6098/J XXVIII. GP
Eingelangt am 21.05.2026
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Anfrage
der Abgeordneten Agnes-Sirkka Prammer, Süleyman Zorba, Freundinnen und Freunde
an den Bundesminister für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport
betreffend Strategische Verankerung von E-Sport in der österreichischen Sportpolitik
Im Zuge eines breit angelegten Prozesses wurde vor rund fünf Jahren eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe eingerichtet, um die sportpolitischen, rechtlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen für E-Sport in Österreich zu analysieren und konkrete Handlungsempfehlungen zu erarbeiten. Der daraus hervorgegangene End-bericht umfasste sieben thematische Untergruppen (u. a. Jugendschutz, Arbeitsrecht, Gemeinnützigkeit, Gesundheit, Gender sowie Glücksspiel/Lootboxen) und formulierte zahlreiche Empfehlungen zur strukturellen Integration und Weiterentwicklung des E-Sports.
Trotz der klar aufgezeigten Potenziale – sowohl im Hinblick auf gesellschaftliche Teilhabe, Jugendkultur und Digitalisierung als auch auf wirtschaftliche Effekte – ist seither nur begrenzt nachvollziehbar, welche Maßnahmen konkret umgesetzt wurd-en. Dies betrifft insbesondere die Frage der institutionellen Verankerung, die Förderung von Nachwuchsarbeit sowie die Entwicklung klarer regulatorischer Rahmenbedingungen.
E-Sport hat sich international dynamisch weiterentwickelt und ist zunehmend Bestandteil großer Sportveranstaltungen sowie ein relevanter Wirtschaftsfaktor. Vor diesem Hintergrund erscheint es notwendig zu klären, welche strategische Rolle E-Sport aktuell in der österreichischen Sportpolitik einnimmt und welche Schritte gesetzt werden, um den Anschluss an internationale Entwicklungen nicht zu verlieren.
Die unterfertigenden Abgeordneten stellen daher folgende
1. Welche konkreten Maßnahmen wurden seit Vorlage des Abschlussberichts der E-Sport-Arbeitsgruppen gesetzt, um die darin enthaltenen Empfehlungen umzusetzen?
2. Welche der im Bericht formulierten Handlungsempfehlungen wurden vollständig, teilweise oder gar nicht umgesetzt (bitte um detaillierte Aufschlüsselung nach den sieben Untergruppen; bei teilweiser Umsetzung bitte um Information, inwiefern umgesetzt wurde.)?
3. Wurde eine institutionalisierte Form der Zusammenarbeit zwischen organisiertem Sport und E-Sport (z. B. regelmäßige Dialogformate oder Kooperationen) etabliert?
a. Wenn ja, in welcher Form?
b. Wenn nein, warum nicht?
4. Welche Schritte wurden zur politischen und administrativen Verankerung von E-Sport auf Bundesebene gesetzt (z. B. interministerielle Koordination)?
5. Welche Anpassungen im Veranstaltungs- und Arbeitsrecht wurden seitdem geprüft oder umgesetzt, um E-Sport rechtlich dem klassischen Sport anzunähern?
6. Wurden Maßnahmen gesetzt, um E-Sport-Vereinen Rechtssicherheit hinsichtlich Gemeinnützigkeit zu geben?
a. Gibt es entsprechende Erlässe oder gesetzliche Klarstellungen?
7. Wurden steuerliche Rahmenbedingungen (z. B. Pauschalierungen, Reiseaufwandsentschädigungen) für E-Sportler:innen angepasst oder erweitert?
8. Welche Initiativen wurden im Bereich Gesundheit, Prävention und Integrität im E-Sport gesetzt oder unterstützt?
9. Gibt es konkrete Programme oder Maßnahmen zur Förderung von Frauen und Diversität im E-Sport?
10. Welche regulatorischen Maßnahmen wurden im Bereich Lootboxen umgesetzt oder vorbereitet?
11. Welche Rolle spielt E-Sport aktuell in der Sportstrategie der Bundesregierung?
12. Gibt es eine explizite Berücksichtigung von E-Sport in sportpolitischen Leitlinien oder Strategiepapieren?
a. Wenn ja, in welcher Form?
15. Welche finanziellen Mittel wurden in den letzten fünf Jahren für E-Sport-bezogene Projekte, Initiativen oder Förderungen bereitgestellt (bitte um jährliche Aufschlüsselung)?
16. Welche Förderprogramme oder Calls im Bereich E-Sport sind aktuell geplant oder in Vorbereitung?
17. Gibt es Überlegungen, E-Sport stärker in bestehende Sportförderstrukturen zu integrieren?
a. Wenn ja, welche?
18. Welche Maßnahmen werden gesetzt, um die volkswirtschaftlichen Potenziale des E-Sports (z. B. Arbeitsplätze, Innovation, Veranstaltungswirtschaft) gezielt zu nutzen?
19. Wie bewertet das Ministerium die zunehmende Integration von E-Sport in internationale Sportgroßveranstaltungen?
20. Gibt es Bestrebungen, Österreich als Standort für internationale E-Sport-Events zu positionieren?
a. Wenn ja, welche konkreten Initiativen bestehen?
21. Welche nächsten Schritte plant das Ministerium, um die im Abschlussbericht identifizierten Handlungsfelder weiter voranzutreiben?