6022/J XXVIII. GP

Eingelangt am 29.04.2026
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ANFRAGE

 

des Abgeordneten Maximilian Linder

an den Bundesminister für Innovation, Mobilität und Infrastruktur

betreffend Preisunterschiede beim ÖBB-Ticketkauf: Bordpreise gegenüber Preisen an Automaten und über digitale Vertriebskanäle

 

 

Der öffentliche Personenverkehr stellt einen zentralen Bestandteil der Verkehrs-infrastruktur in Österreich dar und spielt eine wichtige Rolle für eine nachhaltige Mobilität sowie für die Erreichbarkeit von Regionen. Vor diesem Hintergrund kommt einem transparenten und nachvollziehbaren Tarifsystem im öffentlichen Verkehr besondere Bedeutung zu. In der Praxis zeigt sich jedoch, dass beim Erwerb von Fahrkarten für Bahnreisen unterschiedliche Preise anfallen können, je nachdem, ob die Tickets über digitale Vertriebskanäle, an Ticketautomaten oder direkt im Zug beim Zugpersonal gekauft werden.

 

Insbesondere beim Kauf von Fahrkarten im Zug kann es zu sogenannten Bordpreisen oder Zuschlägen kommen, wodurch sich gegenüber dem Kauf an Automaten oder über Online-Plattformen teilweise höhere Kosten ergeben. Diese Preisgestaltung kann für Fahrgäste, die keinen Zugang zu digitalen Buchungsmöglichkeiten haben oder an Bahnhöfen ohne Ticketautomaten bzw. Schalter einsteigen, zu zusätzlichen finanziellen Belastungen führen. Daher scheint es von Interesse, zu klären, auf welcher Grundlage diese Preisunterschiede bestehen, in welchem Ausmaß sie zur Anwendung kommen und inwieweit der Bund als Eigentümer der ÖBB Einfluss auf die Tarifgestaltung nimmt.

 

 

In diesem Zusammenhang richtet der unterfertigte Abgeordnete an den Bundes-minister für Innovation, Mobilität und Infrastruktur nachstehende

 

Anfrage

 

1.    Welche Preisunterschiede bestehen beim Erwerb von Fahrkarten in ÖBB-Zügen im Vergleich zum Kauf an Automaten oder über digitale Vertriebskanäle (z. B. Online- oder App-Ticketkauf)?

2.    Wie hoch sind die konkreten Preisunterschiede bzw. Zuschläge beim Erwerb von Fahrkarten direkt im Zug im Vergleich zum Kauf an Automaten oder über digitale Vertriebssysteme?

3.    Auf welcher tariflichen oder unternehmerischen Grundlage wurden diese Preisunterschiede eingeführt?

4.    In welchen Fällen kommt es beim Erwerb von Fahrkarten im Zug zu Zuschlägen oder höheren Tarifen?

a.    Wie hoch sind diese im Vergleich zum Kauf an Automaten oder über digitale Vertriebskanäle?

5.    Welche Möglichkeiten bestehen für Fahrgäste, die an Bahnhöfen ohne Ticket-automaten oder Schalter einsteigen, oder bei denen vorhandene Ticket-automaten aufgrund technischer Störungen nicht benutzbar sind, Fahrkarten ohne zusätzliche Kosten direkt im Zug zu erwerben?

a.    Welche konkreten Regelungen gelten in diesen Fällen für Fahrgäste?

6.    Inwieweit hat der Bund als Eigentümer der ÖBB Einfluss auf die Tarifgestaltung beim Verkauf von Fahrkarten?

7.    Wurde seitens Ihres Ressorts geprüft, ob die bestehenden Preisunterschiede beim Ticketkauf soziale oder regionale Auswirkungen auf Fahrgäste haben könnten?

8.    Welche Einnahmen erzielen die ÖBB jährlich durch Zuschläge bzw. höhere Tarife beim Erwerb von Fahrkarten direkt im Zug?

a.    Wie viele Fahrkarten wurden im Zeitraum 2020 bis 2025 jährlich im Zug verkauft?

9.    Wurde geprüft, ob Fahrgäste an Bahnhöfen ohne funktionierenden Ticket-automaten oder ohne Zugang zu digitalen Vertriebskanälen durch das bestehende Preissystem benachteiligt werden könnten?