5949/J XXVIII. GP
Eingelangt am 23.04.2026
Dieser Text ist elektronisch textinterpretiert. Abweichungen vom Original sind
möglich.
Anfrage
des Abgeordneten Wendelin Mälzer
an den Bundesminister für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport
betreffend Bearbeitung eines Videos von Bundesminister Andreas Babler auf lnstagram
Auf dem offiziellen lnstagram-Auftritt von Bundesminister Andreas Babler wurde ein Video veröffentlicht[1], das in der Öffentlichkeit erhebliche Zweifel an seiner Authentizität ausgelöst hat. Insbesondere werden Fragen hinsichtlich möglicher technischer Nachbearbeitungen, des Einsatzes künstlicher Intelligenz, einer etwaigen Sprachsynthese, Lippensynchronisation sowie sonstiger digitaler Optimierungsmaßnahmen aufgeworfen.[2]
Es besteht öffentliches Interesse daran zu erfahren, wer dieses Video produziert hat, ob externe Agenturen, Kommunikationsberater oder sonstige Dienstleister eingebunden waren und ob dafür öffentliche Mittel verwendet wurden.
In diesem Zusammenhang richtet der unterfertigte Abgeordnete an den Bundesminister für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport nachstehende
Anfrage
1. Wann genau wurde das gegenständliche Video produziert?
2. Wann genau wurde das Video auf lnstagram veröffentlicht?
3. Wer gab die Erstellung dieses Videos in Auftrag?
4. Wurde das Video durch Mitarbeiter Ihres Ressorts erstellt?
a. Wenn nein, welche externen Personen, Agenturen, Firmen oder Dienstleister waren mit der Erstellung befasst?
b. Wenn nein, welche konkreten Leistungen wurden von diesen externen Stellen erbracht?
c. Wenn nein, wie hoch waren die Kosten für die Erstellung dieses Videos?
5. Wurde für die Erstellung des Videos künstliche Intelligenz eingesetzt?
a. Wenn ja, welche konkreten KI-Tools, Programme oder Plattformen kamen zum Einsatz?
6. Wurde das gesprochene Englisch im Video nachträglich technisch bearbeitet?
7. Wurde eine Sprachsynthese oder computergenerierte Stimme verwendet?
8. Wurde eine automatische Nachvertonung vorgenommen?
9. Wurde das Lippenbild technisch angepasst oder lippensynchron verändert?
10. Wurden Schnitte vorgenommen, um Sprachfehler, Unsicherheiten oder Versprecher zu entfernen?
11. Wurde das Video sonst in irgendeiner Weise digital optimiert oder verändert?
a. Wenn ja, in welcher konkreten Form?
12. Entspricht die im Video hörbare Sprachleistung der tatsächlich aufgenommenen Originaltonspur?
13. Handelt es sich bei dem verwendeten Tool von Adobe, mit dem laut Ihnen in der Postproduktion Hall entfernt wurde, um „enhance speech“?
a. Wenn nein, welches Tool von Adobe wurde genau dafür verwendet?
14. Welche Gesamtkosten sind durch die Produktion dieses Videos entstanden?
15. Wurden dafür Steuermittel verwendet?
a. Wenn ja, in welcher Höhe?
16. Wurden für das Video Mittel aus Inseraten-, PR- oder Kommunikationsbudgets verwendet?
a. Wenn ja, in welcher Höhe jeweils?
b. Wenn nein, aus welchem anderen Budgettopf wurden diese Kosten bezahlt?
17. Wer hat die endgültige Freigabe zur Veröffentlichung erteilt?
18. Gibt es im Ressort interne Richtlinien für den Einsatz künstlicher Intelligenz in der Öffentlichkeitsarbeit?
a. Wenn ja, wie lauten diese?
19. Gibt es Vorgaben zur Kennzeichnung KI-generierter oder KI-bearbeiteter Inhalte in Ihrem Ressort?
a. Wenn ja, wurden diese im gegenständlichen Fall eingehalten?
b. Wenn nein, warum nicht?
20. Planen Sie in Ihrer Funktion als Medienminister technisch bearbeitete Inhalte von Ihnen bzw. aus Ihrem Ressort künftig transparent zu kennzeichnen?
21. Welche Maßnahmen werden Sie setzen, um volle Transparenz über die Entstehung dieses Videos herzustellen?
22. Haben Sie persönlich Kenntnis von sämtlichen Bearbeitungsschritten dieses Videos gehabt?
a. Wenn nein, wer traf diese Entscheidungen ohne Ihre Kenntnis?
23. Sehen Sie im gegenständlichen Vorgang einen möglichen Vertrauensverlust gegenüber der Öffentlichkeit?
24. Welche Konsequenzen ziehen Sie persönlich aus den erhobenen Vorwürfen?
[1] https://www.instagram.com/p/DXMaJbfDNbD/ (aufgerufen am 23.04.2026)
[2] https://exxpress.at/politik/schlechtes-englisch-netz-raetselt-ueber-moegliches-ki-video-von-babler/
https://www.exxtra24.at/deepfake-vorwurf-gegen-babler-endet-vor-gericht-tweet-geloescht-entschuldigung-folgt-fpoe-nutzt-die-gunst-der-stunde/
https://report24.news/babler-laesst-die-ki-fuer-sich-sprechen-ein-vorbild-fuer-die-gesamte-regierung/ (aufgerufen am 23.04.2026)