5696/J XXVIII. GP
Eingelangt am 07.04.2026
Dieser Text wurde elektronisch übermittelt. Abweichungen vom Original sind
möglich.
ANFRAGE
des Abgeordneten Alois Kainz
an den Bundesminister für Finanzen
betreffend Budgetäre Auswirkungen des geplanten Nationalparks Kamptal
Im nördlichen Kamptal im Waldviertel (Niederösterreich) wird ein neues Nationalpark-projekt entwickelt, das den Nationalpark „Kampwald“ bilden soll – potenziell den siebenten Nationalpark Österreichs. Das Projekt wird gemeinschaftlich von Bund und Land Niederösterreich betrieben, mit dem erklärten Ziel, Naturschutz, Biodiversitäts-förderung, Regionalentwicklung und Tourismus zu verbinden.[1]
Das Medium „Heute“ berichtete am 11.08.2025, dass für den Auftakt des Nationalparkprojekts „Kampwald“ ein Startbudget von ca. 7 Millionen Euro aus dem Biodiversitätsfonds des Bundes vereinbart wurde, das insbesondere dem Schutz des Dobratals als erster Kernzone dienen soll.[2]
Die Kernfläche des Nationalparks soll schrittweise aus einem Gebiet von rund 3.100 Hektar bestehen, das weitgehend im Besitz der Windhag-Stipendienstiftung für Niederösterreich ist, und über einen längeren Zeitraum entwickelt werden. Ein erster Schritt ist die gesetzliche Absicherung des Dobratal-Naturschutzgebiets (rund 260 ha) als Kernzone.[3]
In diesem Zusammenhang richtet der unterfertigte Abgeordnete an den Bundes-minister für Finanzen nachstehende
Anfrage
1. Welche konkrete Gesamtsumme an Bundesmitteln ist derzeit für das Projekt „Nationalpark Kamptal/Kampwald“ vorgesehen?
2. Wie hoch ist das im Artikel genannte Startbudget von rund sieben Millionen Euro im Detail aufgeschlüsselt nach
a. Projektbestandteilen,
b. Budgetjahren?
3. Aus welchen konkreten Budgetmitteln des Biodiversitätsfonds wird diese Finanzierung bedeckt?
4. Wird aktuell auch auf weitere Fonds zurückgegriffen?
a. Wenn ja, auf welche und in welchem Umfang?
5. Welche weiteren Bundesmittel (über die genannten 7 Millionen Euro hinaus) sind
a. bereits beschlossen,
b. in Planung?
6. Mit welchen jährlichen (Betriebs-/ Erhaltungs-) Kosten eines allfälligen Nationalparks Kamptal rechnet das Finanzministerium nach derzeitiger Einschätzung?
7. Welche Investitionskosten (z.B. Infrastruktur, Flächenmaßnahmen, Personal) werden derzeit insgesamt erwartet?
8. In welchem Ausmaß ist mit EU-Kofinanzierungen oder sonstigen Drittmitteln zu rechnen?
9. Welche finanziellen Verpflichtungen könnten sich für den Bund ergeben, falls der Nationalpark international (z.B. durch die IUCN) anerkannt wird?
10. Wurden alternative budgetschonendere Naturschutzmaßnahmen geprüft?
a. Wenn ja, mit welchem Ergebnis?
11. Wurde geprüft, ob durch das Projekt bestehende finanzielle Verpflichtungen gegenüber der Windhag’schen Stipendienstiftung oder anderen Eigentümern entstehen könnten?
12. Welche tourismusbedingten Mehreinnahmen für den Bund werden erwartet und auf welcher Berechnungsgrundlage?
13. Bis wann ist aus Sicht des Finanzministeriums mit einer endgültigen budgetären Gesamtentscheidung zu rechnen?