Eingelangt am 28.05.2026
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ANFRAGE
des Abgeordneten Mag. Harald Schuh
an den Bundesminister für Bildung
betreffend Unterricht in türkischer Sprache an österreichischen Schulen
In österreichischen Volksschulen muss Deutsch die zentrale gemeinsame Sprache sein. Wenn nun sogar in Volksschulen teilweise auf Türkisch unterrichtet wird – und das auch Kinder betrifft, die österreichische Staatsbürger sind und in Österreich geboren wurden –, dann ist das ein wesentlicher Grund, warum Integration nicht funktionieren kann.
Vor dem Hintergrund integrations- und bildungspolitischer Zielsetzungen stellt sich jedoch die Frage, inwieweit derartige Angebote Auswirkungen auf den Erwerb der deutschen Sprache sowie auf die sprachliche Integration im schulischen Alltag haben.
Es kann nicht Aufgabe der Volksschule sein, Versäumnisse in der Integration auszugleichen, indem zusätzliche muttersprachliche Angebote geschaffen werden. Wer in Österreich lebt und hier zur Schule geht, muss vor allem die deutsche Sprache auf höchstem Niveau beherrschen. Alles andere schafft falsche Anreize und behindert echte Teilhabe.
In diesem Zusammenhang richtet der unterfertigte Abgeordnete an den Bundes-minister für Bildung nachstehende
Anfrage
1. Wie viele Schulen und welche Schultypen bieten in Österreich den sogenannten Erstsprachenunterricht an? (Bitte um tabellarische Auflistung der einzelnen Schulen nach Bundesland sowie Schultypen und angebotenen Sprachen für die Schuljahre 2023/2024, 2024/2025 sowie das laufende Schuljahr 2025/2026)
2. Wie viele Schülerinnen und Schüler nehmen österreichweit in diesem Schuljahr am Erstsprachenunterricht teil, aufgeschlüsselt auf die einzelnen Schulen und die einzelnen angebotenen Sprachen?
a. Wie viele dieser Schülerinnen und Schüler, die am Erstsprachen-unterricht teilnehmen, besitzen die österreichische Staatsbürgerschaft?
3. Wie viele Schülerinnen und Schüler nehmen österreichweit in diesem Schuljahr am Erstsprachenunterricht in Türkisch teil?
a. Wie viele dieser Schülerinnen und Schüler, die am Erstsprachen-unterricht in Türkisch teilnehmen, besitzen die österreichische Staatsbürgerschaft?
4. Wird Erstsprachenunterricht auch für Schülerinnen und Schüler mit österreichischer Staatsbürgerschaft angeboten?
a. Wenn ja, warum?
b. Wenn ja, werden Sie künftig österreichische Staatsbürger vom Erstsprachenunterricht ausschließen?
c. Wenn nein, warum wird uns dies dann berichtet?
5. Wie lange kann ein Schüler maximal Erstsprachenunterricht erhalten?
a. Kann dies theoretisch seine gesamte Pflichtschullaufbahn sein?
b. Ist die Teilnahme am Erstsprachenunterricht zeitlich beschränkt möglich, z.B. nur zwei Jahre?
c. Werden Sie sich künftig dafür einsetzen, die Teilnahme am Erstsprachenunterricht zeitlich zu beschränken – analog zum Status „außerordentlicher Schüler“, der ebenfalls maximal nur 24 Monate gelten kann, unabhängig vom konkreten Sprachwissen?
6. Welche Maßnahmen setzten Sie aufgrund des Umstandes bereits um, dass in Oberösterreich über ein Drittel der außerordentlichen Schüler in den Volksschulen die österreichische Staatsbürgerschaft besitzt?
7. Welche Maßnahmen planen Sie aufgrund des Umstandes, dass in Oberösterreich über ein Drittel der außerordentlichen Schüler in den Volksschulen die österreichische Staatsbürgerschaft besitzt?
