5413/J XXVIII. GP
Eingelangt am 25.03.2026
Dieser Text ist elektronisch textinterpretiert. Abweichungen vom Original sind
möglich.
Anfrage
des Abgeordneten Sebastian Schwaighofer
an die Bundesministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumenten schutz
betreffend Aufklärungsbedürftige Vorgänge rund um den Führungswechsel im AMS Salzburg im Jahr 2025
Am 26. September 2025 wurde seitens des Arbeitsmarktservice Österreich (AMS) in einer bemerkenswert schmallippigen OTS-Aussendung[1] im Umfang von lediglich acht Zeilen bekanntgegeben, dass sich die seit 28 Jahren in verschiedenen Positionen für das AMS tätige Landesgeschäftsführerin Jacqueline Beyer demnächst von ihrer Position zurückziehen werde – angeblich, um „neue berufliche Wege zu beschreiten“. Zeitgleich wurde die interimistische Besetzung der Landesgeschäftsführung durch Beyers bisherige Stellvertreterin Julia Kröll bekanntgegeben.
Am selben Tag erging eine mit identer Sprachregelung („um neue berufliche Wege zu beschreiten“) gespickte Aussendung[2] des sozialdemokratischen Multifunktionärs Peter Eder, der zeitgleich als designierter Salzburger SPÖ-Chef sowie amtierender Arbeiterkammerpräsident und ÖGB-Vorsitzender fungiert und als ex officio-Mitglied des AMS-Landesdirektoriums[3] durchaus als einflussreicher Insider bezeichnet werden kann. Darin zeigte sich dieser ohne jeglichen Zeitverzug ausdrücklich erfreut über die (zunächst noch interimistische) Übernahme der Geschäftsführung durch Kröll.
Inhaltliche Anhaltspunkte für die plötzliche Trennung von der bisherigen Landesgeschäftsführerin fanden sich in diesen Aussendungen nicht – im Gegenteil, der zitierte Vorsitzende des AMS-Verwaltungsrats, Mag. Roland Sauer (der zeitgleich im Sozialministerium seit seiner Ernennung durch den damaligen SPÖ-Sozialminister Rudolf Hundstorfer als Sektionschef für den Bereich Arbeitsmarkt fungiert[4]) erkannte sogar ausdrücklich an, Beyer habe „in der schwierigen Corona-Zeit […] wichtige Impulse für den Salzburger Arbeitsmarkt gesetzt“. Und auch Peter Eder sah sich offenbar nicht imstande, ihren Abgang auf fachliche Aspekte zurückzuführen, sondern gab zu Protokoll, er habe „Beyer als Person erlebt, deren Herz für die Arbeitsmarkt politik schlägt“.
Die weitestgehende Unbestrittenheit der fachlichen Kompetenz und positiven arbeitsmarktpolitischen Performance Beyers als AMS-Landesgeschäftsführerin spiegelte sich auch in den Reaktionen der Salzburger Presse wider, die sich über ihren Abgang unisono überrascht zeigte und – im auffälligen Kontrast zu den entspannten und lapidaren Stellungnahmen des Bundes-AMS und der Sozialdemokratie – ausführlich über die möglichen Hintergründe dieser durchgehend als rätselhaft und unerwartet beschriebenen Nachricht berichtete. Zur Veranschaulichung des journalistischen Tenors seien im Folgenden einige Auszüge aus der damaligen Berichterstattung angeführt:
• ORF Salzburg, 26.09.2025
„Rätselhafter Rückzug von AMS-Chefin
Jacqueline Beyer, die 28 Jahre für das AMS – davon sieben Jahre als Landesgeschäftsführerin in Salzburg – tätig war, verlässt mit 30. September das Unternehmen. Das gab das AMS am Freitag bekannt. Beyer war bereits vor ihrem Rücktritt außer Dienst gestellt worden. Warum ist unklar.“[5]
• Kronen Zeitung, 26.09.2025
„Jacqueline Beyer verlässt das Arbeitsmarktservice
Beyer ist gebürtige Wienerin, maturierte an einer Handelsakademie und leitete bereits von 2009 bis 2018 die Geschäftsstelle in Gmunden, ehe sie Landesgeschäftsführerin in Salzburg wurde. Trotz aufrechten Vertrages bis 2030 tritt sie nun – recht überraschend – mit 30. September ab.“[6]
• Salzburger Nachrichten, 26.09.2025
„Überraschende Wendung: Jacqueline Beyer, AMS-Chefin in Salzburg, verlässt das Unternehmen
Jacqueline Beyer (50) war sieben Jahre Landesgeschäftsführerin des Arbeitsmarktservice (AMS) Salzburg. Zuvor war die gebürtige Wienerin als Chefin des AMS Gmunden tätig. Jetzt geht sie überraschend von Bord - per 30. September.
