5263/J XXVIII. GP

Eingelangt am 11.03.2026
Dieser Text ist elektronisch textinterpretiert. Abweichungen vom Original sind möglich.

Anfrage

der Abgeordneten Sigrid Maurer, Freundinnen und Freunde

an den Bundesminister für Bildung

betreffend angekündigter Aufstockung von Schulsozialarbeit und Schulpsychlogie

BEGRÜNDUNG

Die Schule ist heute längst nicht mehr nur ein Ort der reinen Wissensvermittlung. Sie ist ein Lebensraum, in dem unsere Kinder und Jugendlichen mit den Krisen unserer Zeit, mit Leistungsdruck und persönlichen Sorgen konfrontiert sind. Die Hilferufe aus den Klassenzimmern sind deutlich: Lehrkräfte kommen an ihre Grenzen, und immer mehr junge Menschen leiden unter psychischen Belastungen. Multiprofessionelle Unterstützung ist daher das notwendige Fundament für einen gesunden Schulalltag.

Die Bundesregierung hat in ihrer schriftlichen Budgetbeantwortung 6/SABBA[1] zum Doppelbudget 2025/26 im Rahmen der Maßnahme „Aufstockung Schulsozialarbeit/ Schulpsychologie“ zusätzliche 205 Planstellen in Aussicht gestellt:

Schulsozialarbeit:

•     2025: 30 Planstellen

•     2026: 35 Planstellen

•     Gesamt: 65 Planstellen

Schulpsychologie:

•     2025: 70 Planstellen

•     2026: 70 Planstellen

•     Gesamt: 140 Planstellen

 

Ein Zuwachs von lediglich 65 Stellen für die Schulsozialarbeit über einen Zeitraum von zwei Jahren für ganz Österreich bleibt augenscheinlich weit hinter dem tatsächlichen Bedarf zurück. Angesichts der vielfältigen Problemlagen an den Standorten wirkt diese Aufstockung eher wie ein Tropfen auf dem heißen Stein, als eine nachhaltige, strukturelle Lösung.

Dazu kommt, dass die faktische Besetzbarkeit der Stellen ebenfalls Sorge bereitet. Auf dem Papier vorgesehene Posten helfen weder belasteten Kindern noch überforderten Lehrkräften, wenn sie aufgrund unattraktiver Gehaltsschemata oder zu eng gefasster Qualifikationsprofile unbesetzt bleiben. Eine Planstelle, die nur im Budget existiert, entfaltet keine Wirkung. Es muss daher sichergestellt werden, dass diese Personalressourcen tatsächlich zeitnah in den Schulen ankommen.

Zudem herrscht Unklarheit bezüglich der personellen Ausstattung beschlossener Einzelmaßnahmen wie der Suspendierungsbegleitung, Perspektivengepräche, Time Out-Gruppen, Gewaltprävention oder Orientierungsklassen und aus welchen Ressourcen diese personalintensiven Aufgaben bestritten werden sollen. Es ist daher zu befürchten, dass das ohnehin knappe neue Kontingent sofort durch diese Spezialaufgaben gebunden wird und somit für die allgemeine, niederschwellige Unterstützung an den Schulen de facto nicht zur Verfügung steht.

Die unterfertigenden Abgeordneten stellen daher folgende

ANFRAGE

1)      Wie viele der für die Jahre 2025 und 2026 budgetierten zusätzlichen Planstellen für Schulsozialarbeit konnten bis zum aktuellen Stichtag bereits effektiv besetzt werden? Bitte um Auflistung nach Schuljahr, Schultyp, Bundesland, Bildungsregion und Anstellungsumfang (VZÄ und Personen).

a.    Wie viele Planstellen gibt es derzeit insgesamt und wie viele sind im Verhältnis neu dazugekommen? Bitte um Auflistung nach Schuljahr, Schultyp, Bundesland, Bildungsregion, Anzahl der Stellen (VZÄ und Personen) und im Verhältnis zu bestehenden Planstellen.

