Wahrung sprachlicher Rechte deutschsprachiger Minderheiten im Ausland?

7.    Wie beurteilt Ihr Ressort rückblickend die sprachliche Ausgestaltung der Olympischen Bewerbe in Südtirol?

8.    Falls künftig Fälle einer unzureichenden Berücksichtigung der deutschen Sprache festgestellt werden, welche Schritte sind vorgesehen?

9.    Sind Ihrem Ressort die medial geführten Diskussionen rund um die Verwendung des Schriftzuges „Tirol“ im Umfeld der Olympischen Bewerbe in Südtirol bekannt, und wie beurteilt Ihr Ressort diese Debatte aus außen- und minderheitenpolitischer Sicht?

10. Wie beurteilt Ihr Ressort die öffentlich geführte Debatte sowie die in diesem Zusammenhang getätigten Aussagen politischer Verantwortungsträger, insbesondere im Hinblick auf historische, kulturelle sowie außenpolitische Aspekte?

11. Sehen Sie im Zusammenhang mit der genannten Kontroverse Anlass für diplomatische Gespräche oder Kontakte mit italienischen Stellen bzw. hat bzw. hatte Ihr Ressort im Zusammenhang mit der Tirol-Schriftzug-Debatte Kontakt mit

a.    italienischen Behörden,

b.    regionalen Stellen in Südtirol,

c.    sonstigen relevanten Akteuren?

d.    Falls ja, welche Inhalte hatten diese Gespräche?

e.    Falls kein Kontakt stattfand, aus welchen Gründen wurde von diplomatischen Schritten Abstand genommen?

12. Teilen Sie die Einschätzung, dass die genannte Debatte diplomatische Verstimmungen zwischen Österreich und Italien verursachen könnte oder bereits verursacht hat?



[1]    https://www.suedtirolnews.it/politik/schuetzenbund-sieht-olympia-skandal,

https://www.tageszeitung.it/2026/01/17/ein-tiefpunkt-2/ (aufgerufen am 20.02.2026)

[2]    https://www.suedtirolnews.it/politik/kritik-an-tirol-schriftzuegen-politische-kontroverse-entfacht,

https://www.rainews.it/tgr/tagesschau/articoli/2026/02/kontroverse-um-tirol-schriftzug-der-schutzen-solidaritat-von-sudtiroler-freiheit-und-svp-d15cff0c-c725-4a3f-b078-0bd6011557bb.html (aufgerufen am 20.02.2026)