Der Abgang Beyers dürfte nicht ganz freiwillig erfolgt sein. Zu den Hintergründen ihrer Abwesenheit in den vergangenen Wochen und ob sie denn zurückkehre, hieß es vom AMS Salzburg und vom AMS Österreich zuletzt stets „kein Kommentar". Beyer war bislang noch nicht für eine persönliche Stellungnahme zu erreichen.“[7]
Dass der SPÖ-/Arbeiterkammer-/ÖGB-Komplex sowie das Bundes-AMS mit ihren dürren und achselzuckenden Reaktionen auf den Abgang Beyers in der breiteren Öffentlichkeit auffallend isoliert dastanden, lässt sich unter an der auch an den gegenteiligen öffentlichen Aussagen der übrigen im AMS-Direktorium vertretenen Sozialpartner ablesen:
„Wirtschaftskammer-Präsident Peter Buchmüller […] bedauerte Beyers Abgang. Er zweifelt an einer freiwilligen Entscheidung: ,Ich habe schon längere Zeit gehört, dass es hier rumort im AMS. Liegt es am jetzt roten Sozialministerium? Aber das sind nur Vermutungen.‘“7
„Mit großem Bedauern verabschiedet sich die lndustriellenvereinigung (IV) Salzburg von Jacqueline Beyer, der Geschäftsführerin des Arbeitsmarktservice (AMS) Salzburg. […] Die konstruktive Zusammenarbeit wurde von der IV Salzburg stets geschätzt. Jacqueline Beyer hat als kompetente Führungskraft viel geleistet, sowohl für die Wirtschaft als auch in ihrem Kernbereich: Arbeitslose in Beschäftigung zu bringen.
Besonders ausgezeichnet hat sie sich in den Jahren der Corona-Pandemie. Während dieser Zeit galt es, die Unternehmen tatkräftig zu unterstützen, ihre Mitarbeiter in der Kurzarbeit weiter zu beschäftigen. Diese großen Leistungen des AMS sind unter der professionellen Führung von Jacqueline Beyer erfolgreich umgesetzt worden. Das Salzburger AMS wurde dabei stets als Vorbild in den Bundesländern genannt. Generell gilt es hervorzuheben, dass Salzburg seit Jahren die niedrigste Arbeitslosenquote Österreichs hat.“[8]
Positive Worte für Beyer fand auch Salzburgs Arbeitsmarktreferentin LH-Stv. Marlene Svazek, die insbesondere Beyers Unparteilichkeit hervorhob:
„Frau Beyer hat das AMS Salzburg in den vergangenen Jahren mit großem Einsatz, unpolitisch und unparteiisch geführt. Sie hat damit viel Vertrauen geschaffen sowohl bei den Betrieben als auch bei den Menschen, die auf Unterstützung angewiesen sind. Es ist sehr schade, dass sie diese Aufgabe nicht weiterführen wird.“7
Wie dieses Meinungspanorama verdeutlicht und auch die arbeitsmarktpolitischen Kennzahlen während ihrer Amtszeit regelmäßig belegten (Salzburg zählt seit Jahren durchgängig zu den Bundesländern mit der niedrigsten Arbeitslosigkeit[9]), galt Beyer in ihrer Rolle als AMS-Landesgeschäftsführerin allgemein als sehr erfolgreich und wurde entsprechend hochgeschätzt. Anzeichen für Amtsmüdigkeit oder die Intention, in Bälde „neue berufliche Wege zu beschreiten“ (wie Bundes-AMS und Arbeiterkammer gleichlautend suggerierten), wurden im Vorfeld von Stakeholdern und Beobachtern in Salzburg in keiner Weise wahrgenommen.
