Eingelangt am 07.05.2026
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ANFRAGE
der
Abgeordneten Rosa Ecker, MBA
an den Bundesminister
für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport
betreffend
Regionale Schieflage bei der Kulturförderung des Bundes
Aus
aktuellen Analysen geht hervor, dass die Verteilung der Bundesmittel für
Kultur in Österreich erhebliche regionale Ungleichgewichte aufweist.
Besonders deutlich wird dies am Beispiel Oberösterreichs: Während der
Bund im Durchschnitt lediglich rund 5,8 Euro pro Einwohner für Kultur in
Oberösterreich aufwendet, liegt dieser Wert ohne Sonderprojekte nach
Angaben der Kulturplattform Oberösterreich sogar nur bei etwa 4,4 Euro pro
Kopf.
Im
Vergleich dazu zeigen Auswertungen des KDZ – Zentrum für Verwaltungs-forschung,
dass andere Bundesländer wie Salzburg und Vorarlberg deutlich höhere
Pro-Kopf-Förderungen erhalten. Gleichzeitig wird ein Großteil der
Bundesmittel in zentrale kulturelle Einrichtungen investiert, insbesondere in
Bundestheater und Bundesmuseen mit Sitz in Wien. Rund drei Viertel der gesamten
Bundesmittel fließen in solche zentralen Institutionen.
Diese
strukturelle Konzentration führt dazu, dass Bundesländer ohne
große Bundeseinrichtungen – wie Oberösterreich – ihre
kulturelle Infrastruktur in weiten Teilen eigenständig finanzieren
müssen. Studien zeigen, dass Gemeinden teils zwischen 50 und 100 Euro pro
Kopf für Kultur aufwenden und damit einen erheblichen Anteil an der
Finanzierung tragen.
Oberösterreich
verfügt dennoch über eine vielfältige und leistungsfähige
Kultur-landschaft mit Festivals, regionalen Initiativen und international
beachteten Projekten. Trotz dieser kulturellen Leistungsfähigkeit wird das
Bundesland in der Mittelverteilung des Bundes vergleichsweise schwach
berücksichtigt.
Vor
diesem Hintergrund ist fraglich, ob die derzeitige Förderlogik des Bundes
strukturell zu einer Benachteiligung der Regionen führt und ob die
kulturelle Leistung außerhalb Wiens ausreichend anerkannt und
unterstützt wird.
In
diesem Zusammenhang richtet die unterfertigte Abgeordnete an den Bundes-minister
für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport nachstehende
Anfrage
- Wie hoch waren die
gesamten Bundesausgaben für Kultur in den Jahren 2022, 2023, 2024 und
2025? (Bitte um Aufschlüsselung jeweils absolut und pro Kopf, nach
Bundesländern und Jahren)
- Wie hoch waren die
Pro-Kopf-Kulturförderungen des Bundes in diesen Jahren im Vergleich
zwischen Oberösterreich, Wien, Salzburg und Vorarlberg?
- Welche konkreten Projekte, Initiativen und
Einrichtungen in Oberösterreich wurden in den Jahren 2022 bis 2025
vom Bund gefördert? (Bitte um Auflistung inklusive Fördersummen
und Förderart)
- Wie hoch war der Gesamtbetrag der
Bundesmittel, der in diesem Zeitraum nach Oberösterreich geflossen
ist, im Vergleich zu Wien und den übrigen Bundes-ländern?
- Welcher Anteil der gesamten Bundesmittel
für Kultur entfiel in den Jahren 2022 bis 2025 auf Einrichtungen mit
Sitz in Wien? (Bitte um Aufschlüsselung nach Jahr)
- Welcher Anteil entfiel im selben Zeitraum
auf alle übrigen Bundesländer zusammen? (Bitte um Aufschlüsselung
nach Jahr und Bundesland)
- Nach welchen konkreten Kriterien erfolgt
die regionale Verteilung der Bundes-mittel für Kultur?
- Welche Rolle spielen dabei institutionelle
Förderungen im Vergleich zu projekt-bezogenen Förderungen?
- Welche Definition legt das Ressort dem
Begriff „überregional bedeutsam“ zugrunde?
- Wie viele als
„überregional“ oder „national bedeutsam“
eingestufte Kultur-projekte wurden in den Jahren 2022 bis 2025
- in Wien
- in
Oberösterreich
gefördert?
(Bitte um Aufschlüsselung nach Jahr)
- Welche Fördersummen entfielen jeweils
auf diese Projekte in Wien und in Oberösterreich? (Bitte um Aufschlüsselung
nach Jahr und Bundesland)
- Sehen Sie einen direkten Zusammenhang
zwischen der Anzahl bundeseigener bzw. bundesnaher Einrichtungen in einem
Bundesland und der Höhe der dort wirksamen Fördermittel?
- Wenn ja, welche
Maßnahmen werden gesetzt, um strukturelle Standort-vorteile
einzelner Bundesländer auszugleichen?
- Wenn nein, wie
erklären Sie die deutlichen Unterschiede in der Pro-Kopf-Förderung
zwischen den Bundesländern?
- In welchem Ausmaß
berücksichtigt die Förderpolitik des Bundes die kulturelle
Eigenleistung der Länder und Gemeinden?
- Wie bewerten Sie die Tatsache, dass
Gemeinden einen erheblich höheren Pro-Kopf-Aufwand für Kultur
tragen als der Bund?
- Gibt es innerhalb Ihres Ressorts
Zielvorgaben oder strategische Leitlinien zur Sicherstellung einer
ausgewogenen regionalen Verteilung der Kultur-fördermittel?
- Wenn ja, wie
werden diese konkret umgesetzt und evaluiert?
- Welche Maßnahmen wurden in den
letzten fünf Jahren gesetzt, um die kulturelle Infrastruktur
außerhalb Wiens gezielt zu stärken?
- Welche spezifischen Programme oder
Förderinstrumente existieren derzeit für regionale
Kulturinitiativen in Bundesländern ohne große
Bundeseinrichtungen?
- Gibt es Überlegungen, die
Förderlogik dahingehend zu reformieren, dass regionale kulturelle
Leistungen stärker berücksichtigt werden?
- Welche Maßnahmen setzt Ihr Ressort,
um einer übermäßigen Zentralisierung kultureller
Ressourcen in Wien entgegenzuwirken?
- Welche konkreten Schritte planen Sie, um
die Sichtbarkeit und finanzielle Ausstattung von Kulturprojekten in
Oberösterreich zu verbessern?
- Ist geplant, künftig angemessene
Verteilungsschlüssel oder Zielwerte für die regionale Verteilung
von Kulturfördermitteln festzulegen?
- Wie wird sichergestellt, dass innovative,
regionale Kulturprojekte nicht gegenüber etablierten
Großinstitutionen systematisch benachteiligt werden?
- Welche Rolle spielen Festivals, freie
Szene und regionale Initiativen in der strategischen Kulturpolitik des
Bundes?
- Wie bewerten Sie die aktuelle
Förderhöhe für bedeutende Veranstaltungen in den
Bundesländern abseits Wien im Vergleich zu ähnlich gelagerten
Projekten in Wien?
- Gibt es Pläne, die Kooperation
zwischen Bund, Ländern und Gemeinden im Kulturbereich finanziell neu
zu strukturieren?
- Wenn ja, wie sind
diese ausgestaltet?
- Welche langfristige Strategie verfolgen
Sie konkret, um eine faire und ausgewogene Kulturförderung in allen
Bundesländern sicherzustellen?