6241/J XXVIII. GP
Eingelangt am 03.06.2026
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ANFRAGE
des Abgeordneten Manuel Litzke, BSc
an die Bundesministerin für Frauen, Wissenschaft und Forschung
betreffend Forderungen der Bundesländer zur Neuausrichtung der Fachhochschulen
Im Rahmen einer erstmalig abgehaltenen Konferenz der Wissenschaftslandesräte in Salzburg wurde die Zukunft der Fachhochschulen (FH) als zentrales Thema behandelt. In einem gemeinsamen Positionspapier bekennen sich die Länder zwar zum Fachhochschulsystem als Erfolgsmodell, sehen dieses jedoch durch unzureichende Finanzierung, zunehmende Bürokratie sowie rechtliche Einschränkungen gefährdet.[1]
Konkret wurden unter anderem eine automatische Indexierung der Studienplatz-finanzierung, eine stärkere Grundfinanzierung der Forschung sowie weitreichende Autonomierechte für Fachhochschulen bei der Einrichtung und Änderung von Studiengängen gefordert. Gleichzeitig sprach sich die Agentur für Qualitätssicherung und Akkreditierung (AQ Austria) gegen eine Abschaffung der Programmakkreditierung aus und betonte die Notwendigkeit externer Qualitätssicherung.[2]
Diese divergierenden Positionen sowie die grundlegenden Reformforderungen der Länder werfen aus Sicht der unterfertigten Abgeordneten eine Vielzahl an Fragen hinsichtlich der strategischen Ausrichtung des Fachhochschulsektors, der Rolle des Bundes sowie der effizienten Verwendung öffentlicher Mittel auf.
In diesem Zusammenhang richtet der unterfertigte Abgeordnete an die Bundes-ministerin für Frauen, Wissenschaft und Forschung nachstehende
Anfrage
1. Wie bewertet das Ressort das vorliegende Positionspapier der Länder insgesamt?
a. Welche Punkte werden unterstützt und aus welchen Gründen jeweils?
b. Welche Punkte werden abgelehnt und aus welchen Gründen jeweils?
2. Wie steht das Ressort zur Forderung einer automatischen Indexierung der FH-Studienplatzfinanzierung?
a. Ist eine Anpassung um sieben Prozent für das Jahr 2026 geplant?
i. Wenn nein, welche alternative Anpassung ist vorgesehen?
b. Wie hoch war die reale Finanzierungslücke in den vergangenen Jahren?
3. Wie beurteilt das Ressort die Forderung nach einer Basisfinanzierung von zehn Prozent der Forschungsleistung von Fachhochschulen?
a. Gibt es hierzu bereits Berechnungen?
b. Welche Gesamtkosten würden dadurch entstehen?
c. Wie würde die Mittelverteilung konkret erfolgen?
4. Welche Maßnahmen plant das Ressort zur langfristigen Sicherstellung der Finanzierung von Fachhochschulen?
a. Welche Budgetmittel sind aktuell vorgesehen?
b. Wie haben sich diese in den letzten fünf Jahren entwickelt?
5. Inwiefern teilt das Ressort die Kritik der Länder am bestehenden Qualitäts-sicherungssystem?
a. Welche konkreten bürokratischen Hürden wurden identifiziert?
b. Gibt es Evaluierungen des aktuellen Systems?
i. Welche Ergebnisse haben diese erbracht?
6. Warum hält das Ressort weiterhin an der verpflichtenden externen Programm-akkreditierung durch die AQ Austria fest?
a. Welche konkreten Vorteile sieht das Ressort darin?
b. Welche Nachteile ergeben sich aus Sicht des Ressorts bei einer Abschaffung?
c. Wie wird die Effizienz dieses Systems gemessen?
7. Gibt es Überlegungen, Fachhochschulen in bereits akkreditierten Fach-bereichen mehr Autonomie einzuräumen?
a. Wenn ja, in welcher Form?
b. Wenn nein, warum nicht?
c. Welche internationalen Vergleichsmodelle wurden geprüft?
8. Welche konkreten Maßnahmen zur Entbürokratisierung und Beschleunigung der Akkreditierungsverfahren sind geplant?
a. Bis wann sollen diese umgesetzt werden?
b. Welche Einsparungen werden erwartet?
c. Wie werden die Fachhochschulen in diesen Prozess eingebunden?
9. Wie bewertet das Ressort die Forderung nach einer generellen Ausweitung der Autonomie von Fachhochschulen?
10. Wie hoch sind die durchschnittlichen Kosten eines FH-Studienplatzes im Vergleich zu einem Universitätsstudienplatz?
a. Welche Unterschiede bestehen in der Finanzierungssystematik?
b. Welche Effizienzunterschiede sind feststellbar?
11. Welche Rolle spielt die Fachhochschulkonferenz in der aktuellen Reform-debatte?
a. Welche Positionen wurden konkret eingebracht?
b. Inwiefern decken sich diese mit den Forderungen der Länder?
12. Welche konkreten Reformschritte plant das Ressort in den nächsten zwei Jahren im Fachhochschulbereich?
a. Gibt es einen Zeitplan?
b. Welche legislativen Maßnahmen sind vorgesehen?
c. Wann ist mit deren Umsetzung zu rechnen?
13. Wie stellt das Ressort sicher, dass Reformmaßnahmen nicht zu einer Absenkung der Ausbildungsqualität führen?
a. Welche Qualitätsindikatoren werden herangezogen?
b. Wie erfolgt die laufende Kontrolle?
14. Welche Auswirkungen hätten die Forderungen der Länder auf bestehende Universitäten und deren Finanzierung?
a. Gibt es hier Konkurrenz- oder Verdrängungseffekte?
i. Wurden diese analysiert?