2)      Wie viele der für die Jahre 2025 und 2026 budgetierten zusätzlichen Planstellen für Schulpsychologie konnten bis zum aktuellen Stichtag bereits effektiv besetzt werden? Bitte um Auflistung nach Schuljahr, Schultyp, Bundesland, Bildungsregion und Anstellungsumfang (VZÄ und Personen).

a.    Wie viele Planstellen gibt es derzeit insgesamt und wie viele sind im Verhältnis neu dazugekommen? Bitte um Auflistung nach Schuljahr, Schultyp, Bundesland, Bildungsregion, Anzahl der Stellen (VZÄ und Personen) und im Verhältnis zu bestehenden Planstellen.

3)      Wie viele der aus diesem Kontingent besetzten Planstellen im Bereich Schulsozialarbeit sind für spezifische Maßnahmen (insbesondere für Suspendierungsbegleitung, Perspektivengespräche, Time-Out-Klassen, Orientierungsklassen, Gewaltprävention an Schulen oder Jugendcoaching) vorgesehen? Bitte um Auflistung nach thematischem Einsatz- bzw. Fachgebiet, Anzahl (VZÄ und Personen), Bundesland und Bildungsregion.

a.    Falls diese neuen Planstellen nicht für diese spezifischen Maßnahmen verwendet werden: Welche Stellenkontingente werden stattdessen dafür verwendet? Handelt es sich ebenfalls um neue zusätzliche oder um bereits bestehende Planstellen? Wenn Ersteres, wie groß sind diese Kontingente und in welchen Bundesländern, Bildungsregionen und Schulen werden diese eingesetzt? Bitte um tabellarische Auflistung.

4)      Wie viele der aus diesem Kontingent besetzten Planstellen im Bereich Schulpsychologie sind für spezifische Maßnahmen (insbesondere für Suspendierungsbegleitung, Perspektivengespräche, Time-Out-Klassen, Orientierungsklassen oder Gewaltprävention an Schulen) vorgesehen? Bitte um Auflistung nach thematischem Einsatz- bzw. Fachgebiet, Anzahl (VZÄ und Personen), Bundesland und Bildungsregion.

a.    Falls diese neuen Planstellen nicht für (diese) spezifischen Maßnahmen verwendet werden: Welche Stellenkontingente werden stattdessen dafür verwendet? Handelt es sich ebenfalls um neue zusätzliche oder um bereits bestehende Planstellen? Wenn Ersteres, wie groß sind diese Kontingente und in welchen Bundesländern, Bildungsregionen und Schulen werden diese eingesetzt? Bitte um tabellarische Auflistung.

5)      Wie viele Ausschreibungsverfahren für die im Bereich Schulpsychologie vorgesehenen Planstellen mussten aufgrund von mangelnden Bewerbungen oder fehlender Qualifikation der Bewerber:innen ergebnislos abgebrochen oder verlängert werden? Bitte um Auflistung nach Bundesland und Bildungsregion.

6)      Wie viele Ausschreibungsverfahren für die im Bereich Schulsozialarbeit vorgesehenen Planstellen mussten aufgrund von mangelnden Bewerbungen oder fehlender Qualifikation der Bewerber: innen ergebnislos abgebrochen oder verlängert werden? Bitte um Auflistung nach Bundesland und Bildungsregion.

7)      Sind angesichts der schwierigen Personalsuche im Bereich Schulpsychologie Änderungen bei den Qualifizierungsvoraussetzungen vorgesehen (etwa Öffnung für verwandte Fachbereiche)?

8)      Inwiefern plant das Ministerium eine Anpassung der Gehaltsschemas, um die Attraktivität der Stellen gegenüber anderen Sektoren wie dem klinischen Bereich zu erhöhen?



[1] Vgl. schriftliche Budgetbeantwortung 6/SABBA, zuletzt abgerufen am 25.02.2026:

https://intranet.parlament.gv.at/dokument/XXVIII/SABBA/6/fname_1692230.pdf