Jacqueline Beyer hat nicht nur in regulären Zeiten eine exzellente Geschäftsführung bewiesen, sondern sich insbesondere als herausragende Krisenmanagerin profiliert. Die rasche und erfolgreiche Existenzsicherung für die Salzburger Bevölkerung während der Pandemie wurde am 5. Oktober 2021 durch die gesamte Salzburger Landesregierung mit der Verleihung des Verdienstzeichens des Landes Salzburg gewürdigt. Diese überparteiliche Auszeichnung belegt die maximale fachliche Akzeptanz und das uneingeschränkte Vertrauen der politischen Entscheidungsträger in ihre Führungsfähigkeit unter Extrembedingungen im Sinne der Salzburger Bevölkerung.
Dies gilt speziell auch für das Arbeitsmarktressort innerhalb der Salzburger Landesregierung, das im betreffenden Zeitraum zu den unterschiedlichsten facheinschlägigen Themen und gemeinsamen Projekten im intensiven Austausch mit Beyer stand. Im Zuge dessen wurden laufend gemeinsame Termine und Vorhaben vereinbart bzw. avisiert, ohne dass vonseiten der damaligen Geschäftsführerin jemals auch nur subtilste Andeutungen einer bevorstehenden beruflichen Neuorientierung gemacht worden wären.
So waren – um nur ein aussagekräftiges Beispiel zu nennen – noch wenige Tage vor dem 26. September 2025 Planungen des Landes Salzburg bezüglich einer für Anfang Oktober angesetzten Veranstaltung im Zeichen der Erstellung des Salzburger Integrationsleitbildes, auf der Beyer als AMS-Chefin aus arbeitsmarktpolitischer Perspektive hätte sprechen sollen, ohne jegliche Anzeichen bevorstehender Disruptionen weitergelaufen. Auch im Kreise der mit diesen Planungen betrauten Personen wurden vorab keinerlei Anzeichen dafür wahrgenommen, dass Beyer zum Zeitpunkt des Termins bereits nicht mehr im Amt sein würde.
Die Dynamik während der Pressekonferenz und des anschließenden Führungskräfte Meetings am 7. Juli 2025 zeichnete ein klares Bild. Im Anschluss an die Pressekonferenz fand ein einstündiger Austausch inklusive Mittagessen mit Landeshauptfrau Stellvertreterin und Arbeitsmarktreferentin Marlene Svazek statt. Das Verhältnis zwischen Jacqueline Beyer und ihrem Team basierte auf echtem Empowerment. Indem sie jede einzelne Führungskraft aufforderte, ihre Expertise direkt gegenüber der Landespolitik zu artikulieren, bewies Beyer ein angstfreies und extrem belastbares Führungsumfeld. Dass 40 Führungskräfte in einer solchen Situation professionell, herzlich und loyal agieren, ist ein Indikator für eine über Jahre gewachsene, stabile Vertrauensbasis. Ein solches Klima der psychologischen Sicherheit lässt sich nicht kurzfristig inszenieren – es ist das Ergebnis eines authentisch wertschätzenden Führungsverhaltens von beiden Seiten.
In Anbetracht all dieser Tatsachen muss die Behauptung, eine plötzliche Änderung der Lebensplanung habe schlussendlich den Ausschlag gegeben, für einen objektiven, unvoreingenommenen Betrachter wenig plausibel erscheinen. Hinzu kommt, dass der AMS-Landesgeschäftsstelle Salzburg unter der Führung Beyers öffentlich wie auch in Fachkreisen in zahlreichen relevanten Bereichen regelmäßig eine Vorreiterrolle – speziell auch im österreichweiten Vergleich – zugesprochen wurde. Hierbei wurden u. a. die folgenden Gesichtspunkte immer wieder erwähnt:
• hoher Frauenteil in Führungspositionen
• geringe Personalfluktuation
• niedrige Krankenstände
• kurze Recruiting-lntervalle
• hohe Zufriedenheitsraten aufseiten der Mitarbeiter in Sachen Sinnhaftigkeit, Wohlbefinden, persönliche Wertschätzung usw.
