5301/J XXVIII. GP
Eingelangt am 13.03.2026
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Anfrage
der Abgeordneten Süleyman Zorba, Freundinnen und Freunde
an den Bundesminister für Inneres
betreffend Teilnahme an Münchner Sicherheitskonferenz
Vom 13. bis 15. Februar 2026 fand in München die 62. Münchner Sicherheits-konferenz statt, an der neben zahlreichen internationalen Entscheidungsträger:innen auch der österreichische Innenminister Gerhard Karner teilnahm. Im Rahmen der Konferenz kam es unter anderem zu bilateralen Treffen des Schweizer Bundesrats Beat Jans mit den Innenministern Deutschlands und Österreichs, bei denen grenzüberschreitende Kriminalität, organisierte Kriminalität sowie Datenaustausch und internationale Zusammenarbeit im Sicherheitsbereich Thema waren.
Seit 2025 verschärft die österreichische Bundesregierung laufend die Überwach-ungskompetenzen der Sicherheitsbehörden. Im Juli wurde der Bundestrojaner, der den Einsatz von Schadsoftware zur Überwachung von Messenger-Kommunikation vorsieht, beschlossen. Im August 2025 hat der Innenminister per Erlass eine Verfünffachung der Videoüberwachung angekündigt.
Gleichzeitig ist gerade in den USA zu beobachten, wie derartige Überwachungs-maßnahmen breit gegen die Zivilbevölkerung zum Einsatz gebracht werden, insbe-sondere auch unter Einsatz von Produkten wie jenen von Palantir.
Da die Münchner Sicherheitskonferenz traditionell ein Rahmen für bilaterale und informelle Gespräche von Regierungsmitgliedern mit Rüstungs‑, IT‑ und Sicherheits-unternehmen ist, ist Transparenz darüber, mit welchen Akteuren der Innenminister dort gesprochen hat und zu welchen Zwecken, aus demokratie‑ und grundrechts-politischer Sicht von hoher Relevanz.
Die unterfertigenden Abgeordneten stellen daher folgende
1. An welchen Tagen nahm der Bundesminister für Inneres an der Münchner Sicherheitskonferenz 2026 teil und welche offiziellen Programmpunkte besuchte er dabei?
2. Mit welchen staatlichen Vertreter:innen führte der Bundesminister
im Rahmen der Münchner Sicherheitskonferenz 2026 bilaterale oder
multilaterale Gespräche?
(Bitte um Auflistung nach Gesprächspartner:in, Funktion, Land/Institution
sowie Themenbereich, z.B. Terrorismusbekämpfung, organisierte
Kriminalität, Migration, Datenaustausch, Cybersecurity, Überwachung)
3. Gab es Gespräche des Bundesministers bei der Münchner Sicherheitskonferenz
2026, in denen ausdrücklich die
„Gefährder-Überwachung“ und deren praktische Umsetzung
thematisiert wurde?
a) Wenn ja, mit welchen Gesprächspartner:innen (bitte Name, Funktion,
Land/Organisation angeben)?
b) Welche Aspekte wurden konkret besprochen (z.B. rechtlicher Rahmen, Missbrauchskontrolle,
technische Umsetzung, Beschaffung von Spyware, Kooperation mit anderen Staaten
oder Unternehmen)?
4. Wurden im Rahmen der Münchner Sicherheitskonferenz 2026
Gespräche über die Beschaffung oder den Einsatz von
Überwachungsinstrumenten (zB für den Ausbau von Videoüberwachung)
geführt?
a) Wenn ja, mit welchen staatlichen oder privaten Akteuren und zu welchen Instrumenten?
b) Wurden dabei konkrete Produkte angesprochen? Wenn ja, welche?
c) Wurden im Zuge dieser Gespräche konkrete Angebote oder sonstige
Vereinbarungen in Aussicht gestellt oder vorbereitet?
5. Kam es bei der Münchner Sicherheitskonferenz 2026 zu
Gesprächen des Bundesministers oder von Mitgliedern seiner Delegation mit
Vertreter:innen von Palantir?
a) Wenn ja, mit wem fanden diese Gespräche statt?
b) Was war der Zweck dieser Gespräche?
c) Wurden dabei konkrete Anwendungen, Produkte oder Projekte diskutiert? Wenn
ja, welche?
d) Wurden Folgegespräche, Produktdemonstrationen, Teststellungen oder
Prüfaufträge vereinbart? Wenn ja, in welcher Form?
6. Kam es bei der Münchner Sicherheitskonferenz 2026 zu
Gesprächen mit Vertreter:innen anderer Unternehmen, die
Überwachungssoftware, Spyware, Datenanalyseplattformen oder ähnliche
IT‑Systeme anbieten?
a) Wenn ja, mit welchen Unternehmen (bitte genaue Firmenbezeichnung
anführen)?
b) Welche Produkte oder Produktbereiche wurden vorgestellt oder diskutiert?
7. Wurden im Rahmen der Münchner Sicherheitskonferenz 2026 seitens
des Innenministeriums Gespräche geführt, die explizit die
Ausschreibung oder die mögliche Beschaffung von Software oder
Dienstleistungen im Zusammenhang mit der Gefährder-Überwachung
betrafen?
a) Wenn ja, mit welchen Gesprächspartner:innen und zu welchen Themen?
8. Gibt es – unabhängig von der Münchner Sicherheitskonferenz
2026 – derzeit Kontakte, laufende Gespräche oder Verhandlungen des
Bundesministeriums für Inneres mit Palantir oder mit Unternehmen, die
vergleichbare Überwachungs- und Datenanalyseprodukte anbieten?
a) Wenn ja, mit welchen Unternehmen und zu welchen Themen?
b) Wurden bereits Teststellungen, Produktdemonstrationen oder Pilotprojekte
vereinbart oder durchgeführt?