6246/J XXVIII. GP

Eingelangt am 05.06.2026
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ANFRAGE

des Abgeordneten Peter Schmiedlechner

an den Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft

betreffend Klima-Modifikation – Risiken für Umwelt und Gesellschaft

 

 

Aktuelle Medienberichte thematisieren verstärkt technologische Eingriffe in atmosphärische Prozesse, die unter Begriffen wie „lima-Modifikation“, „Wetter-beeinflussung“ oder „atmosphärische Eingriffstechnologien“ diskutiert werden. So wird etwa in einem Artikel der online-Wissenschaftsplattform futurezone ausführlich auf sogenannte Wolkenimpfung („Cloud Seeding“) eingegangen und die Frage aufgeworfen, inwieweit künstliche Eingriffe in Wetterprozesse bereits Anwendung finden bzw. welche Auswirkungen diese haben können. In diesem Artikel wird unter anderem erklärt:

 

„Seit 2002 wird das ‚Wolkenimpfen‘ in den Emiraten praktiziert, um damit der dortigen Wasserknappheit zu begegnen. „Beim Cloud Seeding geht es darum, künstlichen Niederschlag aus Wolken zu erhalten, die sonst keinen, wenig oder erst viel später Niederschlag erzeugen würden“, erklärt der Klimaforscher Georg Pistotnik von Geosphere Austria. Flugzeuge fliegen an den Rand der Gewitterzelle und sprühen Chemikalien in die Wolken. ‚Dabei wachsen in den Wolken kleine Wassertröpfchen langsam zu größeren heran‘, sagt Pistotnik.“[1]

 

Gleichzeitig weisen staatliche Stellen auf erhebliche Unsicherheiten und Risiken hin. So hält etwa das Umweltbundesamt Deutschland fest, dass großtechnische Eingriffe in Klima- und Wettersysteme mit erheblichen wissenschaftlichen Unsicherheiten verbunden sind und kritisch bewertet werden müssen, insbesondere im Hinblick auf mögliche unbeabsichtigte Umweltfolgen sowie fehlende internationale Regelungs-mechanismen.[2]

 

Darüber hinaus ist Medienberichten sowie parlamentarischen Anfragen[3],[4] im deutschen Bundestag zu entnehmen, dass sich auch auf Ebene der Europäischen Union Forschungsprojekte mit Technologien zur Beeinflussung von Klima- und Wetterprozessen befassen. In diesem Zusammenhang wurde seitens der deutschen Bundesregierung darauf hingewiesen, dass entsprechende Programme auf EU-Ebene abgewickelt werden, ohne dass eine umfassende nationale Kontroll- oder Haftungs-struktur besteht.[5]

 

Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, in welchem Ausmaß Österreich in derartige Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten eingebunden ist, welche Kontrollmechanismen bestehen und ob ausreichende Transparenz sowie Risiko-bewertung gewährleistet sind.

 

Zudem ist festzuhalten, dass etwa in Teilen der Vereinigten Staaten (z. B. Florida[6] oder Tennessee[7]) – politische Initiativen diskutiert bzw. gesetzt wurden, die auf Einschränkungen oder Verbote bestimmter Formen der Wetterbeeinflussung abzielen.

 

 

In diesem Zusammenhang richtet der unterfertigte Abgeordnete an den Bundes-minister für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft nachstehende

 

Anfrage

 

1.    Sind in Ihrem Ressort Projekte der Europäischen Union bekannt, die sich mit technologischen Eingriffen in atmosphärische Prozesse (z. B. Wetterbeein-flussung, Klima-Modifikation oder CO-Entnahmeverfahren) beschäftigen?

a.    Wenn ja, wie werden diese Projekte bezeichnet und mit welchen konkreten Technologien befassen sie sich?

b.    Wenn ja, ist Österreich an diesen Projekten beteiligt?

2.    Wird seitens der Bundesregierung oder Ihres Ressorts sichergestellt, dass österreichische Interessen im Zusammenhang mit der Erforschung von Technologien zur Klima- bzw. Wetterbeeinflussung gewahrt werden?

a.    Wenn ja, durch welche konkreten Maßnahmen erfolgt dies?

b.    Wenn nein, warum nicht?

3.    Sind Ihrem Ressort Projekte bekannt, bei denen Technologien zur Beeinflussung von Wetter- oder Klimaprozessen erforscht werden, die potenziell Auswirkungen auf das Wettergeschehen in Österreich haben könnten?

a.    Wenn ja, wie lauten diese Projekte?

                                          i.    Ist Österreich an deren Umsetzung beteiligt?

                                        ii.    Liegen Ihrem Ressort Informationen darüber vor, in welchem Umfang die Republik Österreich seit 1. Jänner 2021 finanzielle Mittel für derartige Forschungsprojekte auf EU-Ebene bereitgestellt hat? (Bitte um eine detaillierte Auflistung nach Projekt, Zeitraum, Inhalt und Budget)

4.    Liegen Ihrem Ressort Informationen darüber vor, welche finanziellen Mittel in den Jahren 2026 bis 2028 für entsprechende Projekte budgetiert sind?

a.    Wenn ja, wird um eine Aufschlüsselung nach Projekt, Zeitraum, Inhalt und Budget ersucht.

5.    Sind Ihrem Ressort gesetzliche Regelungen oder politische Initiativen in anderen Staaten bekannt, die auf Einschränkungen oder Verbote von Technologien zur gezielten Beeinflussung von Wetter- oder Klimaprozessen abzielen (z. B. in Florida oder Tennessee)?

a.    Wenn ja, welche konkreten Maßnahmen wurden dort gesetzt?

b.    Welche Schlussfolgerungen zieht Ihr Ressort daraus für Österreich?

6.    Plant die Bundesregierung oder Ihr Ressort gesetzliche Maßnahmen zur Regulierung oder Einschränkung von Technologien zur Klima- bzw. Wetterbeeinflussung in Österreich?

a.    Wenn ja, welche konkreten Regelungen sind vorgesehen?

b.    Wenn ja, bis wann ist mit einem entsprechenden Gesetzesentwurf zu rechnen?

c.    Wenn nein, warum nicht?



[1]   https://futurezone.at/science/regenfaelle-dubai-ist-cloud-seeding-grund-dafuer-wettermanipulation-wolkenimpfung-verschwoerung/402860921 (aufgerufen am 22.04.2026)

[2]   https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/publikation/long/4125.pdf (aufgerufen am 22.04.2026)

[3]   https://dserver.bundestag.de/btd/21/020/2102079.pdf (aufgerufen am 22.04.2026)

[4]   https://dserver.bundestag.de/btd/21/020/2102083.pdf (aufgerufen am 22.04.2026)

[5]   https://dserver.bundestag.de/btd/21/023/2102382.pdf (aufgerufen am 22.04.2026)

[6]   https://www.flsenate.gov/Laws/Statutes/2025/403.411 (aufgerufen am 22.04.2026)

[7]   https://www.bbc.com/news/world-us-canada-68716894 (aufgerufen am 22.04.2026)