• konsequente Durchsetzung von Sicherheitsvorkehrungen am Arbeitsplatz
• diverse Auszeichnungen und Prämierungen (z. B. „Beste Landesorganisation 2024“)
Was nun die infolge der Vakanz notwendig gewordene dauerhafte Neubesetzung der Position der AMS-Landesgeschäftsführung anbelangt, so hatte SPÖ-/AK-/ÖGB-Strippenzieher Peter Eder bereits in seiner eingangs zitierten Erstreaktion unmittelbar im Anschluss an sein Lob für Interimsgeschäftsführerin Kröll die Devise vorgegeben, dass eine „zügige Nachfolgeregelung“ getroffen werden müsse. Am selben Tag veranlasste der Verwaltungsrat Berichten zufolge auch die Neuausschreibung der Position[10]. Die Veröffentlichung der Ausschreibung erfolgte sodann am 11. Oktober 2025; die Frist für das Bewerbungsende wurde mit 24. November 2025 festgesetzt und ein Hearing für 16. Dezember 2025 angekündigt.
In diesem Zusammenhang nicht uninteressant erscheint der Umstand, dass die AMS Landesgeschäftsführung „für den Zeitraum voraussichtlich ab 1.2.2026 bis 30.6.2030“ ausgeschrieben wurde. Dies kann aufgrund von gängigen Kündigungsfristen durchaus als (gewollter?) Nachteil für externe Kandidaten interpretiert werden, die nicht bereits zuvor im AMS tätig wären – zumal unterlegene Bewerber dem Vernehmen nach erst gegen Ende Jänner informiert wurden und die Nachricht, dass die Entscheidung auf Kröll (und damit, wie bundesweit bei aktuell amtierenden AMS-Landesgeschäftsführern in acht aus neun Fällen, auf die vormalige Stellvertretung) gefallen war, erst am 2. Februar 2026 bekanntgegeben wurde.[11]
Warum sich Kröll letztendlich mit ihrer Bewerbung durchsetzen konnte, wirft ebenfalls Fragen auf: Ihre Bestellung wurde nämlich nicht auf Basis eines AMS-internen Konsenses über die bestmögliche fachliche Eignung, sondern persönlich durch die zuständige Ministerin Korinna Schumann (SPÖ) vorgenommen:
„Bei der Bestellung der neuen Salzburger AMS-Landesgeschäftsführerin Julia Kröll dürfte es hinter den Kulissen geknirscht haben: Denn Arbeitsministerin Korinna Schumann (SPÖ) betonte per Aussendung, dass sie die Bestellung selbst durchgeführt habe. Im AMS-Verwaltungsrat habe es nach den Hearings im Dezember für die Führungsposition, zu denen neben Julia Kröll noch sieben andere Personen eingeladen waren, nämlich keine Einigung gegeben. Deshalb sei sie gesetzlich zu dieser Ersatzvornahme verpflichtet gewesen, so die Ministerin.“11
Das zitierte „Knirschen hinter den Kulissen“ dürfte konkret zum Grund gehabt haben, dass der Status von Kröll als angeblich bestgeeignete Kandidaten für die am Bewerbungsprozess Beteiligten nicht ohne Weiteres ersichtlich war. Für die Sozialpartner gilt Berichten[12] zufolge, dass Kröll infolge des Hearings zwar zu den beiden favorisierten Kandidaten von AK und ÖGB zählte, die Arbeitgeberseite (WK und IV) jedoch überhaupt einen gänzlich anderen Bewerber favorisierte. Gesamtheitlich betrachtet kristallisierte sich im Verwaltungsrat somit keine eindeutige Präferenz heraus.
Die Reaktionen von WK und IV auf die Bekanntgabe der Ernennung Krölls durch die zuständige Ministerin fielen entsprechend kritisch aus:
„WKS-Präsident Peter Buchmüller betont, dass man eine Empfehlung für einen Mann aus der AMS-Wirtschaftsabteilung abgegeben habe, denn: „Wir rücken davon nicht ab, dass es nicht in unserem Sinne ist, alle Führungspositionen AK mäßig zu besetzen. Wir brauchen ein funktionierendes AMS. Deshalb wäre eine parteifreie Besetzung an dieser Stelle wichtig.“12
„Kritik an der Bestellung kommt von IV-Salzburg-Geschäftsführerin lrene Schufte. ‚Wir sind nicht erfreut. Wir hätten den für uns im Hearing besten Kandidaten bestellt.‘“12
Erfreut zeigte sich demgegenüber lediglich SPÖ-/AK-/ÖGB-Eder:
„Der Salzburger AK-Chef und designierte SPÖ-Landeschef Peter Eder streut Julia Kröll Rosen: ,Sie ist eine Teamplayerin, die das Herz am rechten Fleck hat – sowohl bei Sozialkompetenz als auch bei Führungsqualität.‘“12
Weiterhin allgemeine Unklarheit herrschte indessen zum Zeitpunkt der Installierung von Kröll durch die SPÖ-Ministerin über die eigentlichen Hintergründe des Abgangs Beyers, der diesen Bestellungsprozess erst ins Rollen gebracht hatte:
„Über die Gründe für Beyers Rückzug wird seit dem gerätselt. Offiziell hieß es, Beyer habe sich entschieden, ,neue berufliche Wege einzuschlagen‘. Von ihr selbst war nie eine Stellungnahme zu bekommen.“11
Die genauen Umstände des Wechsels von Beyer zu Kröll an der Spitze des AMS Salzburg harren daher weiterhin dringend einer Aufklärung – die Reputation dieser Institution als objektive arbeitsmarktpolitische Instanz, verlässliche Anlaufstelle für arbeitssuchende Menschen sowie starker Partner für Politik und Unternehmen hängt unmittelbar damit zusammen, sie von jeglichem Anschein parteipolitischer Einflussnahme freizuhalten.
