5614/J XXVIII. GP

Eingelangt am 02.04.2026
Dieser Text wurde elektronisch übermittelt. Abweichungen vom Original sind möglich.

ANFRAGE

 

der Abgeordneten Rosa Ecker, MBA

an die Bundesministerin für Europa, Integration und Familie

betreffend Missstände beim Kinderbetreuungsgeld

 

 

Der Rechnungshof hat im Bericht zu den „Leistungen nach dem Kinderbetreuungs-geldgesetz; Follow-up Überprüfung [ für den Prüfzeitraum 2014-2018] (Reihe BUND 2024/31)[1] eine Vielzahl an schwerwiegenden Mängeln offengelegt. Besonders gravierend ist, dass diese Probleme auch Jahre später in wesentlichen Punkten fortbestehen.

 

Anstelle einer unbürokratischen, familienfreundlichen Unterstützung erleben viele Eltern ein wahres Bürokratiemonster: lange Bearbeitungszeiten, Unsicherheit bei der Auszahlung und fehlende Transparenz. Währenddessen steigen die Kosten – allein 2018 betrugen diese fast 1,2 Mrd Euro – ohne dass die politisch gewünschten Ziele, etwa eine stärkere Beteiligung von Vätern, erreicht würden.

 

Die Kritikpunkte des Rechnungshofs reichen von unzureichenden Kontrollen der Zuverdienstgrenzen, über massive Verzögerungen bei grenzüberschreitenden Fällen, bis hin zu fehlenden einheitlichen IT-Systemen und einer nach wie vor äußerst geringen Väterbeteiligung von kaum mehr als 5 Prozent.[2]

 

 

In diesem Zusammenhang richtet die unterfertigte Abgeordnete an die Bundes-ministerin für Europa, Integration und Familie nachstehende

 

Anfrage

 

  1. Wie erklären Sie, dass die zentralen Empfehlungen des Rechnungshofs seit Jahren nicht oder nur unzureichend umgesetzt wurden?
  2. Welche konkreten Maßnahmen wurden seit 2018 von Ihrem Ressort gesetzt, um die Missstände zu beseitigen? (Bitte um Aufschlüsselung nach Jahren)
  3. Welche Empfehlungen wurden bis heute nicht umgesetzt?

a.    Warum ist man hier untätig geblieben?

  1. Welche konkreten Schritte plant Ihr Ressort, um die Bürokratie zu reduzieren und die Transparenz für Familien zu erhöhen?

a.    Welches Budget ist hierfür vorgesehen?

  1. Wie hoch waren die Rückforderungen aufgrund nicht überprüfter Zuverdienstgrenzen in den Jahren 2019-2024? (Bitte um Aufschlüsselung nach Jahren)
  2. Warum wurde bis heute keine vollautomatisierte Kontrolle mit den Finanzdaten eingerichtet, obwohl der Rechnungshof dies ausdrücklich forderte?
  3. Ist die Einführung einer solch automatisierten Kontrolle der Finanzdaten in Planung?

a.    Wenn ja, wann soll diese umgesetzt werden?

b.    Wenn nein, warum nicht?

  1. Wie hoch schätzt Ihr Ministerium den finanziellen Schaden, der dem Bund durch mangelnde Kontrollen jährlich entsteht?

a.    Worauf basiert diese Berechnung?

  1. Welche Maßnahmen plant Ihr Ressort derzeit, um die Väterbeteiligung weiter zu erhöhen?

a.    Welches Budget ist hierfür vorgesehen?

  1. Wie lange warten betroffene Eltern im Schnitt aktuell auf die Abwicklung grenzüberschreitender KBG-Fälle?
  2. Warum ist es trotz jahrelanger Kritik nicht gelungen, die Verfahren zu beschleunigen und die Kommunikation mit ausländischen Behörden zu verbessern?
  3. Welche Verbesserungen sind betreffend Beschleunigung von Verfahren und Kommunikation mit ausländischen Behörden vorgesehen?
  4. Welche konkreten Digitalisierungsprojekte wurden gestartet, um den Rückstand aufzuholen?

a.    Wann wurden diese Projekte gestartet und welches Budget ist dafür vorgesehen?

  1. Weshalb existiert bis heute kein einheitliches IT-System, obwohl dies eine der zentralen Empfehlungen des Rechnungshofs war?
  2. Wie hoch sind die jährlichen Mehrkosten, die durch parallele Systeme, z.B. die parallele Verwendung mehrerer IT-Systeme, seit 2018 entstanden sind? (Bitte um Aufschlüsselung nach Jahren)
  3. Bis wann plant Ihr Ressort die vollständige Integration in ein zentrales System?
  4. Wie lange beträgt die durchschnittliche Bearbeitungsdauer eines KBG-Antrags derzeit?
  5. Welche konkreten Maßnahmen setzt Ihr Ressort, damit Familien künftig rasch, einfach und unbürokratisch zu ihrem Kinderbetreuungsgeld kommen?

a.    Welches Budget ist hierfür vorgesehen?



[1]    https://www.rechnungshof.gv.at/rh/home/home/home_7/2024_31_Kinderbetreuungsgeld_FuP.pdf (aufgerufen am 26.02.2026)

[2]    https://www.parlament.gv.at/gegenstand/XXVIII/III/1 (aufgerufen am 26.02.2026)