5957/J XXVIII. GP

Eingelangt am 24.04.2026
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ANFRAGE

 

des Abgeordneten Wendelin Mölzer

an den Bundesminister für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport

betreffend Kosten, Finanzierung und wirtschaftliche Auswirkungen des Eurovision Song Contest 2026 in Wien

 

 

Der Eurovision Song Contest 2026, der im Mai 2026 in Wien ausgetragen werden soll, stellt eines der größten internationalen Medienereignisse dar, dessen Durchführung jedoch mit erheblichen finanziellen Aufwendungen verbunden ist. Nach derzeit bekannten Informationen belaufen sich die Gesamtkosten auf einen zweistelligen Millionenbetrag, wobei ein wesentlicher Anteil aus öffentlichen Mitteln aufgebracht werden soll.

 

Gerade in Zeiten massiver Teuerung, steigender Abgabenbelastung für die heimische Bevölkerung sowie angespannter öffentlicher Haushalte erscheint es geboten, den Einsatz von Steuergeld für derartige Großveranstaltungen einer besonders kritischen Prüfung zu unterziehen.

 

Hinzu kommt, dass die tatsächlichen Kosten solcher Veranstaltungen erfahrungs-gemäß erheblichen Schwankungen unterliegen und nicht selten deutlich über den ursprünglich veranschlagten Beträgen liegen. Auch die Aufteilung der Finanzierung zwischen öffentlichen Stellen, staatsnahen Institutionen und privaten Akteuren bleibt vielfach intransparent.

 

Vor diesem Hintergrund besteht ein erhebliches öffentliches Interesse an vollständiger Transparenz hinsichtlich der tatsächlichen Kosten, der Finanzierungsstruktur sowie der wirtschaftlichen Auswirkungen des Eurovision Song Contest 2026. Insbesondere ist zu klären, welche Belastungen letztlich auf die österreichischen Steuerzahler zukommen und ob die erwarteten wirtschaftlichen Effekte in einem angemessenen Verhältnis zu den eingesetzten Mitteln stehen.

 

 


 

In diesem Zusammenhang richtet der unterfertigte Abgeordnete an den Bundes-minister für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport nachstehende

 

Anfrage

 

1.    Wie hoch sind die Gesamtkosten des Eurovision Song Contest (ESC) 2026 nach aktuellem Stand insgesamt?

2.    Wie gliedern sich diese Kosten im Detail auf (z. B. Infrastruktur, Sicherheit, Organisation, Marketing, Side-Events)?

3.    Welche Anteile der Finanzierung werden jeweils getragen von

a.    der Stadt Wien,

b.    dem Bund,

c.    dem Österreichischer Rundfunk,

d.    der European Broadcasting Union,

e.    privaten Sponsoren?

4.    Welche konkreten Bundesmittel (direkt oder indirekt) fließen in die Durchführung des ESC 2026?

5.    Aus welchen Budgets des Bundes werden diese Mittel entnommen?

6.    Gab bzw. gibt es Sonderdotierungen oder Umschichtungen zugunsten der Veranstaltung?

7.    Welche Sicherheitskosten entstehen für Bundesbehörden (insbesondere Polizei) und wer trägt diese?

8.    Welche Kostenrisiken bestehen (z. B. Mehrkosten durch Inflation, Sicherheits-lage oder Infrastrukturmaßnahmen)?

9.    Gibt es eine Kostenobergrenze seitens des Bundes?

a.    Wenn ja, wie hoch ist diese?

b.    Wenn nein, warum nicht?

10. Welche verbindlichen Vereinbarungen bestehen zwischen Bund, Stadt Wien und dem ORF hinsichtlich der Kostentragung?

11. In welcher Höhe rechnet die Bundesregierung mit Einnahmen bzw. Rückflüssen (Steuern, Tourismus, Wertschöpfung) im Zusammenhang mit der Durchführung des ESC 2026?

12. Liegen dem Ministerium Studien oder Prognosen zur wirtschaftlichen Rentabilität des ESC 2026 vor?

13. Wie bewertet das Ministerium die Tatsache, dass ähnliche Veranstaltungen in anderen Ländern Kosten von bis zu 60 Millionen Euro erreicht haben?