In diesem Zusammenhang richtet der unterfertigte Abgeordnete an die Bundesministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz nachstehende
Anfrage
1. Welche konkreten Kennzahlen, Statistiken und Evaluierungsergebnisse lagen bzw. liegen Ihnen zum AMS Salzburg für die Amtszeit von Landesgeschäftsführerin Jacqueline Beyer – jeweils im letztaktuellen Stand – vor?
a. Welche Kennzahlen und Evaluierungsergebnisse liegen Ihnen konkret zur Personalfluktuation im AMS Salzburg unter der Leitung von Jacqueline Beyer vor?
b. Welche Kennzahlen und Evaluierungsergebnisse liegen Ihnen konkret zu den Krankenstandsquoten im AMS Salzburg unter der Leitung von Jacqueline Beyer vor?
c. Welche Kennzahlen und Evaluierungsergebnisse liegen Ihnen konkret zur Recruitingdauer im AMS Salzburg unter der Leitung von Jacqueline Beyer vor?
d. Welche Kennzahlen und Evaluierungsergebnisse liegen Ihnen konkret zur Frauenförderung im AMS Salzburg unter der Leitung von Jacqueline Beyer vor?
e. Welche Kennzahlen und Evaluierungsergebnisse liegen Ihnen konkret zur Mitarbeiterzufriedenheit – insbesondere in den Dimensionen wertschätzendes Führungsverhalten, psychische Gesundheit am Arbeitsplatz, Arbeitssicherheit und erlebte Sinnhaftigkeit der Tätigkeit- im AMS Salzburg unter der Leitung von Jacqueline Beyer vor?
f. Wie beurteilen Sie auf Grundlage der in den Fragen 1 a bis 1 e genannten Kennzahlen die Gesamtperformance des AMS Salzburg unter der Leitung von Jacqueline Beyer?
g. Trifft es zu, dass das AMS Salzburg unter der Leitung von Jacqueline Beyer in den in den Fragen 1a bis 1e genannten Leistungsdimensionen im österreichweiten eingenommen hat?
h. Vergleich wiederholt Trifft es zu, dass unter der Leitung von Jacqueline Beyer in den in den Fragen 1a bis 1e genannten Leistungsdimensionen messbare Verbesserungen gegenüber dem jeweiligen Ausgangszustand erzielt werden konnten?
2. Im März 2025 fand ein Werte- und Kulturassessment statt, an dem internationale Assessoren – unter der Leitung von Mag. Gerhard Pöschl – die Landesgeschäftsführerin und die ihr zugeordneten Führungskräfte hinsichtlich gelebter Werte und Sinnorientierung in der Führungsarbeit seit dem Jahr 2018 beurteilten. Zu welchem Ergebnis gelangte der Lead Assessor Mag. Gerhard Pöschl in seiner individuellen Beurteilung der Landesgeschäftsführerin Jacqueline Beyer?
a. Wie lautete das Gesamtfeedback aller beteiligten Assessoren?
b. Lagen im Rahmen dieses Assessments oder in dessen unmittelbarem Umfeld Hinweise auf Spannungen, Konflikte oder Dysfunktionen innerhalb des Führungsteams des AMS Salzburg vor?
