6058/J XXVIII. GP
Eingelangt am 07.05.2026
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ANFRAGE
des Abgeordneten Christoph Steiner
an den Bundesminister für Innovation, Mobilität und Infrastruktur
betreffend Planung, Notwendigkeit und Ausgestaltung einer sogenannten Zubringerbrücke im Raum Jenbach sowie mögliche verkehrspolitische Fehlsteuerungen
Die Marktgemeinde Jenbach stellt aufgrund ihrer Lage im Unterinntal sowie der Anbindung an mehrere Verkehrsachsen, insbesondere die Inntal Straße B171 und die Zillertalbahn, einen zentralen Verkehrsknotenpunkt in Tirol dar. Insbesondere durch die Verbindung in das Zillertal sowie durch den regionalen und überregionalen Pendlerverkehr kommt es regelmäßig zu einer erheblichen Verkehrsbelastung.
In der Vergangenheit kam es im Raum Jenbach wiederholt zu infrastrukturellen Maßnahmen und Umbauten im Straßenverkehr, die nachträglich adaptiert werden mussten und teilweise zu erheblichen Verkehrsproblemen geführt haben. Dies wirft grundsätzliche Fragen hinsichtlich der Planungsqualität und der langfristigen Verkehrsstrategie in dieser Region auf.
Vor diesem Hintergrund bestehen aktuell Fragen hinsichtlich der Planung und Notwendigkeit einer sogenannten Zubringerbrücke bzw. zusätzlichen Innquerung im Raum Jenbach, die im Zusammenhang mit einer möglichen Entlastung der bestehenden Verkehrsachsen diskutiert wird. Konkrete Informationen zu Zielsetzung, Trassenführung, Kostenentwicklung sowie tatsächlicher verkehrlicher Wirkung wurden bislang jedoch nicht in ausreichendem Maße transparent gemacht.
Gerade in einer verkehrstechnisch sensiblen Region wie Jenbach ist sicherzustellen, dass Infrastrukturprojekte nicht nur kurzfristige Entlastungseffekte versprechen, sondern auch langfristig verkehrspolitisch sinnvoll, wirtschaftlich gerechtfertigt und raumplanerisch abgestimmt sind. Insbesondere die Errichtung einer neuen Brücke über den Inn bzw. einer zusätzlichen Zubringerstruktur wirft grundlegende Fragen auf, darunter: die tatsächliche verkehrliche Entlastungswirkung im Verhältnis zu mögliche, Mehrverkehr, sowie die Kosten-Nutzen-Relation im Vergleich zu einer Optimierung bestehender Infrastruktur.
In diesem Zusammenhang richtet der unterfertigte Abgeordnete an den Bundes-minister für Innovation, Mobilität und Infrastruktur nachstehende
Anfrage
1. Ist dem Ministerium die Planung einer sogenannten Zubringerbrücke im Raum Jenbach bekannt?
a. Falls ja, seit wann bestehen konkrete Planungen für dieses Projekt?
2. Wer ist Projektträger dieser Zubringerbrücke (Bund, Land Tirol, ÖBB oder andere)?
3. Welche Zielsetzung verfolgt das Projekt konkret?
4. Welche verkehrstechnischen Probleme sollen durch die Zubringerbrücke gelöst werden?
5. Liegen konkrete Verkehrsanalysen oder Prognosen vor?
a. Falls ja, wie lauten die Ergebnisse dieser Analysen?
6. Welche Alternativen zur Errichtung einer neuen Brücke wurden geprüft?
7. Wurde insbesondere eine Optimierung bestehender Infrastruktur in Betracht gezogen?
a. Falls ja, warum wurde diese verworfen?
8. Wie hoch sind die aktuell geschätzten Gesamtkosten des Projekts?
9. Wie haben sich die Kosten seit Beginn der Planung entwickelt?
10. Welche Finanzierung ist vorgesehen (Bund, Land, Gemeinde)?
11. Wurde eine Wirtschaftlichkeitsprüfung durchgeführt?
a. Falls ja, mit welchem Ergebnis?
12. Auf welchen Flächen soll die Zubringerbrücke errichtet werden?
a. Bitte um verbale Skizzierung des Projektstandes.
13. Handelt es sich dabei um bereits verbaute oder bislang unbebaute Flächen?
14. Welche Auswirkungen hat das Projekt auf den regionalen Verkehr (Pendler, Tourismus, Ausweichverkehr)?
15. Ist zu erwarten, dass durch die Zubringerbrücke zusätzlicher Verkehr erzeugt wird?
16. Wie wird sichergestellt, dass es nicht zu einer bloßen Verkehrsverlagerung kommt?
17. Gab es bereits Kritik von Gemeinden, Bürgern oder Interessensvertretungen?
a. Falls ja, wie wurde darauf reagiert?
18. Wie wird sichergestellt, dass Planungsfehler, wie sie bei früheren Verkehrs-projekten im Raum Jenbach aufgetreten sind, vermieden werden?
19. Welche Kontrollmechanismen bestehen für dieses Projekt?
20. Wurde das Projekt extern evaluiert?
a. Falls ja, durch wen und mit welchem Ergebnis?
21. Wann ist mit einer Präsentation des Projektes und wann mit Baubeginn und Umsetzung zu rechnen?