8. Welche Kosten entstehen jährlich durch den Erstsprachenunterricht an österreichischen Schulen, schuljahrmäßig aufgeschlüsselt seit Einführung des Erstsprachenunterricht und in die einzelnen Sprachen?
9. Welche Qualifikationen müssen Lehrkräfte vorweisen, um den Erstsprachen-unterricht erteilen zu dürfen?
10. Wie wird sichergestellt, dass der Erstsprachenunterricht in Türkisch nicht zulasten der Förderung der deutschen Sprache geht?
11. Welche Maßnahmen plant das Ressort, um sicherzustellen, dass Deutsch als gemeinsame Unterrichts- und Alltagssprache nicht geschwächt wird?
12. Gibt es Überlegungen, den Erstsprachenunterricht in Türkisch an österreichischen Schulen einzuschränken oder abzuschaffen?
13. Wie bewertet das Ressort den Einfluss des Erstsprachenunterrichts auf die Integration von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund?
14. Welche Rolle spielt der Erstsprachenunterricht in Türkisch im Gesamtkonzept der Sprachförderung an österreichischen Schulen?
15. Wie wird die Qualität und Effektivität des Erstsprachenunterrichts in Türkisch evaluiert?
16. Gibt es wissenschaftliche Studien oder Erhebungen, die den Nutzen des Erstsprachenunterrichts in Türkisch für die schulische und soziale Integration belegen?
17. Wie viele Lehrkräfte sind im aktuellen Schuljahr österreichweit für den Erstsprachenunterricht angestellt? (Bitte um Aufschlüsselung nach den einzelnen angebotenen Sprachen)
18. Wie wird sichergestellt, dass im Erstsprachenunterricht in Türkisch keine Inhalte vermittelt werden, die im Widerspruch zu den Grundwerten der österreichischen Gesellschaft stehen?
19. Welche Zusammenarbeit besteht zwischen dem Ressort und den Ländern hinsichtlich des Erstsprachenunterrichts in Türkisch?
20. Wie wird der Bedarf an Erstsprachenunterricht in Türkisch an den einzelnen Schulen ermittelt?
21. Welche Mindestgrenzen für die Teilnehmerzahl am Erstsprachenunterricht in Türkisch gibt es, um eine Durchführung zu rechtfertigen?
22. Welche Höchstgrenzen für die Teilnehmerzahl am Erstsprachenunterricht in Türkisch gibt es?
23. In welchen Formen wird der Erstsprachenunterricht in Türkisch durchgeführt (abgesondert in eigenem Klassenraum, integrativ in der gesamten Klassen-gemeinschaft, …)?
24. Wie wird der Erstsprachenunterricht in Türkisch in den Stundenplan integriert, und welche Auswirkungen hat dies auf den regulären Unterricht?
25. Welche Rückmeldungen gibt es von Schulleitungen und Lehrkräften bezüglich des Erstsprachenunterrichts, aufgeschlüsselt auf die angebotenen Sprachen?
26. Ist es aus Ihrer Sicht sinnvoll, in der vierten Klasse Volksschule für österreichische Staatsbürger, die zudem in Österreich geboren und aufgewachsen sind, Erstsprachenunterricht in Türkisch anzubieten?
27. Ist Erstsprachenunterricht für die Schulen freiwillig oder verpflichtend umzusetzen?
28. Denken Sie aufgrund der aufgedeckten Umstände in Bezug auf den Erstsprachenunterricht Änderungen an?
a. Wenn ja, welche?
b. Wenn nein, warum nicht?
29. Wie viele Beschwerden erhielten Sie im Ressort oder Ihren nachgeordneten Dienststellen von Lehrkräften, deren Anlass fehlende Integration bzw. Probleme mit Integration waren, aufgeschlüsselt auf die einzelnen Bundesländer sowie die Schuljahre 2023/2024, 2024/2025 sowie das laufende Schuljahr 2025/2026?