3. Sind Ihnen im Vorfeld des Ausscheidens von Jacqueline Beyer aus ihrer Funktion als Landesgeschäftsführerin Eingaben, Gutachten, Stellungnahmen oder sonstige Berichte der arbeitsmedizinischen Betreuungseinrichtung (in Salzburg: AMD) zum Führungsstil oder zum Betriebsklima im AMS Salzburg zugegangen oder bekannt?
a. Wurden in diesen Unterlagen Mängel hinsichtlich des Führungsstils unter der Leitung von Jacqueline Beyer behauptet?
b. Wurden in diesen Unterlagen Mängel hinsichtlich des Betriebsklimas unter der Leitung von Jacqueline Beyer behauptet?
c. Sofern in diesen Unterlagen Mängel behauptet wurden: Decken sich diese Behauptungen mit den Befunden der im Sinne der Frage 2 herangezogenen externen Fachleute?
d. Falls keine Übereinstimmung zwischen den Behauptungen im Sinne der Fragen 3a und 3b einerseits und den Befunden im Sinne der Frage 2 andererseits besteht, wie erklären Sie sich diese inhaltliche Divergenz?
e. Falls keine Übereinstimmung besteht, können Sie ausschließen, dass die in den genannten Unterlagen enthaltenen Behauptungen auf einer nachträglichen Umdeutung der maßgeblichen Tatsachen beruhen?
4. Hat das Landesdirektorium des AMS Salzburg – insbesondere dessen Mitglieder auf Seiten der Sozialpartner – von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, zu den im Sinne der Fragen 3a und 3b genannten Unterlagen über behauptete Mängel beim Führungsstil oder Betriebsklima eine unabhängige Gegenexpertise einzuholen?
a. Falls ja, welche konkreten Anträge wurden dabei von den Vertreterinnen und Vertretern der Arbeiterkammer (AK) im Landesdirektorium eingebracht, um die Landesgeschäftsführerin vor den erhobenen Vorwürfen zu schützen?
b. Falls ja, welche konkreten Anträge wurden dabei von den Vertreterinnen und Vertretern des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) im Landesdirektorium eingebracht, um die Landesgeschäftsführerin vor den erhobenen Vorwürfen zu schützen?
c. Falls ja, welche konkreten Protokollanmerkungen wurden in diesem Zusammenhang durch die Vertreterinnen und Vertreter der AK oder des ÖGB festgehalten?
d. Falls nein, aus welchem Grund wurde die Kontrollfunktion des Landesdirektoriums in diesem Fall nicht ausgeübt?
e. Falls nein, wer trägt die politische Verantwortung für die Untätigkeit der Arbeitnehmervertreter im Hinblick auf eine mögliche Verletzung der Fürsorgepflicht gegenüber der Landesgeschäftsführerin?
5. Welche Rolle spielte die damalige stellvertretende Landesgeschäftsführerin Julia Kröll in Bezug auf die im Sinne der Fragen 3a und 3b erhobenen Vorwürfe gegen Jacqueline Beyer?
a. Wie bewerten Sie vor dem Hintergrund, dass sich Julia Kröll bereits im Jahr 2018, sowohl in Niederösterreich als auch in Salzburg, erfolglos gegen Jacqueline Beyer um die Position der Landesgeschäftsführerin beworben hatte, deren mögliche Befangenheit in dieser Angelegenheit?
6. Können Sie ausschließen, dass die im Sinne der Fragen 3a und 3b erhobenen Vorwürfe gegen Jacqueline Beyer monokausal auf das Betreiben der damaligen stellvertretenden Landesgeschäftsführerin Julia Kröll seit ihrer Bestellung zur Stellvertreterin Mitte des Jahres 2024 zurückzuführen sind?
a. Wurden im Sinne der Frage 2 ggf. konsultierte externe Fachleute auch zu diesem Sachverhalt befragt?
7. Besteht oder hat ein persönliches Naheverhältnis zwischen Julia Kröll und Sektionschef Mag. Roland Sauer bestanden?
8. Wurde Jacqueline Beyer im Zuge Ihres Abgangs vonseiten des AMS bzw. des Ministeriums eine alternative Anstellung angeboten?
a. Wenn ja, welche?
b. Wenn nein, warum nicht?
