6203/J XXVIII. GP
Eingelangt am 29.05.2026
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ANFRAGE
des Abgeordneten Markus Leinfellner
an den Bundesminister für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport
betreffend Zukunft des Postsportplatzes in Wien-Hernals
Der traditionsreiche Postsportverein Wien zählt zu den größten und bedeutendsten Breitensportvereinen Österreichs. Der Verein wurde bereits im Jahr 1919 gegründet und ist seit Jahrzehnten am Postsportplatz in Wien-Hernals beheimatet[1]. Auf dem rund 15 Hektar großen Areal – der größten zusammenhängenden Sportanlage Österreichs – trainieren und spielen heute rund 5.000 Mitglieder in insgesamt 15 Sportsektionen. Darunter befinden sich etwa 2.000 Kinder und Jugendliche, für die der Post SV nicht nur Sportstätte, sondern auch sozialer Treffpunkt, Ort der Integration sowie wichtiger Bestandteil ihrer Freizeitgestaltung ist.
Der Postsportplatz bietet seit Jahrzehnten leistbaren Breiten-, Nachwuchs- und Leistungssport in zahlreichen Sportarten wie Fußball, Tennis, Handball, Hockey, Volleyball, Basketball, Beachvolleyball, Tischtennis oder Squash. Darüber hinaus erfüllt der Verein eine wichtige gesellschaftliche Funktion im Bereich Gesundheits-förderung, Integration und Jugendarbeit.
Dennoch ist die Zukunft des gesamten Areals weiterhin ungeklärt. Der Pachtvertrag zwischen dem Post SV und der Österreichischen Post AG läuft mit Ende des Jahres 2027 aus. Bereits im Jahr 2026 soll das Areal EU-weit neu ausgeschrieben werden. Medienberichten und öffentlichen Stellungnahmen zufolge besteht die Gefahr, dass Teile der Sportanlage künftig kommerziell genutzt oder verbaut werden könnten.[2] Für den gemeinnützigen Verein würde dies einen massiven Wettbewerbsnachteil gegenüber gewinnorientierten Betreibern bedeuten.
Seit Jahren warnen Vertreter des Vereins, Eltern, Sportler sowie zahlreiche Unterstützer vor einem möglichen Verlust dieser einzigartigen Sportstätte. Trotz zahlreicher medialer Berichte, Petitionen und öffentlicher Diskussionen liegt bis heute keine langfristige Lösung zur Absicherung des Standorts vor.
Besonders bemerkenswert ist dabei, dass die Österreichische Post AG zu 52,8 Prozent im Eigentum der Österreichischen Beteiligungs AG (ÖBAG) steht und damit mittelbar unter maßgeblichem Einfluss der Republik Österreich steht. Daraus ergibt sich aus Sicht der unterfertigten Abgeordneten auch eine besondere Verantwortung des Bundes, sich aktiv für den langfristigen Erhalt dieser bedeutenden Sport-infrastruktur einzusetzen.
Gerade im Sinne der Kinder- und Jugendarbeit sowie eines niederschwelligen und leistbaren Zugangs zum Sport erscheint es dringend erforderlich, den Fortbestand des Postsportplatzes nachhaltig sicherzustellen.
In diesem Zusammenhang richtet der unterfertigte Abgeordnete an den Bundes-minister für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport nachstehende
Anfrage
1. Ist Ihnen die aktuelle Problematik rund um die Zukunft des Postsportplatzes in Wien-Hernals bekannt?
a. Seit wann ist Ihnen diese Problematik bekannt?
2. Haben Sie sich persönlich bereits mit der Zukunft des Postsportplatzes beschäftigt?
3. Welche konkreten Schritte haben Sie beziehungsweise Ihr Ressort bislang gesetzt, um den Fortbestand des Standortes zu sichern?
4. Haben bereits Gespräche zwischen Ihnen beziehungsweise Vertretern Ihres Ressorts und der Österreichischen Post AG stattgefunden?
a. Wenn ja, wann fanden diese Gespräche statt und welchen konkreten Inhalt beziehungsweise welche Ergebnisse hatten diese Gespräche?
5. Haben bereits Gespräche zwischen Ihnen beziehungsweise Ihrem Ressort und dem Vorstand der Österreichischen Post AG betreffend den Postsportplatz stattgefunden?
a. Wenn ja, mit welchen Vorstandsmitgliedern und mit welchem Ergebnis?
6. Haben bereits Gespräche mit dem Wiener Sportstadtrat Peter Hacker betreffend die Zukunft des Postsportplatzes stattgefunden?
a. Wenn ja, wann fanden diese Gespräche statt und welche Ergebnisse wurden erzielt?
7. Haben bereits Gespräche mit Vertretern des Postsportvereins Wien stattgefunden?
a. Wenn ja, wann fanden diese Gespräche statt und welche konkreten Anliegen wurden dabei behandelt?
8. Werden Sie sich dafür einsetzen, dass der bestehende Pachtvertrag über das Jahr 2027 hinaus verlängert wird?
9. Werden Sie sich dafür einsetzen, dass der Postsportplatz langfristig als Sportstätte erhalten bleibt?
10. Wie werden Sie gewährleisten, dass der Fortbestand des Postsportplatzes dauerhaft abgesichert ist?
11. Welche Bedeutung messen Sie dem Postsportplatz für den Kinder-, Jugend- und Breitensport in Wien bei?
12. Werden Sie Gespräche mit der ÖBAG aufnehmen, um eine langfristige sportliche Nutzung des Areals sicherzustellen?
a. Wenn nein, warum nicht?
13. Welche konkreten Maßnahmen werden Sie bis zum Auslaufen des Pachtvertrages im Jahr 2027 setzen?