14. Welche Maßnahmen werden gesetzt, um eine möglichst geringe Belastung der Steuerzahler sicherzustellen?

15. Wird eine vollständige Offenlegung aller Kosten und Verträge erfolgen?

a.    Wenn ja, in welcher Form?

b.    Wenn ja, wann?

c.    Wenn nein, warum nicht?

16. Welche konkreten Leistungen erbringt der Bund im Zusammenhang mit der Durchführung des ESC 2026 (z. B. Infrastruktur, Personal, Logistik)?

17. Werden für das Event zusätzliche Planstellen im Bundesdienst geschaffen oder externe Berater beauftragt?

a.    Wenn ja, in welchem Umfang und zu welchen Kosten?

18. In welcher Höhe fallen Kosten für externe Dienstleister (Eventagenturen, Sicherheitsfirmen, Beratungsunternehmen) an?

19. Welche Vergabeverfahren wurden bzw. werden für Aufträge im Zusammen-hang mit dem ESC 2026 durchgeführt?

20. Wie wird sichergestellt, dass es zu keinen Kostenüberschreitungen kommt?

21. Gibt es ein laufendes Controlling oder ein Kostenmonitoring?

a.    Wenn ja, wer ist dafür verantwortlich?

22. Welche Lehren wurden aus früheren ESCs (z. B. in anderen Ländern oder 2015 in Österreich) gezogen?

23. Welche Kosten sind im Zusammenhang mit der Nutzung bestehender Infrastruktur (z. B. Stadthalle, Verkehrsmaßnahmen) zu erwarten?

24. Werden zusätzliche bauliche Maßnahmen oder Adaptierungen vorgenommen?

a.    Wenn ja, welche?

b.    Wenn ja, zu welchen Kosten?

c.    Wenn ja, wer übernimmt diese Kosten?

25. Welche Verkehrs- und Mobilitätsmaßnahmen sind geplant?

a.    Welche Kosten entstehen dadurch?

26. Bestehen Haftungsregelungen für den Fall von Ausfällen, Schäden oder Absagen des ESC 2026?

27. Welche Einnahmen aus Sponsoring, Werbung und Ticketverkauf für den ESC 2026 werden erwartet?

28. Wer ist Eigentümer bzw. Nutznießer der Einnahmen aus internationalen Übertragungsrechten?

29. In welchem Ausmaß profitiert der ORF finanziell von der Veranstaltung?

30. Welche steuerlichen Effekte erwartet die Bundesregierung konkret (z. B. Umsatzsteuer, Tourismusabgaben)?

31. Gibt es eine Kosten-Nutzen-Analyse zur Austragung des ESC 2026?

a.    Wenn ja, wie fällt diese aus?

b.    Wenn nein, warum nicht?

32. Welche Risiken bestehen hinsichtlich geringerer Einnahmen als prognostiziert?

33. Wie wird verhindert, dass es zu einer nachträglichen Erhöhung der öffentlichen Zuschüsse kommt?

34. Warum wurde Wien als Austragungsort für den ESC 2026 gewählt?

35. Welche Kostenunterschiede hätten sich bei anderen Standorten ergeben?

36. Welche kommunikativen Maßnahmen (PR, Marketing) werden gesetzt und welche Kosten entstehen hierfür?

37. In welchem Umfang werden internationale Gäste (Delegationen, Presse) durch öffentliche Mittel unterstützt?

38. Gibt es Sonderregelungen oder Förderungen für bestimmte Gruppen im Zusammenhang mit dem ESC 2026?

39. Welche Maßnahmen werden gesetzt, um eine nachhaltige Nutzung der eingesetzten Mittel sicherzustellen?

40. Gibt es Pläne für eine nachträgliche Evaluierung der tatsächlichen Kosten und Effekte des ESC 2026?

41. Welche Konsequenzen sind vorgesehen, falls sich herausstellt, dass die Kosten erheblich überschritten wurden?

42. Wie beurteilt das Ministerium die Prioritätensetzung, öffentliche Mittel für Großevents aufzuwenden, während gleichzeitig in anderen Bereichen Einsparungen vorgenommen werden?