9. Wie stellt sich die formale Hierarchie der Berichts- und Aufsichtspflichten zwischen dem Verwaltungsrat des AMS Österreich, der zuständigen Fachabteilung im Bundesministerium (Sektionschef), dem Vorstand des AMS Österreich sowie dem Landesdirektorium Salzburg dar?
a. Wie wird sichergestellt, dass die Unabhängigkeit der Kontrolle angesichts der Doppelfunktion des Sektionschefs – einerseits als Leiter der Aufsichtssektion im Ministerium, andererseits als Vorsitzender des Verwaltungsrates – gewährleistet ist?
b. Welche unabhängige Instanz steht einer betroffenen Landesgeschäftsführung innerhalb dieser Struktur zur Verfügung, wenn die Stelle, die eine Aufsichtsbeschwerde prüfen müsste (Sektionschef in seiner Funktion als Aufsichtsbehörde), personell identisch ist mit jener Stelle, die die beanstandete Maßnahme strategisch verantwortet (Sektionschef in seiner Funktion als Verwaltungsratsvorsitzender)?
10. Inwiefern wurde sichergestellt, dass das Salzburger Landesdirektorium (als regionales Kontrollorgan u. a. mit Vertretern von AK und ÖGB) seiner Kontroll- und Schutzfunktion gegenüber Jacqueline Beyer als Landesgeschäftsführerin nachgekommen ist?
11. Wird das Ministerium sicherstellen, dass im Rahmen der Aufklärung der Umstände über den Abgang von Jacqueline Beyer sämtliche externen Fachleute im Sinne der Frage 2 die Möglichkeit erhalten, eine persönliche Stellungnahme zu ihren Wahrnehmungen über die damalige Situation innerhalb des AMS Salzburg abzugeben?
a. Wenn ja, wird das Ministerium sicherstellen, dass im Rahmen dieser Stellungnahmen explizit auf die folgenden Punkte eingegangen werden kann?
i. Das Betriebsklima zwischen der damaligen Landesgeschäfts führerin Beyer und der erweiterten Führungsriege
ii. Die Qualität der inhaltlichen Arbeit der damaligen Landesgeschäftsführerin Beyer
iii. Etwaige Beobachtungen im Hinblick auf Respektlosigkeiten oder gezielte Störmanöver durch einzelne Akteure (z. B. die damalige stellvertretende Landesgeschäftsführerin Kröll)
iv. Abweichungen bzw. Widersprüche zwischen eigenen Beobachtungen und Wahrnehmungen der externen Fachleute in Relation zu etwaigen Behauptungen über angebliche Defizite in Sachen Führungsstil oder Betriebsklima im Sinne der Frage 2
[1] https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20250926_OTS0078/jacqueline-beyer-verlaesst-mit-30-september-2025-das-ams-salzburg-um-neue-berufliche-wege-zu-beschreiten (aufgerufen am 26.03.2026)
[2] https://sbg.arbeiterkammer.at/service/presse/Dank-an-AMS-Beyer-fuer-Zusammenarbeit.html (aufgerufen am 26.03.2026)
[3] https://geschaeftsbericht-salzburg.ams.at/home.html (aufgerufen am 26.03.2026)
[4] https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20100629_OTS0260/neuer-sektionsleiter-im sozialministerium-bestellt (aufgerufen am 26.03.2026)
[5] https://salzburg.orf.at/stories/3323306/ (aufgerufen am 26.03.2026)
[6] https://www.krone.at/3909857 (aufgerufen am 26.03.2026)
[7] https://www.sn.at/salzburg/wirtschaft/ueberraschende-wendung-jacqueline-beyer-ams-chefin-in salzburg-verlaesst-das-unternehmen-art-612744 (aufgerufen am 26.03.2026)
[8] https://salzburg.iv.at/news/detail/dank-fuer-die-zusammenarbeit-jacqueline-beyer-verlaesst-ams-salzburg/ (aufgerufen am 26.03.2026)
[9] https://service.salzburg.gv.at/lkorrj/detail?nachrid=71616 (aufgerufen am 26.03.2026)
[10] https://www.meinbezirk.at/salzburg/c-politik/jacqueline-beyer-tritt-als-ams-chefin-salzburg zurueck-a7653769 (aufgerufen am 26.03.2026)
[11] https://salzburg.orf.at/stories/3340245/ (aufgerufen am 26.03.2026)
[12] https:/lwww.sn.at/salzburg/politik/julia-kroell-wird-neue-ams-chefin-in-salzburg-art-630399