5636/J XXVIII. GP
Eingelangt am 02.04.2026
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Anfrage
der Abgeordneten Elisabeth Götze, Freundinnen und Freunde
an den Bundesminister für Wirtschaft, Energie und Tourismus
betreffend Zustand und Sanierung der Redoutensäle in der Hofburg
Die Redoutensäle in der Wiener Hofburg wurden in den Jahren 2017 bis 2023 als Ausweichquartier für den Parlamentsbetrieb während der Sanierung des Parlamentsgebäudes genutzt. Seit dem Auszug des Parlaments stehen die Säle jedoch leer und sind aufgrund baulicher Mängel gesperrt. Medienberichten[1] zufolge sollen während der Nutzung als Parlamentsquartier bauliche Veränderungen und Schäden entstanden sein, deren Sanierung nun umfangreiche Maßnahmen erforderlich macht.
Die Burghauptmannschaft Österreich, die als nachgeordnete Dienststelle des Bundesministeriums zahlreiche historisch bedeutende Gebäude verwaltet, geht davon aus, dass eine Generalsanierung des gesamten Trakts erforderlich ist. Die kolportierten Kosten dafür liegen im Bereich von mehreren zehn Millionen Euro. Gleichzeitig wird darauf hingewiesen, dass der Sanierungsbedarf auch im Zusammenhang mit dem jahrzehntelangen Veranstaltungsbetrieb sowie der letzten Generalsanierung nach dem Brand Anfang der 1990er-Jahre zu sehen ist.
Unklar ist in diesem Zusammenhang insbesondere, welche vertraglichen Vereinbarungen zwischen der Parlamentsdirektion und der Burghauptmannschaft hinsichtlich Rückbau, Instandsetzung und Haftung für Schäden bestanden haben, ob diese – wie von der Parlamentsdirektion öffentlich festgestellt[2] – eingehalten wurden und welche Schäden konkret auf die Nutzung durch das Parlament zurückzuführen sind und welche Kosten von welcher Institution zu tragen sind. Ebenso stellt sich die Frage nach dem aktuellen Stand der Planungen, der budgetären Vorsorge sowie der Verzögerung für die laufende Nutzung der Räumlichkeiten.
Da es sich bei der Hofburg und den Redoutensälen um historisch bedeutende Gebäude im Eigentum der Republik Österreich handelt und erhebliche öffentliche Mittel für die Sanierung erforderlich sein könnten, besteht ein besonderes öffentliches Interesse an Transparenz hinsichtlich Schäden, Verantwortlichkeiten, Kosten und zukünftiger Nutzung.
Die unterfertigenden Abgeordneten stellen daher folgende
1. Welche konkreten baulichen Schäden wurden in den Redoutensälen nach der Nutzung als Parlamentsausweichquartier festgestellt?
2. Welche dieser Schäden sind nach Einschätzung der Burghauptmannschaft auf die Nutzung durch das Parlament zurückzuführen?
3. Welche Schäden sind hingegen auf allgemeinen Verschleiß oder den regulären Veranstaltungsbetrieb zurückzuführen?
4. Welche vertraglichen Vereinbarungen bestanden zwischen der Parlamentsdirektion und der Burghauptmannschaft hinsichtlich Rückbau, Wiederherstellung und Haftung für Schäden nach Ende der Nutzung?
5. Wurde das Parlament zur Behebung von Schäden oder zur Kostenübernahme aufgefordert?
a. Wenn ja, in welcher Höhe und für welche Maßnahmen?
b. Wenn nein, warum nicht?
6. Wie hoch werden die Gesamtkosten der geplanten Generalsanierung derzeit geschätzt?
7. Welche Sanierungsmaßnahmen sind konkret geplant?
8. Welcher Zeitplan ist für Planung, Sanierung und Wiedereröffnung vorgesehen?
9. Welche budgetären Mittel sind dafür im Bundesbudget vorgesehen?
10. Welche Kosten sind bereits bisher für Bestandsaufnahme, Planung oder Sicherungsmaßnahmen angefallen?
11. Wer wird die Kosten der Sanierung letztlich tragen?
12. In welcher Form ist das Bundesdenkmalamt in die Planungen eingebunden?
13. Welche zukünftige Nutzung der Redoutensäle ist nach der Sanierung vorgesehen?
14. Welche Auswirkungen hat die Sperre der Redoutensäle auf bestehende Pacht- oder Nutzungsverträge mit Veranstaltern bzw. Betreibern?
15. Gab es Schadenersatzforderungen von Pächtern oder Veranstaltern aufgrund der Sperre?
a. Wenn ja, in welcher Höhe?
16. Welche Einnahmen sind der Republik Österreich durch die Sperre der Redoutensäle bisher entgangen?
17. Wann ist mit einer Wiederaufnahme des Veranstaltungsbetriebs in den Redoutensälen zu rechnen?
[1] https://wien.orf.at/stories/3347020/
https://www.krone.at/4079816
https://kurier.at/chronik/wien/hofburg-redoutensaele-parlament-sanierung/403142876
[2] https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20260324_OTS0054/hofburg-redoutensaele-klarstellung-zur-faktenwidrigen-berichterstattung-des-kurier-und-der-apa